Soziale Hilfe vor Ort
Markt für Leib und Seele wählte neuen Vorstand
aus Müsch
Adenau. In der kürzlich stattgefundenen Jahreshauptversammlung des Marktes für Leib und Seele e.V. („Markt“) dankte die 1. Vorsitzende Christa Terzer-Rösner in ihrer Begrüßung allen Mitgliedern, allen, die sich für die Ziele des gemeinnützigen Vereins einsetzen, sehr herzlich. Die Respektanz des Vereins ist sehr hoch, der Markt hat sich seit vielen Jahren erfolgreich etabliert, sein segensreiches Arbeiten ist fest verankert im Bewusstsein der Bevölkerung, stellt eine wertvolle Hilfe dar. Immer wieder sind Menschen zu Spenden bereit, weil sie von der Bedeutung des Marktes überzeugt sind. Bei der diesjährigen Veranstaltung „Anlassen am Ring“ wurde die Kollekte im ökumenischen Gottesdienst erneut zur Hälfte für den Widmungszweck des Vereins gespendet. Auch die Pfandflaschensammlung erbringt beachtliche Erträge. Eine Aktion soll wieder am 9. September anlässlich der Veranstaltung „Rock am Ring“ erfolgen.
Mit einem Tag der offenen Tür hatte „Markt für Leib und Seele“ auf sein Anliegen aufmerksam gemacht, die soziale Komponente herausgestellt. Mit großem Erfolg, Die Menschen sind überzeugt, dass es richtig ist für die Bedürftigen zu spenden. Die Präsenz des „Marktes“ beim Heimatfest war deutlich, zahlreiche interessierte Fragen wurden beantwortet, mit „Give-aways“ blieb der Besuch am Stand in Erinnerung. Es soll geprüft werden, ob Werbeaktionen in Form von bunt bemalten umweltfreundlichen Einkaufstüten die Präsenz weiter stärken könnten.
Die 1. Vorsitzende nutzte im Berichtszeitraum die Möglichkeit den Verein nochmals gezielt in der Ortsbürgermeister-Dienstbesprechung vorzustellen. Auch öffentliche Lebensmittelsammlungen vor den Supermärkten sind erfolgreich, ermöglicht durch Firmlinge und zahlreiche Helferinnen und Helfer aus den Vereinen. Die Schulen machen engagiert mit, ein Spendenlauf hat sich mehrfach bewährt. Gut bestückt wird der ständige Einkaufskorb zugunsten der Bedürftigen im Edeka-Markt. Mancher Kunde kauft wie bei den saisonalen Lebensmittelsammlungen ein paar Teile mehr, um sie in den Korb zu legen, der regelmäßig geleert wird.
Herzlicher Dank galt ebenfalls allen Unternehmen, die sich einbringen, es sind teils erhebliche Beträge in Form von Lebensmittel-Sachspenden, die den Bedürftigen, „Kunden“ genannt, zufließen.
Regelmäßige Privatinitiativen, etwa in Form von Weihnachtstüten, haben sich dankenswerterweise etabliert, etwa die von Dr. Jens Böhle und seiner Familie. Spenden aus Festen, Begräbnissen, von Vereinen, etwa dem Generationentreff, tragen dankenswerterweise ebenfalls wirkungsvoll zum guten Ergebnis bei. Auch ein Kochbuch, dass der Verein kürzlich aufgelegt hat, soll für den guten Zweck verkauft werden.
Parallel zur Arbeit des „Marktes“ hat sich die Arbeit der „Lebensmittelretter“ etabliert, die im Atrium der Kirche St Johannes d.T. samstags Lebensmittel an jedermann verteilt; es sind dies Waren, die einwandfrei sind, aber bis zur Ausgabe mittwochs nicht mehr frisch genug wären. Aus versicherungsrechtlichen Gründen werden die Helfer Mitglieder im „Markt“.
Vorstand und Kassenwartin wurden nach Vortrag der Berichte und des Kassenberichtes der beiden Kassenprüfer Ursula Sand und Martin Funke einstimmig entlastet.
Für die verstorbene 2. Vorsitzende Ria Braun, der mit einer Schweigeminute gedacht wurde, wurde Rolf Dung einstimmig zum Nachfolger gewählt. Der Einsatz von Ria Braun wurde posthum besonders gewürdigt, sie hat den „Markt“ entscheidend mitgeprägt. Den Part Schriftführung übernimmt bis zur nächsten Wahl die 1. Vorsitzende in Personalunion. Ihr galt besonderer Dank, weil sie zeitweise die Arbeit der 2. Vorsitzenden mit übernommen hatte. Unverändert bleibt Petra Goeden Kassenwartin des Vereins.
Es folgten Vereinsinterna, die Jahresversammlung schloss mit der allseitigen Bekundung weiterhin alles zu tun, damit die soziale Arbeit auch zukünftig so erfolgreich wie bisher ausgeübt werden kann. Der Verein hat ein Kochbuch aufgelegt hat, er wird es als eine schöne Idee für zusätzlichen Spendenertrag bewerben. Der „Markt für Leib und Seele“ unterstützt Bedürftige mit einwandfreien haltbaren Lebensmitteln, die er von Einzelhandelsbetrieben und Discountern, von Bäckereien und Drogeriemärkten unentgeltlich zur Weitergabe erhält. Er leistet damit einen wichtigen Beitrag im sozialen Sektor. Rund 200 Menschen nehmen derzeit die Hilfe an, unter ihnen fast 80 Kinder. Während die Anzahl der Menschen mit Migrationshintergrund stagniert, bzw. gar rückläufig ist, rekrutiert sich die Mehrzahl jetzt aus einheimischer Bevölkerung, tendenziell steigt die Zahl alter Menschen, die durch Preissteigerungen oder Einzelschicksale nicht mehr mit ihrer Rente auskommen. „Da ist jede Hilfe willkommen“, danken die Kunden, so werden die Empfänger intern wertschätzend genannt. Die Zahl tatsächlich Betroffener liegt deutlich über der gemeldeten Zahl; viele Menschen scheuen sich Hilfe anzunehmen. Das muss aber nicht sein, jeder Mensch kann unverschuldet durch unvorhergesehene Ereignisse in eine Notlage geraten und auf Hilfe angewiesen sein. Die Zahl prekärer Arbeitsverhältnisse nimmt zu, die Folgen machen sich im Alter bemerkbar. Es besteht selbstverständlich Schweigepflicht über die Identität der Empfänger. Wer Menschen kennt, die entsprechende Hilfe brauchen könnten, möge diese ermutigen sich nach der Hilfsmöglichkeit zu erkundigen.
Text und Fotos: Werner Dreschers
