Politik | 01.04.2014

Jahreshauptversammlung des Eifelvereins

Ein Veto gegen die Windkraft

Eifelverein Ortsgruppe Adenau unterschreibt Petition an den deutschen Bundestag

Adenau. Bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Eifelvereins Ortsgruppe Adenau

e.V. am 22.03. in der Adenauer Komturei stand das Thema “Windräder an der hohen Acht” im Fokus des Interesses. Der Vorsitzende, Peter Menches, demonstrierte in einer Präsentation sehr anschaulich, wie das Gebiet rund um die Hohe Acht mit der Errichtung von Windrädern in ein reines Industriegebiet umgewandelt wäre. Es fand sich nach seinem Vortrag niemand, der sich für die Errichtung von Windenergieanlagen aussprach. Im Gegenteil. Mit überwältigender Mehrheit wurde eine Petition an den Deutschen Bundestag unterschrieben, § 35 BauGB möge entsprechend geändert werden, dass die Privilegierten Bauvorhaben von Windenergieanlagen im Außenbereich, die heute ohne Einbeziehung der durch die Baumaßnahmen betroffenen Bürger möglich sind, abgeschafft werden. Die Bürger von Deutschland sollen in Abänderung von § 35 BauGB über “ihre Heimat” wieder selbst bestimmen.

Es gab eine lebhafte Diskussion, wie die Windräder an der Hohen Acht nach jetziger Rechtslage zu verhindern seien. Es herrschte Verständnis dafür, dass sich Bürgermeister und Stadträte sehr intensiv dem Thema widmeten. Schließlich kann die Möglichkeit, dort oben an der Hohen Acht nicht unerhebliche Bruttogewinne zu erzielen, nicht geleugnet werden. Die Versuchung ist groß, den Windkraftbetreibern ihre Versprechungen zu glauben und einen Vertrag “zum Wohle der Bürger” abzuschließen. Am Beispiel anderer Gemeinden ist aber auch bekannt geworden, dass letztlich nur Bruchteile der Einnahmen eines Windrades bei der Gemeinde bleiben. Die Nettoeinnahmen ergäben unter dem Strich eine Summe, für die es sich nicht rechtfertigen ließe, ein Hauptmerkmal der Eifel, die einmalige Landmarke Hohe Acht, zu zerstören. Es wird nach der Nürburgringpleite der nächste Reinfall befürchtet. Ein nicht zu Ende gedachter Schnellschuss mit sehr negativen Auswirkungen auf die Zukunft der Region. Technisch stellten die Räder sowieso nur eine Zwischenlösung in der Energiewende dar. Der stellvertretende Vorsitzende, Arne Krüger, berichtete leidenschaftlich von seinen Detailkenntnissen aus dem Hunsrück. Dort seien ganze Dorfgemeinschaften inzwischen verfeindet untereinander.

Die Windräder haben unter dem Strich keinen Vorteil, sondern nur sozialen Unfrieden gebracht. Man dürfe keine Heimat zerstören, nur um Haushaltslöcher zu stopfen. Es wurde aber auch angedacht, Geldeinnahmen zu erschließen, die in jeder Hinsicht allen nützen, nicht nur einigen Wenigen. So könnten Teile des Gebiets rund um die Hohe Acht in Form von „sanftem Tourismus“ mit einem Walderlebnispark Hocheifel aus dem Dornröschenschlaf erweckt werden. Inklusive Baumkronenpfad und gastronomischen Angeboten sowie des in Vorbereitung befindlichen Premiumwanderweges „Eifelleiter“, dessen Streckenverlauf vom Rhein bei Bad Breisig über das Brohltal hin, Adenau und die Hohe Acht als Wanderziel erschließen soll. Die Region könne daher mit einer windkraftfreien Zone das verstärkte Interesse von Touristen zum Besuch dieser einmaligen Eifellandschaft fördern und das Erholungsgebiet für Menschen aus nah und fern dauerhaft sichern und damit auch den Zuzug von neuen Bürgern, anstatt es nachhaltig zu zerstören. Diese Chance zu nutzen, sollte von den Verantwortlichen bei ihren Entscheidungen bedacht werden, um keinen historischen Fehler, der schwerwiegender wird als die Nürburgringpleite, zu begehen. Bitte keine Windindustrieanlagen rund um die Hohe Acht und in der Hocheifel.

Eifelverein Ortsgruppe

Adenau e.V.

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