Sicher in die Saison 2013
Segelflieger üben mentales Training
Wershofen. Im Winter ruht im Allgemeinen in den meisten deutschen Vereinen der Flugbetrieb, da die Wetterbedingungen und die Thermik nicht so günstig sind. Diese Zeit wird in Wershofen dazu genutzt, die Flugzeuge zu warten sowie die Piloten aus- bzw. weiter zu bilden. Schon oft wurden auch Sicherheitsseminare auch in Kooperation mit den Nachbarvereinen angeboten.
In diesem Winter hatte die Vereinsführung der Segelfluggruppe Wershofen einen etwas anderen Weg beschritten: Erstmals wurde ein ganztägiges Flugsicherheitsseminar für alle aktiven Piloten durchgeführt. Dazu hat der Verein das Dorfgemeinschaftshaus in Wershofen angemietet. Mit 56 von 74 aktiven Piloten folgten 75 Prozent der aktiven Mitglieder der Einladung. Zusätzlich nahmen vier Fluglehrer von rheinlandpfälzischen Nachbarvereinen als „Multiplikatoren“ an dem Seminar teil, um ähnliche Seminare auch in ihren Vereinen durchführen zu können.
Der Vorstand der Segelfluggruppe ist froh, dass er Mario Wichmann, der auf der Dahlemer Binz beim FSV Bergisch Land Segelflug und Motorsegler betreibt, als Referenten gewinnen konnte. Wichmann hat als Vizepräsident des Aero-Clubs NRW ein landesweites Projekt zur Sicherheitskultur in Vereinen und im Verband ins Leben gerufen. Zentrales Element sind Tagesseminare in den Vereinen.
Ziel dieser Veranstaltungen ist, die seit einigen Jahren stagnierenden Unfallzahlen weiter zu senken. In Annäherung des Safety Management System (SMS) in der kommerziellen Luftfahrt, soll auch in der Sportfliegerei eine systematische Fehleranalyse Unfallrisiken bewusst machen. Beginnend mit dem Ausräumen, Startaufbau, Flugzeugcheck und dem persönlichen Check soll ein System von bewusstem Handeln erreicht werden. Mit mentalem Training soll jeder Pilot so oft wie möglich sich die unterschiedlichsten Flugabschnitte vor Augen führen, um so die Routine zu steigern. Vor dem Start ist es auch wichtig, dass der Pilot sich in Ruhe auf den bevorstehenden Flug vorbereitet und sich jeden Startabschnitt und jedes Detail ebenso wie eine mögliche Startunterbrechung mit entsprechenden Reaktionen in Gedanken vorstellt.
Um 10 Uhr startete das Seminar mit einem Theorieteil, um danach in Arbeitsgruppen unterschiedliche Aufgaben zu lösen. Die Besprechung dieser Aufgaben und die Schlussfolgerungen daraus bildeten den Abschluss des Tages. Als das Schlusswort gesprochen wurde, stellten die Teilnehmer überrascht fest, dass mehr als acht Stunden vergangen waren.
