Jörg Lindner und Kai Richter sichern Bestand des Nürburgrings
Gesellschafter der Nürburgring Automotive GmbH schließen Vergleich mit der insolventen Besitzgesellschaft
Nürburgring. Die Nürburgring Automotive GmbH (NAG) wird nach dem am Dienstag, 27. November notariell beurkundeten Vergleich mit der insolventen Besitzgesellschaft Nürburgring GmbH weiterhin an der Traditionsrennstrecke präsent sein. Nach monatelangen, äußerst schwierigen Verhandlungen wurde am Ring von beiden Seiten ein Vertrag unterschrieben, der die Zukunft am Nürburgring
sichert und die Konflikte der Vergangenheit zwischen Politik und Betreibern beendet.
Im Kern wurde in dem Vergleich mit der Aufrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten die
Rechtsauffassung der NAG-Gesellschafter Jörg Lindner und Kai Richter bestätigt. Sie hatten in der
Vergangenheit stets betont, die vertraglich festgeschriebene Pacht in vollem Umfang bezahlt zu haben. „Mit diesem Vergleich steht nun fest, dass die Kündigung unserer Verträge durch die
Nürburgring GmbH im Auftrag der Landesregierung von Rheinland-Pfalz nicht gerechtfertigt war“, sagt NAG-Geschäftsführer Jörg Lindner.
Die bisherigen Betreiber des Nürburgrings haben in den Jahren 2010 bis 2012 den Umsatz in der
Eifel verdreifacht – von 21 auf 63 Millionen Euro pro Jahr. In diesem Jahr erzielte die NAG einen Millionengewinn, das hatte es zuvor nie gegeben. „Das Ergebnis hätte noch höher ausfallen können, wenn nicht die länger als ein Jahr dauernde Auseinandersetzung mit dem Land allein auf unserer Seite mehr als zwei Millionen Euro an Beratungskosten verursacht hätte“, sagt Kai Richter.
Richter: „Wir bleiben am Ring“
Noch in diesem Jahr bezieht die Nürburgring Automotive GmbH neue Büroräume im Ringboulevard. Kai Richter: „Wir bleiben am Ring und werden unsere geschäftlichen Aufgaben auch in Zukunft hier wahrnehmen.“ Dazu gehört nicht nur das Management der Lindner Hotels, des Feriendorfes und des Gastronomiedorfes Grüne Hölle, sondern vor allem die Ausrichtung der Formel 1 im Jahr 2013. „Es kommt jetzt darauf an, dass wir die unterbrochenen Verhandlungen mit Formel-1-Chef Bernie Ecclestone erfolgreich zum Abschluss bringen“, sagt NAG-Geschäftsführer Jörg Lindner. In dem Vergleich ist geregelt, dass die NAG oder eine ihr verbundene Gesellschaft exklusiv im nächsten Jahr die Formel 1 auf dem Nürburgring ausrichten kann. Dafür stellt die neue Nürburgring Betriebsgesellschaft (NBG) der NAG den gesamten Nürburgring sowie Personal für die gesamte Veranstaltungszeit von ca. zwei Wochen zur Verfügung.
In dem Vergleich wurde zudem vereinbart, dass die NAG über einen sogenannten Interimsvertrag
Managementaufgaben leistet, bis ein neuer Eigentümer des Nürburgring-Komplexes gefunden ist.
Die bisherige operative NAG-Geschäftsführung wird der Nürburgring Betriebsgesellschaft zur
Verfügung gestellt, um das Tagesgeschäft zu gewährleisten. Darüber hinaus haben alle Mitarbeiter der NAG das Recht, dem Betriebsübergang zur neuen Betriebsgesellschaft zu widersprechen. Die NAG würde ihre Beschäftigten dann gegen Erstattung der Personalkosten an die NBG ausleihen.
Mit dem jetzt geschlossenen Vergleich ermöglichen die NAG-Gesellschafter Jörg Lindner und Kai Richter den Insolvenzverwaltern die Einleitung des von der EU geforderten Verkaufs des Nürburgrings. Die NAG wird sich in dem Ausschreibungsverfahren um den Nürburgring bewerben.
Pressemitteilung
Nürburgring Automotive GmbH
