Politik | 10.11.2014

Offener Brief der Initiative „Wir sind Nürburgring“ an Ministerpräsidentin Malu Dreyer

Nürburgring gehört in die öffentliche Hand

 Nürburgring aus der Luft 2008 Foto: Tobias1983/Wikicommons

Sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin, wir nehmen Bezug auf das zwischen Ihnen, Clemens Hoch, Kai Hofmann und „Wir sind Nürburgring“ am 31.01.2014 in der Staatskanzlei zur Situation des Nürburgrings geführte, ausführliche Gespräch. Herzlichen Dank auch für Ihre Schreiben vom 14. Februar und 26. Mai 2014 zum Thema.

Unser Engagement für eine nachhaltige Zukunft des Nürburgrings sehen wir als notwendig und überlebenswichtig für die Region an. Aus diesem Grund begleiten wir mit sachlich-kritischem Blick den Fortgang der Ereignisse. Mit Bedauern müssen wir täglich registrieren, dass Sie alle unsere Hinweise und Warnungen, aber auch unsere Vorschläge ignoriert haben. Wie vorhergesagt, zieht der prognostizierte „Bumerang“ auch täglich seine Kreise zwischen unserer Region und Mainz. Die Einschläge hinterlassen in der Eifel und in der Landesregierung nicht übersehbare Schäden.

Es geht für die Region nicht um eine politisch passende Lösung, Frau Dreyer. Der Verkaufsversuch war und ist ein Fehler. Ein Nürburgring gehört in die öffentliche, neutrale Hand oder in eine Stiftung. Er ist für die Region vom Steuerzahler geschaffen und finanziert worden. Es geht um eine nachhaltige Lösung: Um die Zukunft unserer Kinder, Menschen, Gewerbetreibenden und Unternehmer, aber auch für den Motorsport mit vielen Tausenden Mitarbeitern und Aktiven sicherzustellen! Die Welt lacht schon über die Geschehnisse am Nürburgring und das desolate Krisenhandling von Rheinland-Pfalz, Frau Dreyer!

Wir möchten in diesem Zusammenhang an Ihre diesbezügliche Zusicherung erinnern, bei einem Scheitern des Verkaufsverfahrens den Nürburgring neu auszuschreiben und gemeinsam mit „Wir sind Nürburgring“ mögliche Zukunfts-Szenarien für den Ring und die Region erneut zu diskutieren. Aufgrund der beunruhigenden Entwicklung und der alarmierenden Nachrichten der letzten Wochen und Monate befürchten wir, dass der „point of no return“ nun erreicht ist.

Wir fordern Sie daher auf - im Interesse der Menschen und der wirtschaftlichen Entwicklung der Region - die ausgesetzten Gespräche wieder aufzunehmen. Zwecks Fortsetzung des Dialogs schlagen hierzu ein Treffen am 3. November, alternativ am 10. November oder am 17. November um 18 Uhr im Hotel am Tiergarten in 53520 Nürburg, Kirchweg 4, vor. Wir bitten um eine kurze Terminbestätigung. Alternativ sind wir gerne bereit, nach Mainz zu kommen.

Mit freundlichen Grüßen

Initiative „Wir sind Nürburgring“

Werner Lenhard

Nürburgring aus der Luft 2008 Foto: Tobias1983/Wikicommons

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Kommentare
11.11.201413:06 Uhr
Frank Lewerenz

Der Nürburgring ist ein Teil des nationalen und des globalen Kultur-Erbes. Dieses darf nicht privatisiert werden. Mit öffentlichen Mitteln erstellt bedeutet, er gehört uns allen.

11.11.201408:48 Uhr
Michael Kühler

Dem kann ich mich nur anschließen: eine "Privatisierung" des Nürburgrings ist der absolut falsche Weg.

10.11.201414:41 Uhr
Heinz Hermann

Ich kann mich allem, was in diesem Leserbrief gesagt wurde, nur anschließen. Der Nürburg ist ein allgemeines Kulturgut und gehört in die Hände der Allgemeinheit

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