Politik | 18.01.2016

Neujahrsempfang der HwK Koblenz begrüßt 500 Gäste aus Politik, Diplomatie, Wirtschaft und Gesellschaft

Handwerk schaut voller Optimismus nach vorn

HwK zeichnete acht Ehrenamtsträger des Handwerks für langjähriges Engagement aus

Neujahrsempfang bei der Handwerkskammer Koblenz, zu dem HwK-Präsident Kurt Krautscheid (2.v.l.) und Hauptgeschäftsführer Alexander Baden (3.v.r. zusammen mit Ehefrau Andrea, Mitte) mehr als 500 Gäste begrüßen konnten, darunter die Fraktionsvorsitzenden Julia Klöckner (CDU; 3.v.l.) und Alexander Schweitzer (SPD; 4.v.l.), die Staatssekretäre Uwe Hüser (6.v.r.), David Langner (links) und Heike Raab (rechts), den EU-Abgeordneten Werner Langen (4.v.r.), Nils Wiechmann (MdL; 2.v.r.) oder IHK-Hauptgeschäftsführer Arne Rössel (5.v.r.). Foto: P!ELmedia

Koblenz. „Ein erfolgreiches Jahr 2015 liegt hinter uns und wir richten den Blick daran anknüpfend voller Optimismus nach vorn“, begrüßte Kurt Krautscheid, Präsident der Handwerkskammer (HwK) Koblenz mehr als 500 Gäste zum traditionellen Neujahrsempfang des Handwerks im Zentrum für Ernährung und Gesundheit. „Einige wichtige Themen nehmen wir mit nach 2016. Allem voran nenne ich die Flüchtlingssituation, die uns alle auch in diesem Jahr massiv fordern wird. Wir nehmen auch den Schwung einer positiven Konjunktur mit. Die Wirtschaftslage im Handwerk befindet sich auf einem Allzeithoch. Die Lehrlingszahlen sind stabil, was angesichts des demografischen Wandels als Erfolg gewertet werden kann“, nannte Krautscheid wichtige Themen des Handwerks.

Der Ausgrenzung von Flüchtlingen und Panikmache durch extreme politische Gruppierungen erteilte der Kammerpräsident eine klare Absage: „Analyse, Sachlichkeit, Ruhe und auch ein Stück Gelassenheit werden helfen, auch diese Situation zu meistern.“ Sachlichkeit, so schloss er an, helfe auch bei einer Einschätzung der Übergriffe am Kölner Hauptbahnhof, „auch wenn es ein sehr emotionales Thema ist, ja eins, das uns aufwühlt und viele Fragezeichen zurücklässt. Was in Köln passiert ist, ist nicht nur ein Verbrechen. Es ist ein Signal an uns alle und es sollte auch alle wach rütteln: Unsere Gesellschaft ist dort, wo wir bisher vermeintliche Sicherheit empfanden, tatsächlich verletzbar und angreifbar. Wir wollen keine rechtsfreien Räume. Wir wollen Beachtung unserer Regeln mit Respekt. Deutschland ist kein Selbstbedienungsladen, in dem unsere Sozialleistungen und Frauen wohlfeil in den Regalen liegen.“

Falsche Begriffsdefinitionen von Toleranz, Multikulti oder auch Freiheit haben ihren Beitrag geleistet, „dass unser Sozialverhalten fast reflexartig ein kritisches Hinterfragen hinsichtlich der Integrationsbereitschaft und Werterespektierung durch neue Mitmenschen einschränkt, manchmal fast unmöglich macht. Davon müssen wir uns befreien, ohne in radikale Spektren abzudriften. Bereichern wir die Mitte der Gesellschaft in dieser Diskussion mit einer neuen Qualität!“, forderte Krautscheid.

An den türkischen Generalkonsul Arif Eser Torun gewandt, ging Krautscheid auch auf den jüngsten Terror-Anschlag in Istanbul ein. „Der Terror: Er soll Angst und Schrecken verbreiten und zielt auch auf das Verhältnis unserer Nationen ab. Dieses Ziel hat der Anschlag nicht erreicht - im Gegenteil! Wenn türkische Tageszeitungen in deutscher Sprache auf Seite 1 in großen Lettern verkünden „Wir trauern“ oder „Im Herzen bei Euch“, spricht das für eine starke Solidarität, nicht für Spaltung. Wir sehen uns als Europäer gemeinsam diesen terroristischen Auswüchsen ausgesetzt und wir werden sie gemeinsam bewältigen!“

Handwerk steht für Integration und Wertevermittlung

Das Handwerk, so Krautscheid, stehe in der Mitte der Gesellschaft und biete dem Einzelnen „Möglichkeiten der Entfaltung und der Selbstverwirklichung. Er ist eingebunden in ein Team, in dem er Aufgaben und Verantwortung übernehmen muss. Handwerk ist unmittelbar verflochten mit unserer Lebenskultur und gestaltet diese mit - produktiv wie auch menschlich. In unseren Betrieben kann man viel über Integration, Wertevermittlung und ein erfolgreiches Miteinander lernen!“, sprach Krautscheid über Erfahrungen, die auch gesamt-gesellschaftlich anwendbar sind und helfen, aktuelle Herausforderungen erfolgreich zu lösen.

Politik und Handwerk arbeiten erfolgreich zusammen

Zu den Gästen des HwK-Neujahrsempfanges zählten zahlreiche Abgeordnete der Parlamente, Vertreter der Landesregierung wie auch der Regionalpolitik. „Mit allen pflegen wir gute Kontakte, bringen uns gern und erfolgreich in den politischen Dialog ein. Auf unsere Einschätzungen und Erfahrungen als Praktiker wird Wert gelegt, Vorschläge und Hinweise werden ernst genommen“, stellte Kurt Krautscheid heraus. Das griffen auch die Fraktionsvorsitzenden Julia Klöckner (CDU) und Alexander Schweitzer (SPD) sowie Wirtschaftsstaatssekretär Uwe Hüser (Bündnis 90/Die Grünen) in ihren Grußworten auf.

Klöckner: Mehr Unterstützung für Berufsschulen

Mit Herz und Hand Ziele erreichen sei das verbindende Element zwischen Politik und Handwerk, stellte Julia Klöckner heraus, kritisierte zugleich aber das Ungleichgewicht zwischen beruflicher und akademischer Bildung. Hier müsse die Balance wieder zugunsten der Berufsausbildung hergestellt werden, wobei auch die Politik mit ihren Instrumentarien gefordert sei. Die Berufsschulen müssen mehr unterstützt werden, damit jungen Menschen ein optimaler Start ermöglicht wird. Klöckner wandte sich auch gegen Eingriffe der Politik in handwerkspolitische Bereiche: „Hände weg vom Meisterbrief!“ war eine deutliche Aussage. Hinsichtlich bürokratischer Auflagen lautete ihre einfache Formel im Sinne einer Entlastung der Unternehmen: „Für jede neue Vorschrift muss eine alte weg.“ An die HwK selbst ging ein großes Lob für die eingeschlagene Transparenzoffensive: „Diese Handwerkskammer braucht keine rechtlichen Auflagen, um transparent zu sein!“

Uwe Hüser lobte das Handwerk als Teil der Bürgergesellschaft. „Im Ehrenamt oder auch bei den Flüchtlingsnetzwerkern leisten Handwerker und die Handwerkskammer herausragende Arbeit. Die Landesregierung unterstützt diese Projekte finanziell, umsetzen können es aber nur die Experten vor Ort. Hierbei können wir uns auf das Handwerk verlassen!“ Hüser stellte sich ebenfalls hinter die Berufsausbildung, „die wir alle zusammen mehr in den Mittelpunkt rücken müssen.“ Dabei schloss der Politiker auch die Verbesserung des Meister-BAföG´s ein. Zugunsten der Absolventen soll der Zuschuss-Anteil angehoben werden.

Hochwertige Ausbildung durch das Handwerk

Alexander Schweitzer stellte den Wirtschaftsstandort Rheinland-Pfalz heraus: „2014 waren wir Gründungsland Nummer 1, 2015 Nummer 2“. An diese Spitzenwerte gelte es anzuknüpfen, wobei dem Handwerk eine wichtige Rolle zukommt. Entsprechend werden die Interessen dieses Wirtschaftsbereiches durch die Landesregierung wahrgenommen und das Handwerk unterstützt. „Die überbetriebliche Ausbildung wird weiter vom Land gefördert“, lautete die klare Aussage Schweitzers, der auch die Verdienste um eine hochwertige Ausbildung durch das Handwerk herausstellte und ebenfalls das ehrenamtliche Engagement lobte.

Im Vorfeld des Neujahrsempfanges zeichnete die HwK acht verdiente Ehrenamtsträger des Handwerks für langjähriges Engagement mit der Goldenen Ehrennadel aus (separate Pressemitteilung). Vier Glücksbringer von der Schornsteinfeger-Innung Koblenz überreichten nach dem Motto „Handwerk hat goldenen Boden“ Glücksmünzen mit einer 24-karätigen Goldschicht. Für das musikalische Rahmenprogramm sorgte das Blechbläserquintett Komilites. Der Neujahrsempfang 2017 findet am Freitag, 13. Januar statt.

Pressemitteilung Handwerkskammer Koblenz

Neujahrsempfang bei der Handwerkskammer Koblenz, zu dem HwK-Präsident Kurt Krautscheid (2.v.l.) und Hauptgeschäftsführer Alexander Baden (3.v.r. zusammen mit Ehefrau Andrea, Mitte) mehr als 500 Gäste begrüßen konnten, darunter die Fraktionsvorsitzenden Julia Klöckner (CDU; 3.v.l.) und Alexander Schweitzer (SPD; 4.v.l.), die Staatssekretäre Uwe Hüser (6.v.r.), David Langner (links) und Heike Raab (rechts), den EU-Abgeordneten Werner Langen (4.v.r.), Nils Wiechmann (MdL; 2.v.r.) oder IHK-Hauptgeschäftsführer Arne Rössel (5.v.r.). Foto: P!ELmedia

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