Allgemeine Berichte | 08.08.2013, 12:10 Uhr

Kompaktrettungsfahrzeug ergänzt das Bevölkerungsschutzpotenzial des DRK

Investition in die Sicherheit der Mitbürger

Fahrzeug gelangt dahin, wo normale Rettungsfahrzeuge an ihre Grenzen stoßen

Daniel Blumenberg und Jens Kuhn vom DRK-Ortsverein Bad Neuenahr-Ahrweiler unterstützten mit dem Kompaktrettungsfahrzeug die Kollegen am Lausitzring während der Motocross-WM 2013.privat
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bKreis AW. Es ist das kleinste und wohl kurioseste Rettungsfahrzeug mit Patiententransportmöglichkeit vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) im Kreis Ahrweiler. Die Rede ist von dem Kompaktrettungsfahrzeug „S.A.M I“. S.A.M ist die ursprüngliche Projektbezeichnung des Herstellers und steht für Seewald Alternative Mobility. Und „alternativ“ ist das kleine Fahrzeug auf jeden Fall: Keine Heizung, keine Türen, ein kleiner Patientenraum und mit bis zu 70 km/h auch kein Rennfahrzeug. Dafür aber voll geländegängig.

Und genau auf diese Eigenschaft setzen die DRK-Rettungskräfte im Ahrkreis. „Seit der Entwicklung dieses Fahrzeugkonzeptes arbeiten wir mit dem Hersteller intensiv zusammen“, so DRK-Kreisvorsitzender Achim Haag über das Fahrzeug. Zunächst habe man mit diesem Modell, das ursprünglich als Vorserienerprobungsfahrzeug gebaut wurde, intensive Tests während der Großveranstaltungen am Nürburgring gemacht. Die gewonnenen Erkenntnisse hat der Fahrzeugbauer Seewald + Seewald Fahrzeugtechnik aus dem hessischen Griesheim in die Kleinserienproduktion einfließen lassen. Die aktuelle Baureihe S.A.M II hat nur noch die Abmessungen und die Platzanordnung im Patientenraum mit dem Testfahrzeug gemeinsam. Viele Details sind verbessert und optimiert worden. „Nach zwei Jahren gemeinsamer Praxiserprobung am Nürburgring hat uns Ende des vergangenen Jahres die Firma das Fahrzeug zu sehr guten Konditionen zur Übernahme angeboten“, berichtet Haag weiter. Da man auch in der nächsten Saison bei den Großveranstaltungen das Fahrzeug benötige, habe man sich entschieden, das Angebot anzunehmen. Dass dieses geländegängige Fahrzeug gerade auf den Campingplätzen am Nürburgring ideal ist, hatten auch die für die Großveranstaltungen am Nürburgring Verantwortlichen erkannt. Seit 2012 wird ein zweites Fahrzeug des DRK aus Frankfurt/Main beim 24-Stunden-Rennen und bei Rock am Ring eingesetzt. Aber auch über die Grenzen des Nürburgrings hinaus haben sich die Vorteile des Kompaktrettungsfahrzeugs und dessen Geländetauglichkeit rumgesprochen: Ein Einsatzteam fuhr zum Lausitzring, um dort im Rahmen der Streckensicherung während der Moto-Cross-WM die dortigen Kollegen zu unterstützen. Außerhalb der Nürburgringveranstaltungen ist das Fahrzeug, das von allen Rettungskräften liebevoll nur „S.A.M“ genannt wird, in der Kreisstadt stationiert. Eine ehrenamtliche Einsatzgruppe des DRK-Ortsvereins Bad Neuenahr-Ahrweiler kann dieses Fahrzeug mit speziell für die Geländefahrten geschulten Fahrer besetzen und bei schwierigen Einsätzen die Kollegen vom hauptamtlichen Rettungsdienst unterstützen. So wurde das Fahrzeug beispielsweise bereits mehrfach zu Einsätzen im Bereich Altenahr alarmiert, um etwa einen Epileptiker, der während einer Waldwanderung einen Krampfanfall bekommen hatte, aus dem Gelände zu retten. Auch ein gestürzter Wanderer, dessen Unglücksstelle mit dem regulären Rettungswagen nicht erreichbar war, wurde aus seiner misslichen Situation gerettet und zum Rettungswagen transportiert.

„Die Fahrten in die Krankenhäuser werden nach wie vor mit unseren regulären DRK-Rettungsdienstfahrzeugen durchgeführt. S.A.M dient lediglich als Transferfahrzeug von der Einsatzstelle bis zum nächstmöglichen Anfahrtspunkt der Rettungswagen“, beschreibt Haag das ergänzende DRK-Bevölkerungsschutzkonzept. Den Patienten entstehen durch den Einsatz dieses Spezialfahrzeugs keine Mehrkosten. S.A.M beschleunigt Rettungsaktionen im Gelände und entlastet gleichzeitig das Rettungsdienstpersonal. Im Sommer bei 30 Grad einen etwa 100 Kilo schweren Patienten zwei Kilometer durch den Wald zu tragen ist eine langwierige Aktion und bringt auch erfahrenstes Rettungsdienstpersonal an seine körperlichen Belastungsgrenzen. Mit S.A.M, der oft nur wenige Minuten nach dem Rettungsdienst eintrifft, kann das Rettungsteam auf seinem Fußweg zum Patienten aufgenommen und zur Einsatzstelle gefahren werden. Ist der Patient versorgt, wird er mit der gesamten Notfallausstattung des Rettungsdienstes zum Rettungswagen gefahren.

Das spart im Notfall enorme Zeit und trägt zum Genesungsprozess der Patienten bei. Finanziert wird das Fahrzeug ausschließlich durch das DRK. „Als Durchführungsbeauftragter für den öffentlichen Rettungsdienst und als einzige kreisansässige Sanitätsorganisation für den Bevölkerungsschutz sehen wir uns in besonderem Maße verpflichtet, moderne und effiziente Rettungskonzepte für unsere Mitbürger umzusetzen, die über die staatlichen Vorgaben hinaus gehen“, begründet Haag das DRK-Engagement zum Wohle der Bewohner und Touristen im Landkreis Ahrweiler.

Daniel Blumenberg und Jens Kuhn vom DRK-Ortsverein Bad Neuenahr-Ahrweiler unterstützten mit dem Kompaktrettungsfahrzeug die Kollegen am Lausitzring während der Motocross-WM 2013.privat

Daniel Blumenberg und Jens Kuhn vom DRK-Ortsverein Bad Neuenahr-Ahrweiler unterstützten mit dem Kompaktrettungsfahrzeug die Kollegen am Lausitzring während der Motocross-WM 2013.Foto: privat

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