Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)
Fachtagung Bildung für nachhaltige Entwicklung in Rheinland-Pfalz mit starkem Praxisbezug
aus Leimbach
Kirchheimbolanden. Kürzlich fand die fünfte Fachtagung „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ für Lehrerinnen und Lehrer aller Schularten aus dem gesamten Rheinland-Pfalz in Kirchheimbolanden (Donnersbergkreis) statt. 250 Engagierte kamen in der dortigen Realschule plus zusammen. Die Veranstaltung hatte das Bildungsministerium (Janhendrik Winter) in Zusammenarbeit mit dem pädagogischen Landesinstitut (Frank Markus Fleischer) aus Bad Kreuznach und einem Team der Schule vor Ort organisiert.
Die Teilnehmenden hatten die einzigartige Möglichkeit, in einer Liveschaltung zur Polarforschungsstation „Neumayer III“ in der Antarktis das Überwinterungsteam und die Station kennen zu lernen und nutzten intensiv die Gelegenheit, Fragen über die Forschungen zum Klimawandel zu stellen. Den zentralen inhaltlichen Impuls im Plenum setzten im Anschluss das Bildungsteam Greenpeace Deutschland in seiner Präsentation „Green & Peace: Schule lösungsorientiert gestalten“. Ihre Botschaft wirkte über den Tag an vielen Stellen nach, als es mit vielfältigen, ergebnisreichen Workshops und der bunten Begleitmesse „Markt der Möglichkeiten“ weiterging. Daneben bot sich aber auch ausreichend Raum für den persönlichen Austausch zu konkreten Anknüpfungspunkten der Praxis.
Viel Lob erfuhr vor allem das Engagement der Schülerinnen und Schüler der Schule, die eigene Projekte vorstellten, aber auch rundum für den Service zuständig waren, sowie das perfekte Zusammenspiel der Organisatoren aus dem Bildungsministerium, dem pädagogischen Landesinstitut und den Schulen.
Die Lehrerinnen und Lehrer äußerten sich begeistert zum Programm und der Atmosphäre im Forum der Realschule plus. Den Schlusspunkt der Veranstaltung bildete am Nachmittag die feierliche Übergabe der Zertifikate an 19 neue BNE-Schulen in Rheinland-Pfalz sowie an fünf außerschulische LernOrte Nachhaltigkeit.
Auch Winfried Sander, langjähriger Lehrer am Erich-Klausener-Gymnasium in Adenau war als Gast eingeladen. Er war 1996 Teil der ersten Gruppe von damals erstmals berufenen „Regionalen Fachberatern für Umwelterziehung“, die das Ministerium für Bildung in der Beratung und Betreuung der rund 1600 Schulen in Rheinland-Pfalz einsetzte. Ihre Aufgabe: Schulen in Umweltfragen beraten und in ihrer Arbeit im Netzwerk „Ökologische Schulen“ zu motivieren.
Heike Hauenschild-Bentemann dankte Sander als Abteilungsleiterin für Gymnasien in Vertretung des Bildungsministers und interviewte ihn in einem kurzen Rückblick zu der Arbeit, die vor jetzt 30 Jahren begann. Für den engagierten Lehrer, der mit seinen 75 Jahren weiterhin Fortbildungen für Lehrer leitet, war es eine Bereicherung in seinem beruflichen Leben. Er koordinierte auch von 1999 an fünf Jahre lang für Rheinland-Pfalz das bundesweite Modellprojekt „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ („21“), das die Grundlage für das heutige „BNE“ (Bildung für nachhaltige Entwicklung) legte. Sander wünscht sich, dass noch mehr Schulen sich dem Leitgedanken der Nachhaltigkeit öffnen.“
