„Holi in Colors“ begeisterte
Mendig. Tausende Liebhaber der elektronischen Musik verbrachten ein unvergessliches Wochenende in Mendig. Woodstockfeeling war beim Airfield Festival „Holi in Colors“ angesagt. Bereits am frühen Nachmittag füllte sich der Zeltplatz mit Leben als am Freitag, 23. August der Startschuss zum Airfield Festival in Mendig gegeben wurde. Möglichst schnell sollten die Zelte aufgestellt und die Ravioli gekocht sein, um auch ja nichts zu verpassen, wenn um 20 Uhr die beiden Hangars ihre Tore öffneten. Da Vorfreude bekanntlich eine der größten Freuden ist, herrschte unter den Tausenden von Campern beste Stimmung - erste Gruppen fanden sich bereits zusammen und brachten sich gemeinsam auf Betriebstemperatur für die lange Nacht, die noch vor ihnen lag.
Pünktlich um 20 Uhr schallten dann die ersten Klänge aus den beiden Hangars. Lokalmatador O-Doyle machte den Auftakt in Hangar 9 und ließ die Stimmung zu so früher Stunde zum ersten, wenn auch noch lange nicht zum letzten Mal, Überkochen. Von da an hieß es Tanzen, bis die Füße bluten, wenn auch selbstverständlich nur im übertragenen Sinne. Beide Hangars blieben zu jedem Zeitpunkt gut gefüllt und keiner der DJs konnte sich über mangelnde Auslastung beklagen.
Wer sich zwischendurch eine Stärkung gönnen wollte, konnte das problemlos an einem der vielen Imbisse tun. Von asiatischer Küche bis zur immer gern gesehenen Pizza war für jeden was dabei. Auch in Sachen Flüssignahrung war die Auswahl groß. Egal, ob klassisches Bier oder bunter Cocktail, wer hier nicht fündig wurde, der wurde es nirgendswo. Überraschend populär war jedoch auch das schlichte Mineralwasser, was nicht verwunderlich war, denn wer die ganze Nacht das Tanzbein schwingt, der kommt schon mal ins Schwitzen.
Da die Zeit bekanntlich am Schnellsten vergeht, wenn es am Schönsten ist, sahen sich viele der unermüdlichen Tänzer plötzlich den letzten DJs der Nacht gegenüber. Deniz Gunshot und Colors Amped holten noch mal die letzten Reserven aus dem Publikum heraus, bevor es dann um 7 Uhr begleitet von der bereits einsetzenden Morgendämmerung zurück in die Zelte ging.
Wer braucht schon Schlaf?
Wer schlafen wollte, der musste sich allerdings beeilen, denn bereits um 10 Uhr öffnete die Outdoor Stage ihre Pforten und beschallte den Mendiger Flugplatz mit ersten Bassklängen. Gab es zu so früher Stunde noch den ein oder anderen, der die ersten Auftritte verschlief, so waren spätestens um 13 Uhr alle hellwach, denn der deutsche Superstar Fritz Kalkbrenner bat zum Tanz. Da störte es auch nicht, dass es mittlerweile angefangen hatte zu regnen. Eigentlich gehört es sogar dazu, denn ein Festival ohne matschige Schuhe und nasse Haare, ist kein richtiges Festival. Das bunte Farbpulver der Marke „Mach dich bunt“ flog bereits in großen Mengen durch die Lüfte und tauchte das Publikum in einen bunten Farbteppich, der dem Namen Holi in Colors alle Ehre machte. Einen weiteren Höhepunkt auf der Außenbühne setzt Kultfigur Steve Aoki, der mit seiner Show gekonnt zwischen Genie und Wahnsinn balancierte. Torten flogen ins Publikum, mit Fans gefüllte Schlauchboote ließen sich von den Händen der Menge tragen und mehrere Flaschen Champagner wurden geköpft. Als Steve Aoki dann zum Abschluss seine Hymne „Pursuit of Happiness“ aus dem Film Project X spielte, drehten die bunten Massen endgültig durch. Ein weiteres Highlight darf an dieser Stelle natürlich nicht unterschlagen werden, denn die Headliner des legendären Tomorrowlands Dimitri Vegas und Like Mike sorgten auch beim Holi in Colors für Stimmung aus der Kategorie „legendär“ und verwandelten die Crowd in ein Meer aus blanken Oberkörpern und rotierenden T-Shirts. In den letzten Abendstunden zeigte sich auch das Wetter noch mal von seiner besseren Sonne und gewährte den durchnässten Tänzern ein paar Sonnenstrahlen. Moonbootica setzten dann auf der Außenbühne mit einer phänomenalen Lichtshow den Schlusspunkt, bevor die Partygemeinde wieder in die beiden Hangars verlegt wurde, wo Großkaliber der Szene, wie Monika Kruse und Fedde le Grand die Tanzwütigen bis in die Morgenstunden mit Musik versorgten.
Liebe ist für alle da
Wer das Airfield Festival in Mendig in möglichst wenigen Worten beschreiben möchte, würde wahrscheinlich Folgende wählen - atemberaubende Shows, ein buntes Publikum und ganz viel Liebe. Die Stimmung unter den Leuten war durchweg positiv. Umarmungen wurden verteilt, Highfives gegeben und der ein oder andere ist sich sicherlich auch so näher gekommen. Die atemberaubende Atmosphäre des Mendiger Flugplatzes sorgte zudem für optimale Rahmenbedingungen eines unvergesslichen Wochenendes. Auch das Sicherheitspersonal zeigte sich begeistert von der friedlichen Atmosphäre, die auch die unvermeidlichen Unbelehrbaren, die es leider immer wieder gibt, nicht beeinträchtigen konnten. Insgesamt kann man ohne Weiteres behaupten, dass das Holi in Colors ein Festival mit Alleinstellungscharakter war, das in dieser Form hoffentlich nicht zum letzten Mal stattgefunden hat. Denn auf die Frage, wie es den Leuten denn gefallen hat, gab es nur eine Antwort: „Wir kommen auf jeden Fall wieder.“
Weitere Impressionen ab morgen in unserer Bildgaleie unter www.blick-aktuell.de.
