Geheimtipp für alle Freunde des Brauchtums und der alten Handwerkskünste
Exponate der drei Adenauer Zünfte zu sehen
Adenau.„Handwerk, Technik und Industrie“ so lautete das Jahresthema des diesjährigen Tages des offenen Denkmals. Was würde also besser zu den Themen passen wie die Ausstellungsstücke im Adenauer Heimat-Zunft- und Johannitermuseum. Das Museum wird vom Verein für Heimatpflege betreut und erstreckt sich heute über mehrere Etagen zwei benachbarter Häuser. In dem Fachwerkhaus aus dem Jahre 1667 befinden sich viele Exponate der drei Adenauer Zünfte, der Hammer- Gerber- und Wollenweber-Zunft die zwischen 1650 und 1750 gegründet wurden. Bis heute werden die Traditionen der Zünfte gepflegt. Im Museum informierten die Mitglieder des Vereins für Heimatpflege über die Handwerke und die alten Werkzeuge des Schreiners, der Zimmerleute, des Stellmachers der Dachdecker und Schmiede, die zur Hammerzunft gehörten. In den Kellerräumen des Gebäudes ist noch eine komplette Werkstatt eines Nagelschmiedes vorhanden, der Nägel in allen Größen und für jeden Bedarf herstellte. Bei der Gerberzunft wird nicht nur die Gewinnung der Lohe, sondern auch die Weiterverarbeitung in der Lohgerberei sowie die Arbeiten eines Schumachers und Sattlers vorgestellt. Zu der dritten Zunft den Wollenwebern, die 1700 gegründet wurde, gehören neben einer Seilerei, die Werkzeuge des Wollenwebers, wie Schiffchen für die Webstühle wo das unverwüstliche und weit über die Grenzen bekannte Adenauer Tuch gewebt wurde, auch eine Schneiderei, wo man sehen kann, wie das Tuch zu Jacken, Hosen und Mäntel weiterverarbeitet wurde. Die weiteren Themenbereiche in den Abteilungen sind der Nürburgringbau, Arbeiten von Künstlern, die in Adenau gelebt und gearbeitet haben und der Johanniter- und Malteserorden, die auch mit der Stadt eng verbunden sind. Hier bekam der Heimatverein ein besonderes Kompliment von einem Ehepaar vom Niederrhein, selber Mitglieder im Johanniter- und Malteserorden, für diese fantastische Ausstellung. „Wir haben die Johanniter Ausstellung kürzlich in Berlin besucht, was sie aber hier präsentieren gefällt uns viel besser“, sagten die beiden trugen sich in das Gästebuch ein.
Eine komplette Nagelschmiede ist zu bestaunen.
Die Seilerei gehörte auch zu der Zunft der Wollenweber. Fotos: SES
