Allgemeine Berichte | 17.05.2026, 08:54 Uhr

Traditionelles Maibaumaufstellen

Maibaumaufstellen in Reifferscheid – Junggesellen leben Brauchtum

Ein stolzer Baum, rund 37 m hoch, mit geschmückter Krone in blau und weiß.
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Reifferscheid. Das Maibaumaufstellen ist ein beliebter regionaler Brauch, wird vielerorts gerne von den örtlichen Junggesellenvereinen gepflegt, so auch in Reifferscheid.

28 Mitglieder hat der Junggesellenverein Reifferscheid, es sind nur unverheiratete Männer zugelassen.

Sie errichten zum Feiertag einen hohen Baum mit festlich geschmückter Krone, Höhen von weit über dreißig Meter sind durchaus üblich, die Krone wird zur Sicherheit fachmännisch festgeschraubt.

Farbige Bänder in den Traditionsfarben der Höhengemeinde, Blau und Weiß, flattern im Wind. Der Maibaum ist von weitem sichtbar.

Der Baum wird in altbewährter Weise errichtet, mit den so genannten „Micken“, lange Holzstangen, die an der Spitze paarweise durch Stricke verbunden sind, sie nehmen den Baumstamm auf, so dass er zentimetergenau in der gewünschten Riochtng bewegt werden kann. Das ist schwere Arbeit, die auch sehr sorgfältig duchgeführt werden muss.

Allein der Transport des Baumes setzt bereits Erfahrung und Umsicht voraus. Frühmorgens wurde der bereits zu Sylvester geschlagene und zwischengelagerte Baum unter Beachtung sämtlicher Vorschriften auf einem Langholzwagen aus dem Bereich Leimbach nach Reifferscheid transportiert. Zur Stärkung gab‘ s ein Frühstück in Adenau, dann ging es über Honerath nach Reifferscheid, zum Platz unterhalb der Kirche. Zum Brauch gehört, dass die Junggesellen vor Reifferscheid auf den liegenden Baum aufsteigen steigen und in den Ort „reiten“. Hierbei erschallen typische Lieder, die Bevölkerung weiß dann, dass der Baum angekommen ist.

Mit reiner Muskelkraft wird der in einen Schacht eingelassene Baum dann mittels der Micken Stück für Stück in die endgültige Position gebracht, zum Schluß zur Sicherheit mit Hölzern massiv verkeilt, so dass er sicher steht. Mehrere Mickenpaare werden dabei höhenunterschiedlich eingesetzt, ein so genannter „Brülles“ gibt in scharfem Kommandoton die Bewegungsrichtung vor, wie es sich gehört „op Reiwesch Platt“. Zahlreiche Schaulustige verfolgen gespannt das Geschehen.

Herzlicher Beifall, als alles geschafft war. Die Teilnehmer sangen nach den Aufräumarbeiten Traditionslieder zu Akkordeonmusik, erst jetzt darf das erste kühle Bier getrunken werden.

Im weiteren Verlauf werden jeweils die „Frischlinge“ getauft, das sind Bewerber, die gerne zum Kreis der Junggesellen gehören möchten. Sie müssen allerlei Prozeduren über sich ergehen lassen, unter lautstarken Zurufen der Zuschauer. Wenn sie alles gut überstanden haben, sind sie Mitglieder mit allen Rechten und Pflichten und machen bei den weiteren Aktionen des Junggesellenvereins mit. Man ist stolz darauf Mitglied zu sein, die Junggesellen sind ein nicht weg zu denkender Bestandteil des örtlichen Lebens, an manchen Aktionen ehrenamtlich beteiligt und gut gelitten.

Bereits seit 1913 besteht der Verein, ist stolz auf seine gelebten Traditionen, derzeit ist Markus Retterath Präsident im achtköpfigen Vorstand, sein Stellvertreter ist Yann Schaefer.“

Gruppenbild nach der Errichtung des Maibaums, mit Pfarrer i.R. Michael Schaefer.

Gruppenbild nach der Errichtung des Maibaums, mit Pfarrer i.R. Michael Schaefer. Foto: Werner Dreschers

Prozedur zur Aufnahme eines „Frischen“, da geht es ordentlich zur Sache, der Bewerber ist mit Rasierschaum besprüht.

Prozedur zur Aufnahme eines „Frischen“, da geht es ordentlich zur Sache, der Bewerber ist mit Rasierschaum besprüht. Foto: Werner Dreschers

Ein paar Eimer kaltes Wasser aus dem Brunnen gehören dazu ...

Ein paar Eimer kaltes Wasser aus dem Brunnen gehören dazu ... Foto: Werner Dreschers

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Maibaumaufstellen in Reifferscheid – Junggesellen leben Brauchtum
Junggesellen und Zuschauer verfolgen das Aufnahmeritual

Foto: Werner Dreschers

Maibaumaufstellen in Reifferscheid – Junggesellen leben Brauchtum
Geschafft - Jetzt erklingen muntere Lieder

Foto: Werner Dreschers

Maibaumaufstellen in Reifferscheid – Junggesellen leben Brauchtum
Es gehört viel Erfahrung dazu den Baum mittels der Mickenpaare zu positionieren

Foto: Werner Dreschers

Maibaumaufstellen in Reifferscheid – Junggesellen leben Brauchtum
Maibaumaufstellen in Reifferscheid – Junggesellen leben Brauchtum
Maibaumaufstellen in Reifferscheid – Junggesellen leben Brauchtum

Ein stolzer Baum, rund 37 m hoch, mit geschmückter Krone in blau und weiß. Foto: Werner Dreschers

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