-Anzeige
Hans-Paul Hiebel: „An den bösartigen Schließungsgerüchten ist absolut nichts dran!“
Traditionshaus Hiebel-Weingart ist für die Zukunft gerüstet - mit zwei herausragenden Zertifizierungen hat das Unternehmen die Weichen bereits gestellt
Mayen. Zwei besondere Auszeichnungen, die Zertifizierung als „Generationenfreundliches Unternehmen“ , die Hiebel-Weingart im letzten Jahr verliehen wurde sowie die aktuelle Zertifizierung als „Service Q Betrieb“, belegen mehr als eindeutig: Julia Hermann-Hiebel und Peter Hermann mit Seniorchef Hans-Paul Hiebel haben die Zukunft des Herrenausstatters fest im Blick und die Weichen sind bereits gestellt. Im Gespräch mit BLICK aktuell gaben sie Einblicke, wie Hiebel-Weingart trotz Wahrung der traditionellen Werte auch innovativen Zeitgeist lebt, sich ständig weiterentwickelt, Rundum-Service und Qualität zum Wohle der Kunden stets in den Fokus rückt.
BLICK aktuell (BA): Welche Intention des Traditionshauses hat dazu geführt, sich um die Zertifizierungen zu bemühen?
Hans-Paul Hiebel: Dazu braucht ein solches Haus wie wir keine Beweggründe. Bereits im Jahr 1994 erfolgte im Hinblick auf das neue Jahrtausend ein Total-Umbau unseres Geschäftshauses. Die Planung wurde damals von einer Kölner Architekten Gruppe vorgenommen, die sich auf den Umbau und die Einrichtung von modernen Bekleidungshäusern spezialisiert hatte. Diese Gruppe setzte schon damals die Maßstäbe, die heute Grundlage für die Zertifizierung sowohl als „Generationenfreundliches Einkaufen“, die uns im letzten Jahr verliehen wurde, als auch für die aktuelle Zertifizierung als Service Q Betrieb war.
BA: Wie haben sich die Mitarbeiter in die Zertifizierungsprozesse eingebracht? Mussten spezielle Schulungen durchgeführt werden und musste auch die Geschäftsleitung noch das ein oder andere dazulernen?
Julia Hermann-Hiebel: Was unsere Mitarbeiter betrifft, so können wir mit Stolz sagen, waren die Zertifizierungen und die darin erarbeiteten Maßnahmen kein wirkliches Neuland. Eine „Zertifizierung“ ist eben nicht nur das Ausfüllen von Maßnahmenkatalogen und die anschließende Überreichung einer Urkunde, die man einfach an die Wand hängen kann. Für uns und unsere Mitarbeiter findet die Zertifizierung täglich durch eine gute Leistung und vor allen Dingen durch anerkennende Worte unserer Kunden, die sich für unseren Service, für die gute Größensortierung, für das ausgezeichnete Preis-/Leistungsverhältnis und vieles mehr bedanken. Das alles kommt natürlich nicht von selbst, sondern wir haben versucht, in den vergangenen 76 Jahren unser Haus, unser Angebot und unsere Leistung stetig zu verbessern. Es bedeutet aber auch, dass man sich immer wieder selbst hinterfragen muss, was man besser machen kann, und genau dafür war die Zertifizierung sicher eine gute Entscheidung und wichtiger Bestandteil, auch in Zukunft das Unternehmen erfolgreich führen zu können.
BA: Welche Kriterien muss ein Betrieb erfüllen, um das Zertifikat zu erhalten? Und wie werden diese überprüft?
Peter Hermann: Zu den Kriterien in Bezug auf die Zertifizierung „Generationenfreundliches Einkaufen „ gehören in erster Linie bauliche- und ausstattungsrelevante Dinge. Es sind mehr als 100 Punkte, die hier abgefragt wurden. Z.B. Beleuchtung, Raumbelüftung, sichtbare Treppenstufen, barrierefreie Zugänge zur Ware, Aufzug, Rampen, Größe der Türen, Höhe der Regale, Größe der Umkleidekabinen und vieles mehr. Ferner Größe und Sauberkeit der Toiletten (Spiegel, Halterungen, Waschgelegenheit usw.) Für die Kinder, Spielmöglichkeiten, keine Verletzungsmöglichkeiten, um hier nur einige aufzuführen. Grundsätzlich gilt die Zertifizierung immer für 3 Jahre. Dann muss eine „Neuaufnahme“ erfolgen. Während also die Zertifizierung „Generationenfreundliches Einkaufen“ mehr oder weniger auf die ausstattungsbezogenen Dinge achtet, sind die Merkmale der Zertifizierung zu „Service Q“ auf Bausteinen wie Service und Maßnahmen rund um den Kunden ausgelegt. Auch hier findet jedes Jahr eine Kontrolle und Bewertung der ausgearbeiteten Maßnahmen statt. Lässt man hier nach, kann einem die Zertifizierung auch wieder aberkannt werden. Heißt also, dass auch diese Maßnahme auf lange Sicht angelegt ist.
Die Zertifizierung „Service Q“ gibt es aber bekanntlich nicht nur für einen Einzelbetrieb, sondern zielt auf eine Zertifizierung einer Stadt, mit all ihren unterschiedlichen Betrieben ab. Es steht also für alle Beteiligten der Servicegedanke in erster Linie im Vordergrund. Zusammenfassend kann man sagen, dass sowohl die Stadt, der Einzelhandel als auch die Kunden, die nach Mayen kommen, davon profitieren sollen und werden.
BA: Legen die Kunden wirklich Wert auf solche Auszeichnungen ? Und hat ein zertifiziertes Unternehmen tatsächlich einen Wettbewerbsvorteil?
Hans-Paul Hiebel: Natürlich. Die Kunden wissen nämlich die mit den Zertifizierungen verbundene Servicequalität und Generationenfreundlichkeit unseres Hauses sehr zu schätzen. Viele nehmen die Dinge auch eher im Unterbewusstsein wahr. Einige sehen den zertifizierten Service bei Hiebel-Weingart auch bereits als selbstverständlich an. Würde es aber an Sitzgelegenheiten für gehbehinderte Kunden fehlen, oder hätten wir kein Spielzeug für die Kinder, würde das unserem Image eines modernen Fachgeschäftes mit langer Tradition nicht entsprechen. Und gerade mit unseren Kunden sind wir im ständigen Dialog, um auf ihre Wünsche gezielt einzugehen, denn nur so erfahren wir, was sie von uns erwarten. Wer ständig hinterfragt, kann sich weiterentwickeln. Ein Unternehmer muss ständig in Bewegung sein, er muss etwas unternehmen, um im Wettbewerb bestehen zu können. Hiebel-Weingart ist hier absolut gut aufgestellt und wird es auch in Zukunft sein. Da bin ich hunterprozentig sicher und freue mich, mit meiner Tochter und meinem Schwiegersohn auf die kommenden
Herausforderungen!“
Im Jahr 1936 wurde die Firma Hiebel-Weingart in der Markstraße 4 gegründet. Das Traditionshaus hat sich seither ständig weiterentwickelt und ist für die Zukunft bestens gerüstet.
Julia Hermann-Hiebel (3.v.l.) und ihr Ehemann Peter Hermann (2.v.r.) bei der Auszeichnung als „Service Q Betrieb“ durch Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Mitte).
