Politik | 27.01.2014

„Wir sind Nürburgring“

„Längster Autokorso Deutschlands“

 Mit Spruchbändern und Tafeln machten die Demonstranten auf die Situation aufmerksam. R. Schäfges

Mendig. Am vergangenen Sonntag ist es, nach der bereits vor Weihnachten erfolgreichen Veranstaltung am Nürburgring, bei welcher jedoch trotz vieler Einladungen kaum Politiker anwesend waren, zu einem freundlichen und sachlichen aufeinander Treffen zwischen der Initiative „Wir sind Nürburgring“ sowie der Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz Malu Dreyer in Mendig gekommen.

Die Interessengemeinschaft um die VLN-Rennfahrer Christian Menzel und Sabine Schmitz, welche u.a. die öffentliche Erhaltung des Nürburgring fordert, riefen zuvor u.a. via Facebook zum „längsten Autokorso Deutschlands“ auf. Nach eigener Schätzung erschienen auf der Tour zwischen Neuwied-Feldkirchen und Mendig ca. 300 Fahrzeuge von Motorsportfans und Freunde des Nürburgrings. Viele davon natürlich in obligatorischen Renndesigns oder zumindest mit Nürburgring Symbolik auf dem Auto.

Bereits in der Aula des Landesheimes für Blinde und Sehbehinderte beim öffentlichen Bürgerempfang der SPD in Neuwied versprach Dreyer in Ihrem Vortrag „Starke Kommunen für ein gerechtes Land“ sich in Mendig einige Minuten Zeit für die Interessen der Nürburgring-Freunde nehmen zu wollen.

Vor ca. 1000 Leuten auf dem Platz an der Maria-Laach-Halle fuhr dann gegen kurz vor 16 Uhr ein dunkler BMW der Landesregierung vor. Die offenbar gut aufgelegte Ministerpräsidentin hielt Wort und erschien sofort auf dem zur Bühne umgewandelten LKW der Prostest-Initiatoren.

Auf die Forderung der Veranstalter „lasst den Nürburgring in öffentlicher Hand“ erklärte die SPD-Politikerin das wegen des EU-Beihilfeverfahren die politischen Möglichkeiten der Landesregierung sehr stark eingeschränkt seien und das daher das Land kein Geld mehr an den Nürburgring geben dürfte: „So leid es mir tut!“, wie sie betont. Nur deswegen, so Dreyer, sei der Ring erst insolvent gegangen. Auch weil die Landesregierung nicht mehr berechtigt sei Investitionen zu tätigen, dürfe das Land den Ring nicht mehr erwerben.

Nur einmal wurde die Stimmung kurz aggressiver als Dreyer erklärte, das der ADAC das Beihilfeverfahren angestossen hätte. Der ehemalige Opel-DTM-Pilot und heutige Porsche Spezialist Menzel korrigierte Dreyer: Nicht der ADAC habe das Beihilfeverfahren bei der EU ausgelöst, sondern Wirtschaftsministerin Eveline Lemke.

Trotzdem betonte die Nachfolgerin von Kurt Beck das ihre Regierung ein großes Interesse daran hätte den Ring zu erhalten und dass die Welt positiv auf den Ring beziehungsweise die Region schauen würde. Angesprochen auf das Nürburgring-Schutz-Gesetz erklärte sie, dass dies die einzige Option der Landesregierung gewesen sei, eine öffentliche Nutzung der Rennstrecke sicherzustellen.

Die Ministerpräsidentin betonte, dass es bei ihrem Regierungsantritt kein gutes Verhältnis zu Brüssel gegeben hätte: „Einer meiner ersten Aufgaben war es, einen guten Draht herzustellen. Die EU-Kommission hat verstanden, dass es sich hier nicht nur um eine Rennstrecke, sondern um ein wichtiges Kulturgut handelt“ so Dreyer welche im Nachsatz betonte: „Ich kann es nicht verändern. Aber Sie können uns glauben. Wir kämpfen um den Ring.“ Trotzdem betonte sie, dass man der Realität ins Auge schauen müsste.

Positiv ist, dass bereits vor der Veranstaltung ein Treffen zwischen der Landesregierung sowie einer Delegation zum Austausch von Ideen und Gedanken am Freitag in der Staatskanzlei vereinbart wurde. Zum Abschluss erklärte sie, dass das im Zusammenhang mit der Zukunft des Nürburgrings häufig zitierte Wort „Alternativlos“ nach ihrer Meinung „kein gutes Wort“ sei. „Wir müssen uns mit den Rahmenbedingungen auseinandersetzen“, appellierte sie an die besorgten Freunde und Fans des Nürburgrings: „Wir bohren nach.“

Verabschiedet zum Neujahrsempfang wurde sie von der Masse dann mit dem Slogan der Gruppe: „Die Regierung hat´s verbockt, der Nürburgring wird jetzt verzockt. Der Ring für die Region. Zurück mit den Millionen.“ R. Schäfges

Vor der Maria-Laach-Halle in Mendig trafen sich viele, um mit den Politikern zu diskutieren.

Vor der Maria-Laach-Halle in Mendig trafen sich viele, um mit den Politikern zu diskutieren.

Mit Spruchbändern und Tafeln machten die Demonstranten auf die Situation aufmerksam. Fotos: R. Schäfges

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Kommentare
27.01.201417:35 Uhr
Heike Schomisch

Hallo R.Schäfges,

ich kann es mir nicht verkneifen und möchte etwas korrigieren.

Die Regierung hat's verbockt.....ist der korrekte Wortlaut. ;-)
Es hört sich sonst nicht gut an.

Mit freundlichem Gruß an Sie, Heike Schomisch

27.01.201417:08 Uhr
Uwe Oeynhausen

NA, DAS üben wir aber nochmal:

Die Regierung hat's verbockt - jetzt wird der Ring verzockt!

Der Ring für die Region - zurück mit den Millionen!

Viele Grüsse von WIR SIND NÜRBURGRING und DANKE für die Aufmerksamkeit in Form von GUTEN Berichten seit Anbeginn!

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