Allgemeine Berichte | 29.10.2024

Großer Kampfgeist bleibt unbelohnt

Marcel Weber.  Foto:Andreas Krein Photography

Adenau. Eine aufregende Saison neigt sich für den Adenauer Marcel Weber langsam aber sicher dem Ende zu. Und es gibt wohl nur wenige, die den Rennsport in diesem Jahr in so unterschiedlichen Rollen durchlebt haben. Weber, seit langer Zeit als Funker am Kommandostand des Rennstalls rent2Drive-racing aus Döttingen in der Nürburgring Langstreckenserie (NLS) tätig, wechselte Anfang des Jahres die Seite und nahm kurzerhand selbst im Porsche Cayman GTS des Teams platz. Weitere Einsätze am Steuer folgten über die Saison hinweg.

Für den letzten Lauf der Rundstrecken Challenge Nürburgring (RCN) kehrte er nunmehr in das Moigen Racing Team zurück. Jener Mannschaft also, mit der er erfolgreich die gesamte 2023er Saison bestritten und somit den Grundstein für seine NLS-Karriere gelegt hatte. Die Veranstaltung „Schwedenkreuz“ hat stets einen besonderen Status. Mit drei Stunden Renndistanz ist der Lauf der längste des Jahres und statt des Prüfungscharakters mit Setz- und Bestätigungsrunden, waren an diesem Samstag wieder einmal 180 Minuten Vollgas angesagt. Im ca. 140 PS starken Dacia Logan (befeuert durch ein Aggregat aus dem Twingo RS des Mutterkonzerns Renault) nahmen neben Weber der Fahrzeugeigentümer Heiner Manthey und Christian Koch platz. Letzterer zeigte sich gewohnt schnell und führ mit einer Zeit von 11:24 Minuten auf der 24,35 km langen Kombination aus Nordschleife und GP-Kurzanbindung den zweiten Startplatz in der Klasse H2 heraus. Dabei galt es trotz spätsommerlicher Temperaturen, der dennoch von herbstlicher Feuchtigkeit durchdrungenen Fahrbahn mit der angemessen Rennintelligenz zu begegnen.

Um 15 Uhr erfolgte mit dem Start des Rennens dann ein weiteres Karriere-Highlight für Marcel Weber: erstmals wurde ihm die Ehre des Startfahrers zuteil. Das ist ihn gesetzte Vertrauen rechtfertige er mit einer fahrerisch tadellosen Leistung und übergab das Auto nach fünf Runden planmäßig an Manthey. Sorgen bereitete dem Team indes jedoch ein Schleifgeräusch, das gegen Ende von Webers Stint in Linkskurven aufzutreten begann. Eine Sichtkontrolle beim Boxenstopp brachte zunächst keine augenscheinlichen Beschädigungen ans Licht. Nach nur einer Runde auf der GP-Strecke kehrte Manthey jedoch schon wieder zur Box zurück und man entschied sich dazu, das Auto genauer zu untersuchen. So schnell die Fehlerursache auch gefunden werden konnte – das Getriebelager hatte sich gelockert – so schwierig gestaltete sich die Fehlerbehebung. Weber: „Die Schrauben, die nachgezogen werden mussten, waren nur extrem schwer erreichbar, was die Reparaturpause auf 45 Minuten ausdehnte. Dennoch ein Riesenkompliment an die gesamte Crew. Selbst unsere ‚Gegner‘ in den benachbarten Boxen haben diese Leistung mit Applaus honoriert.“

Nach nur einer Runde kehrte Manthey dann zur Box zurück, dieses Mal aber, um das Fahrzeug an Koch zu übergeben und diesem so die zugesagte Zeit im Auto zu bescheren. Aber auch diesem war das Glück nicht hold und 15 Minuten vor Rennende wurde der Dacia erneut in Box 31 vorstellig. Diagnose: Kupplungsschaden. Eine letzte Runde absolvierte man allein im dritten Gang, nahm so zwar die schwarz-weiß-karierte Zielflagge entgegen, doch hatte nicht die benötigten 75% der Renndistanz des Klassensiegers absolviert, um in die Wertung aufgenommen zu werden.

Marcel Weber abschließend: „Am Ende trotz aller Mühen nicht gewertet zu werden, ist natürlich bitter. Dennoch hat das gesamte Team Stärke und Willen unter Beweis gestellt.“

Andreas Krein

Marcel Weber. Foto:Andreas Krein Photography Foto: Andreas Krein

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