Allgemeine Berichte | 04.03.2015

Verbandsvertretung des Kirchengemeindeverbandes Adenau

Einstimmig beschlossene Stellungnahme

Zur Organisation der Verwaltungsarbeit im Kirchengemeindeverband und den Kirchengemeinden

Adenau. Im Kirchengemeindeverband und den zugehörigen Kirchengemeinden sind vielfältige Verwaltungsaufgaben zu leisten. Dazu gehören insbesondere die Führung und Leitung des Perso-nals, die Personal- und Organisationsentwicklung, die Gremienarbeit in der Verbandsvertretung sowie den Verwaltungsräten einschließlich der Vor- und Nachbereitung und selbstverständlich der Teilnahme an den Sitzungen und Ausschüssen, die Betreuung der Immobilien und der Baumaßnahmen, die Koordination und Abstimmung der Arbeit mit dem Bischöflichen Generalvikariat sowie der Rendantur Mendig, die Überwachung der einzelnen Budgets sowie die Konzeption und Fortentwicklung von Verwaltungsabläufen. Die in den vergangenen Jahren erfolgten Veränderungen in der kirchlichen Struktur haben bedeutende Auswirkungen auf die Verwaltungsarbeit. Durch die Einrichtung des Kirchengemeindeverbands wurde eine zusätzliche Ebene mit einem neuen Gremium geschaffen. Die Schlüsselzuweisungen erfordern ein intensives Engagement auf dem Feld der Personal- und Organisationsentwicklung.

Belastung hat ein erträgliches Maß überschritten

Zugleich hat sich die Zahl des Personals sowie der Immobilien durch die Vergrößerung der Pfarreiengemeinschaften wesentlich erhöht. Die Bewältigung der Verwaltungsaufgaben verlangt von denjenigen, die haupt- wie ehrenamtlich Verantwortung tragen, ein hohes Maß nach Sachkompetenz und Einsatz. Diese Belastung hat ein erträgliches Maß überschritten und es ist daher eine grundsätzliche Veränderung der Organisation der Verwaltungsarbeit im Kirchengemeindeverband und den Kirchengemeinden notwendig. Besonders augenfällig ist diese Überlastung im Hinblick auf den leitenden Pfarrer. Im Erzbistum Köln hat eine jüngst durchgeführte Onlinebefragung unter den leitenden Pfarrern ergeben, dass auf die Verwaltungsarbeit durchschnittlich rund 25 Stunden pro Woche entfallen. Im Bistum Trier dürfte die Situation kaum bedeutend anders sein. Ein beträchtlicher Teil der Arbeitszeit und -kraft des leitenden Pfarrers wird also von Verwaltungsaufgaben beansprucht. Die Auswirkung dieser Situation auf die pastorale Arbeit wird dadurch verstärkt, dass sich in den vergangenen Jahren die Anzahl des in der Seelsorge tätigen Personals deutlich reduziert hat.

Seelsorge oder Verwaltungsaufgaben?

Vor diesem Hintergrund wird eine Entlastung des leitenden Pfarrers im Verwaltungsbereich für notwendig erachtet, damit mehr Zeit und Energie für die Seelsorge eingesetzt werden können. In der aktuellen Situation steht ein leitender Pfarrer immer wieder vor der Entscheidung, entweder sein Engagement in der Seelsorge zu verringern oder Abstriche an einer sorgfältigen und verantwortungsvollen Erledigung der Verwaltungsaufgaben zu machen. Dieses Dilemma ist keine gute Voraussetzung für ein fruchtbares und nachhaltiges pastorales Arbeiten. Die Entlastung des leitenden Pfarrers in der Verwaltungsarbeit kann erfahrungsgemäß nicht durch weitere Delegation an Ehrenamtliche erfolgen. Für Ehrenamtliche ist die Zeit und Energie, die neben beruflichen und familiären Verpflichtungen für das kirchliche Engagement aufgebracht werden können, nicht beliebig vermehrbar. Zudem wird es zunehmend schwieriger, Mitchristen für ein ehrenamtliches Engagement in diesem Bereich zu gewinnen.

Lösungsansatz

Auch die Rendantur kann aufgrund der begrenzten personellen Ressourcen und nicht zuletzt wegen der beträchtlichen geographischen Entfernung die erforderliche Entlastung in der Verwaltungsarbeit nicht leisten. Eine notwendige Entlastung des leitenden Pfarrers und des Ehrenamts kann allein durch den Einsatz einer professionellen Verwaltungskraft ermöglicht werden, deren genaue Qualifikation und Beschäftigungsumfang zu klären wären. Mit allem Nachdruck wird festgestellt, dass diese grundsätzliche Veränderung in der Organisation der Verwaltungsarbeit im Kirchengemeindeverband und den Kirchengemeinden unabdingbar ist, um die pastorale Handlungsfähigkeit nicht dauerhaft zu verlieren. Der Einsatz einer Verwaltungsleitung wäre ein wichtiger Schritt, die vorhandenen personellen Ressourcen in der Pastoral so wirksam wie möglich zu nutzen, um im vielfältigen gesellschaftlichen Wandel und den sich darin rasant verändernden Rahmenbedingungen des kirchlichen Lebens neue Wege auf die Zukunft hin suchen und erproben zu können.

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