Möglichkeiten der Integration am Beispiel des DRK anschaulich dargestellt
Mitarbeiter des DRK-Kreisverbands Ahrweiler nahmen an internationalem Integrationskongress teil
Kreis Ahrweiler. An einem internationalen Integrationskongress im bosnischen Sanski Most nahmen kürzlich Werner Borchert, Leiter des Auslandshilfeteams des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Ahrkreis und als Übersetzerin Dijana Gilges, Auszubildende zur Rettungsassistentin im DRK, teil. Vertreter von Interessenverbänden für Menschen mit Handicap aus den Staaten des ehemaligen Jugoslawien diskutierten eine Woche lang die Möglichkeiten der Integration von Behinderten in den Balkanstaaten. Borchert stellte in seinem Vortrag die gesellschaftlichen und gesetzlichen Grundlagen zur Integration von Menschen mit Handicap am Beispiel verschiedenster Projekte des DRK im Ahrkreis und in Rheinland-Pfalz dar. Im Kreis Ahrweiler betreibt das DRK einen Fahrservice für Behinderte. Rollstuhlfahrer können problemlos mit ihrem notwendigen Hilfsmittel in dem Spezialfahrzeug fachgerecht gesichert und transportiert werden. Der Fahrservice sorgt für Mobilität und trägt damit zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben bei. Ergänzend bietet das DRK im Ahrkreis mit seinem sozialen Service verschiedenste Dienstleitungen, wie etwa Hilfe bei der Körperpflege oder unterstützende Dienste im Haushalt, an. Durch diese Serviceleistungen kann ein weitestgehend eigenständiges Leben im eigenen Zuhause geführt werden. In Rheinland-Pfalz betreibt der DRK-Landesverband an den Standorten Bitburg und Worms Berufsbildungswerke für Behinderte. In Bernkastel-Kues unterhält das DRK eine Werkstatt für Behinderte. Rund 1.250 Menschen mit Handicap wird in diesen Einrichtungen eine berufliche und gesellschaftliche Perspektive geboten. Ergänzt werden die Leistungen durch behindertengerechte Wohnheime und betreutes Wohnen an verschiedensten Standorten in Rheinland-Pfalz.
Die aus Bosnien-Herzegowina stammende DRK-Auszubildende Dijana Gilges begleitete Borchert als Übersetzerin. In Vertretung des terminlich verhinderten Stefan Möller, Geschäftsführer der Lebenshilfe Kreisvereinigung Ahrweiler e.V., stellte Gilges in einem weiteren Vortrag die Arbeit der Lebenshilfe vor. Bevor Gilges mit ihrer Ausbildung beim DRK begann, hatte sie bei der Lebenshilfe als Betreuungskraft gearbeitet. Die Vorträge der deutschen Gäste und die bei in Deutshcland vorhandenen Möglichkeiten stießen bei den Teilnehmern aus dem Balkan auf großes Interesse. In den Staaten des ehemaligen Jugoslawien befinden sich staatliche Hilfs- und Unterstützungsangebote für Behinderte, falls überhaupt vorhanden, oft noch in der Anfangsphase. Hilfen für Interessenverbände und Hilfsvereinigungen sind oft vom Wohlwollen der Politik abhängig. Seit 2004 unterhält die Lebenshilfe Kreisvereinigung Ahrweiler e. V. eine Partnerschaft mit dem Selbsthilfeverein „Radosti Druzenja“ für Menschen mit geistiger Behinderung in Bihac, Bosnien-Herzegowina. Im März 2010 unterstützte das DRK die Lebenshilfe bei der Transportlogistik einer Zahnarztpraxis, mit der im städtischen Krankenhaus Bihac nun auch Mitglieder des Selbsthilfevereins behandelt werden können. Seit diesem gemeinsamen Hilfseinsatz organisiert das DRK pro Jahr zwei Hilfsgütertransporte nach Bihac, um dort die Partnerorganisation vom Roten Kreuz, den Selbsthilfeverein und das städtische Krankenhaus mit dringend benötigten Hilfsgütern zu beliefern. Das jahrelange Engagement der beiden Organisationen aus dem Ahrkreis begründet auch die Einladung zum internationalen Integrationskongress.
Die Arbeit des DRK in Rheinland-Pfalz für Menschen mit Handicap stieß während eines internationalen Kongresses auf großes Interesse. Werner Borchert (l.) stand den bosnischen Medien Rede und Antwort.
Werner Borchert, Leiter des Auslandshilfeteams des DRK im Ahrkreis (l.) und Übersetzerin Dijana Gilges, Auszubildende zur Rettungsassistentin im DRK, stellten während eines internationalen Integrationskongresses die Arbeit des Roten Kreuzes in Rheinland-Pfalz für Menschen mit Handicap dar. Fotos: privat
