Allgemeine Berichte | 19.03.2015

Förderverein St. Josef Krankenhaus Adenau lud zum Aufklärungsgespräch

Moderne Technik soll Notärzte unterstützen

Vertreter von Förderverein, Krankenhaus und DRK stellen die technischen Geräte vor.

Adenau. Zu einem Aufklärungsgespräch der Arbeitsgruppe „Unser Notarzt“, bestehend aus Medizinern, Vertretern des DRK, des Krankenhauses und der Politik, hatte der Förderverein St. Josef Krankenhaus Adenau e.V. eingeladen. Der Förderverein ist seit zwei Jahrzehnten aktiv für die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum, in dem Fall Hocheifel und AhrEifel, also die Verbandsgemeinden Adenau und Altenahr. Womit natürlich auch die notärztliche Versorgung in diesen Gebieten verbunden ist. Und die liegt im Argen, wie Dr. Martin Schiffarth Notfallmediziner im Krankenhaus Adenau, kundtat. Der Weggang von Notärzten, Schwierigkeiten bei der Nachbesetzung, eine unzureichende Standortfinanzierung und verlängerte Ausbildungswege bis zum Erreichen der Notarzt-Qualifikation sind nur einige der Gründe, dass der Notarzt-Standort Adenau bis zu 50 Prozent im Monat abgemeldet ist und die Notärzte aus den Nachbarstandorten wie Mayen, Bad Neuenahr oder Daun zu hiesigen Unfällen ausrücken müssen. Also ist die notärztliche Versorgung im hiesigen Raum in keinem Fall sichergestellt. Vom Handel mit teuer eingekauften Ärzten ohne regionalen Bezug und Ortskenntnisse hält Bernd Schiffarth gar nichts. Das liegt auch daran, dass die Fahrstrecken zum Einsatzort extrem weit sind und deshalb schon heute die vorgeschriebenen Notfallzeiten gar nicht eingehalten werden können. Für die betroffenen Verletzten und Patienten ist es aber besonders wichtig, dass sie auf dem Weg zum nächsten geeigneten Krankenhaus von gut ausgebildeten Notärzten und Rettungskräften begleitet und auf die Weiterbehandlung im Krankenhaus vorbereitet werden. Im Besonderen gilt das bei Notfällen von Kindern und bei den zahlreichen Schwerverletzten im Umfeld des Nürburgringes. An der technischen Ausstattung beteiligt sich der Förderverein natürlich auch; dazu gehört auch, dass die verschiedenen Notfallstandards aufgerufen werden können und so kann der Notarzt bei der Hinfahrt zur Unfallstelle sich über die verschiedenen Verletzungen kundig machen. Für das Personal wird der ärztliche Leiter Simulationstechnik, Ausbildung durch Instruktoren sowie entsprechende Kursformate am Standort entwickeln und betreuen. In das Projekt „Unser Notarzt“ sind Rettungsassistenten, Medizinstudenten und Ehrenamtliche eingebunden und natürlich dürfen auch die regionalen und überregionalen Förderer nicht fehlen. „Es könnten künftig auch Allgemeinmediziner ein notfallmedizinisches Training erhalten“, gab Dr. Martin Schiffarth bekannt. Bei Schulbesuchen, hier hat man schon gute Erfahrungen gemacht, will man auch künftig sowohl für Feuerwehr und Rettungsdienst als auch für notfallmedizinische Berufe werben. Der Kaufmännische Direktor Alfred Pitzen ließ Zahlen sprechen. Im Moment haben wir mit Dr. Martin Schiffarth vier Kollegen, die Einsätze im Rettungsdienst haben, optimal wären 5,2. Dies würde uns aber plus Schulung 520.000 Euro kosten. Die selbst organisierte Hilfe zur Selbsthilfe, die auf ehrenamtliches Engagement und Spendenbereitschaft angewiesen ist und auf lokale Vernetzung setzt, kostet uns „nur“ 80.000 bis 100.000 Euro. Das Schönste für einen Notarzt sind aber die Worte, die ein geretteter Patienten sagte: „Ohne die sofortige Hilfe durch den Notarzt aus Adenau wäre ich jetzt tot. Danke für die zweite Chance. Undenkbar, wenn kein Notarzt sofort verfügbar gewesen wäre“.

Dr. Martin Schiffarth erklärt das iPad.SES

Dr. Martin Schiffarth erklärt das iPad.Fotos: SES

Vertreter von Förderverein, Krankenhaus und DRK stellen die technischen Geräte vor.

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