Allgemeine Berichte | 18.01.2016, 14:38 Uhr

Neujahrsempfang des Hospiz-Verein-Rhein-Ahr e.V.

„Hospizarbeit im Ahrtal ist angekommen“

Verein hat inzwischen fast 1000 Mitglieder

Hospiz-Geschäftsführer Christoph Drolshagen unterstrich die Wichtigkeit der ehrenamtlichen Kräfte.DU
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Bad Neuenahr-Ahrweiler. Zum ersten Mal in der Geschichte des Hospiz-Verein-Rhein-Ahr e.V. war die „gute Stube“ der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, der ehemalige Speisesaal des Grand-Hotels „Flora“, Schauplatz des Neujahrsempfangs. In diese historische Stätte, die heute als Ratssaal genutzt wird, hatte Bürgermeister Guido Orthen den Verein eingeladen. „Als symbolische Verbeugung der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler vor dem Hospiz-Verein“, so Orthen, der in seiner Begrüßung sowohl den drei Trägern des „Hospiz im Ahrtal“, als auch den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern für ihr Engagement ausdrücklich dankte. Ulrike Dobrowolny, Vorsitzende des Hospiz-Verein-Rhein-Ahr, blickte anschließend auf den ersten Neujahrsempfang vor sechs Jahren mit gerade einmal 25 Gästen zurück und nannte die beeindruckenden Zahlen des vergangenen Jahres: „Im kommenden Jahr feiert der Hospiz-Verein sein 25-jähriges Jubiläum. Es war ein langer Weg, bis das Hospiz Realität wurde. Deswegen steht es aber auch auf besonders festen Füßen. Im vergangenen Jahr stand der Bau des Hospizes, das von Andreas Reuther begleitete Kofferprojekt und die Hospiz-Eröffnung im Vordergrund. Gleichzeitig lief unsere normale, ambulante Beratung und Hospizarbeit weiter. Ehrenamtliche Kräfte wurden ausgebildet, damit sie zusammen mit den hauptamtlichen Palliativcare-Schwestern die Menschen zu Hause in Ihrem gewohnten Umfeld, in Pflegeheimen und Krankenhäusern begleiten können. Im Jahr 2015 begleitete der Verein 328 Menschen und deren Angehörige, das heißt, sie wurden „zu Hause“ aufgesucht, beraten und psychosozial unterstützt. 44 Ehrenamtliche MitarbeiterInnen erbrachten 3150 Stunden. Es gab 2025 Kontakte der ehrenamtlichen MitarbeiterInnen mit schwerkranken Menschen und deren Angehörigen, sowie 24.300 gefahrene Kilometer, obwohl wohnortnahe Einsätze erfolgten. Die fünf hauptamtlichen Schwestern legten 51.033 Kilometer zurück. 2015 absolvierten 19 BürgerInnen die Ausbildung als ehrenamtliche MitarbeiterInnen im Grundkurs und führen Ihre Ausbildung nun im Aufbaukurs fort. Damit wird der ambulante Verein im Vergleich zum „Hospiz im Ahrtal“ die doppelte Zahl hospizlicher Begleitungen übernehmen, wo im Jahresdurchschnitt mit 160 Gästen zu rechnen ist.

Spendensumme von insgesamt 203.000 Euro im Jahr 2015

Die Spenden für das „Hospiz im Ahrtal“ betrugen 123.000 Euro, für die ambulante Arbeit des Hospiz-Verein-Rhein-Ahr 80.000 Euro. Alles in allem bleibt zu sagen: Hospizarbeit im Ahrtal ist angekommen und die hohe Bürgerbeteiligung zeigt, wie die Bevölkerung die Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen wünscht: Ein Mensch kommt zu einem Menschen. Menschenwürdiges Sterben - das ist der Wunsch der Bürgerinnen und Bürger im Ahrtal.“ Exakt 989 Mitglieder gehörten am Tag des Neujahrsempfangs dem Hospiz-Verein-Rhein-Ahr e.V. an und Ulrike Dobrowolny ermutigte die zahlreichen Gäste zum Ausfüllen eines Mitgliedsantrages, um bald die Marke von 1000 Vereinsmitgliedern zu erreichen. Der Geschäftsführer des „Hospiz im Ahrtal“, Christoph Drolshagen, zeigte sich vom überwältigenden Interesse der Bevölkerung am Hospiz begeistert und dankte allen Helfern und Spendern, auf die man auch zukünftig angewiesen ist. Sieben Gäste leben inzwischen im „Hospiz im Ahrtal“, das voraussichtlich schon in den kommenden Tagen voll belegt sein wird. Ein Team von dreizehn Pflege- und drei Hauswirtschaftskräften sorgt für die Gäste. Ganz im Sinne des ökumenischen Gedankens möchte man schon bald zwei Seelsorger für die spirituelle Begleitung der Hospizgäste gewinnen. Weiterhin unterstrich Drolshagen die Wichtigkeit der ehrenamtlichen Helfer: „Diese können als Mitmenschen und Mitbürger nach dem Motto „was möchtest du, das ich zusammen mit dir tun soll“ begleiten.“ Gut angelaufen ist auch die Verzahnung von Ärzten, ambulanten Diensten und Palliativstationen mit dem Hospiz. Erst kürzlich besuchten 16 Mediziner der Region die Einrichtung - nicht nur zum Kennenlernen, sondern auch, um sich für eine optimale Versorgung der Gäste zu vernetzen. Die Neujahrswünsche des Kreises Ahrweiler überbrachte der Kreisbeigeordnete Friedhelm Münch, der seinerzeit schon beim ersten Neujahrsempfang des Hospiz-Vereins zu Gast war. „Sie übernehmen das, was in früheren Zeiten oft die dörfliche Gemeinschaft getan hat: Den Menschen in Würde zu begleiten. Der Hospiz-Verein hat den Tod aus der „dunklen Kammer“ geholt und gibt jedem der es möchte, die Möglichkeit, begleitet und in Würde zu sterben.“ Ausgestellt wurden im Rahmen der Veranstaltung die Skulpturen des Künstlers Titus Reinarz aus Sinzig-Löhndorf, das Lied „Ich hab` ein zärtliches Gefühl“ von Hermann van Veen regte zum Nachdenken an. Das Schlusswort war dann Ulrike Dobrowolny vorbehalten, die bei der Gelegenheit auf die kommende Vernissage „Hospizarbeit ein Gesicht geben“ am Donnerstag, 10. März, um 18 Uhr in der Ehemaligen Synagoge in Ahrweiler hinwies. Sabine Köberling, Mitglied und ehrenamtliche Begleiterin, Malerin, Grafikerin und Fotografin, wird besondere Schwarz-Weiß-Fotografien rund um das Thema Hospizarbeit zeigen.

Hospiz-Geschäftsführer Christoph Drolshagen unterstrich die Wichtigkeit der ehrenamtlichen Kräfte.Foto: DU

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