Lokalsport | 05.06.2015

Finale des Bitburger-Rheinlandpokals in Polch

SpVgg zeigt auch in der Niederlage Größe

Burgbrohl unterliegt im Endspiel um den Rheinlandpokal dem FSV Salmrohr nach Elfmeterschießen mit 4:6

Niedergeschlagenheit pur: Die Spieler der SpVgg Burgbrohl können es nicht fassen.

Polch. Es hat nicht sollen sein: Fußball-Oberligist SpVgg Burgbrohl hat den Einzug in die erste Runde um den DFB-Pokal und damit den größten Erfolg der Vereinsgeschichte nur denkbar knapp verpasst. Im Finale um den Bitburger-Rheinlandpokal unterlag die Mannschaft von Trainer Klaus Adams dem leicht favorisierten Klassenkonkurrenten FSV Salmrohr nach dramatischem Spielverlauf mit 4:6 (1:1, 1:1, 1:1) nach Elfmeterschießen. 2061 Zuschauer im Leo-Schönberg-Stadion von Polch waren Augenzeuge eines nicht immer hochklassigen, aber stets spannenden Finales gewesen. Spieler, Trainer und Verantwortliche der SpVgg Burgbrohl bewiesen aber trotz der unglücklichen Niederlage Größe, was dem Verein sicherlich viele Sympathien beschert haben dürfte. Dem Ex-Zweitligisten FSV Salmrohr, dem vor einem Jahr noch die Insolvenz drohte, winken nun 130.000 Euro an Fernsehgeldern, der unterlegene Finalist aus dem Brohltal muss sich mit 5.000 Euro begnügen.

Es war schon ein bizarres Bild, das sich den Zuschauern in Polch nach dem Ende der Begegnung bot. Die Spieler des FSV Salmrohr sangen und tanzten in der einen Hälfte und begruben Torhüter Daniel Ternes, der mit einem gehaltenen Elfmeter zum Pokalhelden mutierte, fast unter sich. Nur zehn Meter weiter um den Mittelkreis herum saßen und lagen die unterlegenen Burgbrohler, vergruben ihre Gesichter in ihren Trikots, rauften sich die Haare, vergossen Tränen der Enttäuschung und ließen sich von ihren Frauen und Freundinnen trösten, obwohl sie nahezu untröstlich waren. Vor allem natürlich der erst 19-jährige Spieler Julius Fohr, der eine glänzende Saison gespielt und auch im Finale eine überragende Leistung abgeliefert hatte - und dem prompt im Elfmeterschießen als einzigem Spieler die Nerven versagten - und das als erster Burgbrohler Schütze.

SpVgg-Mittelfeldspieler Tobias Wirtz, der in der regulären Spielzeit nach 32 Minuten den Führungstreffer der Salmrohrer durch Timo Heinz (8.) egalisiert hatte, fand dennoch schnell seine Worte wieder: „Jeder von uns weiß, wie ein Elfmeterschießen enden kann. So etwas lässt sich auch nicht trainieren. Es ist schon sehr bitter“, gab Tobias Wirtz zu Protokoll. „Unter dem Strich haben wir eine Riesensaison gespielt, das kann uns niemand mehr nehmen. Und auch diese Niederlage am heutigen Abend bringt gerade die jungen Spieler weiter. Das können sie zwar jetzt im Moment nicht glauben, aber es ist so.“

Zum Helden hätte auch Torhüter Michael Berg avancieren können, aber gerade bei den ersten beiden Elfmetern hatte er großes Pech. „Der erste Elfmeter ist mir unter dem Handschuh durchgerutscht“, resümierte der baumlange Schlussmann, „und auch beim Zweiten habe ich die Ecke gerochen. Mehr als die Fingerspitzen habe ich leider nicht mehr an den Ball bekommen.“ Elfmeterschießen sei halt immer Glücksache. „Schade, dass sich das Pendel nicht auf unsere Seite geschlagen hat.“

Burgbrohls Trainer wollte die Niederlage nicht am Elfmeterschießen festmachen. „Wir hatten vier 100-prozentige Chancen, drei davon in der regulären Spielzeit. Da hätten wir die Entscheidung zu unseren Gunsten erzwingen müssen“, räumte Klaus Adams ein. In der 60. Minute lief Sebastian Sonntag nach einem Traumpass des Georgiers Giorgi Piranashvili, der den Verein wohl verlassen und sein Glück in einer höheren Klasse suchen will, allein auf den FSV-Torhüter zu. Der 21-Jährige, zur zweiten Halbserie vom B-Ligisten SV Mayschoß gekommen, hätte den Ball flach in die rechte oder linke Ecke, ihn über den Torwart heben oder ihn zum mitgelaufenen und einschussbereiten Lukas Püttmann legen können - doch er schoss ihn dem schon am Boden liegenden Ternes genau in die Arme. „Da ist ihm wohl das Herz in die Hose gerutscht“, suchte sein Trainer nach Erklärungen. „Das müssen wir verstehen, so schwer es uns allen fällt.“ Nachdem erneut Sebastian Sonntag (76.), Norman Wermes (81.) und der eingewechselte Florian Stein (110.) weitere klare Chancen für Burgbrohl vergeben hatten, musste das unvermeidliche Elfmeterschießen die Entscheidung bringen.

„Fußball kann grausam sein“

„Trotz der großartigen Leistung überwiegt die Enttäuschung“, gestand Ralf Dünchel, Vorsitzender des Hauptvereins SpVgg Burgbrohl und Abteilungsleiter Fußball. Ihm standen auch fast zwei Stunden nach Spielschluss im VIP-Raum die Tränen noch (oder wieder) in den Augen. „Ausgerechnet der jüngste Spieler verschießt, es bedeutete im Elfmeterschießen den ersten und einzigen Rückstand. Fußball kann schon sehr grausam sein. Das Fernsehgeld hätten wir gut für die Verbesserung der Infrastruktur einsetzen können.“ Übungsleiter Klaus Adams pflichtete ihm indirekt bei, richtete den Blick aber gleich wieder nach vorn, trotz aller Enttäuschung: „Im Elfmeterschießen muss es nun mal einen Gewinner und einen Verlierer geben. Wir tun gut daran, die vergangenen acht Meisterschaftsspiele und auch das Finale heute hier als Maßstab zu nehmen. Dann muss niemandem angst und bange werden. Ich bin sicher, dass wir eine andere Rolle spielen werden und nicht so lange in den Abstiegskampf verwickelt sein werden.“

Viel Zeit zum Abschalten bleibt Klaus Adams, der in Bad Breisig wohnt und die SpVgg in der am 1. August beginnenden Oberliga-Saison im fünften Jahr betreuen wird, nicht: Am Donnerstag, 25. Juni, also gerade mal drei Wochen nach Saisonende, bittet er schon wieder zum Training. Spätestens dann muss (und wird) die unglückliche Pokalniederlage aus den Köpfen sein.

Niedergeschlagenheit pur: Die Spieler der SpVgg Burgbrohl können es nicht fassen.
Klein, aber fein: der Fanblock der SpVgg Burgbrohl. SK

Klein, aber fein: der Fanblock der SpVgg Burgbrohl. Fotos: SK

Lukas Püttmann (Mitte) konnte sich gegen Daniel Schraps (rechts) und Lars Schäfer (links) nicht wie gewohnt in Szene setzen.

Lukas Püttmann (Mitte) konnte sich gegen Daniel Schraps (rechts) und Lars Schäfer (links) nicht wie gewohnt in Szene setzen.

Burgbrohls Trainer Klaus Adams kann sich nur ein gequältes Lächeln abringen, als ihm Bernd Schneider, der Spielausschussvorsitzende des Fußballverbands Rheinland, bei der Siegerehrung gratuliert.

Burgbrohls Trainer Klaus Adams kann sich nur ein gequältes Lächeln abringen, als ihm Bernd Schneider, der Spielausschussvorsitzende des Fußballverbands Rheinland, bei der Siegerehrung gratuliert.

Niedergeschlagenheit pur: Die Spieler der SpVgg Burgbrohl können es nicht fassen.

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare

09.01.: Bus stürzt in Graben

  • Johannes Hübner: Das Foto mit dem Isuzu-Bus gehört wohl nicht zu dem Unfall - Sie sollten solche Dinge unbedingt kennzeichnen.

Infoveranstaltung: Wiederherstellung der Ahr

  • HansE: Herr Schmidt, sie vergessen, dass wir im Michelland leben. Hier mahlen die Mühlen bekanntlich langsam. Also regen Sie sich nicht auf, wir können die Geschwindigkeit, mit der unsere Beamten arbeiten, ohnehin nicht beeinflussen.
  • K. Schmidt: "Der Wiederaufbau soll ökologisch wertvoll, klimafolgenangepasst, nachhaltig und attraktiv für die Bürgerschaft gestaltet werden." - Ja, alles schön und gut, aber wie wäre es denn mal mit "schnell"?...

Info-Veranstaltung: Blackout - wie sorge ich vor?

  • K. Schmidt: Zu Berlin gibt es einen Bericht des dortigen Rechnungshofes, vom Ende letzten Jahres, der in einigen Punkten Defizite des staatlichen Katastrophenschutzes anspricht. Unter anderem gibt es viele Behörden,...
Innovatives rund um Andernach
Werbeplan 2026
Kreishandwerkerschaft
Imageanzeige
Titelanzeige
Nachruf Karl-Heinz Bernardy
Empfohlene Artikel

Sinzig/Ehlingen. Die diesjährigen Vereinsmeisterschaften der SG Sinzig/Ehlingen waren ein voller Erfolg und verzeichneten mit über 100 Starts eine außergewöhnlich hohe Teilnehmerzahl, die die lebendige Vereinsarbeit eindrucksvoll widerspiegelte. In der Halle herrschte durchgehend eine großartige Stimmung: Fairness, gegenseitiger Respekt und sportliche Begeisterung standen im Vordergrund. Jeder gönnte dem anderen den Erfolg, ohne dass es an Emotionen oder kämpferischen Leistungen mangelte.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Rotary Club Mayen Unterstützt das Megina Gymnasium

Defibrillator und Startfinanzierung des Schulsanitätsdienstes

Mayen. Das Megina Gymnasium freut sich, ab sofort über einen neuen automatisierten externen Defibrillator (AED) zu verfügen. Diese wichtige Anschaffung trägt maßgeblich zur Sicherheit von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften sowie Besucherinnen und Besuchern der Schule bei. Der Defibrillator ist zentral im Schulgebäude platziert und kann im Notfall dank seiner benutzerfreundlichen Handhabung von...

Weiterlesen

Rheinland-Meisterschaften Tennis 2026:

Spitzentennis in Mayen

Mayen. Vom 16. bis 18. Januar 2026 richtet der Tennisverband Rheinland die Rheinland-Meisterschaften im Tennis auf der Tennisanlage des TV Kleeblatt im TuS Mayen e.V. aus. Für drei Tage wird die Anlage zum Zentrum des rheinländischen Spitzentennis. Auf dem Programm stehen die Konkurrenzen Damen Einzel und Herren Einzel sowie die Seniorenklassen Damen 40 und Herren 40, 50, 60 und 70. Insgesamt werden...

Weiterlesen

Erfolgreiche Vorstandsneuwahlen kennzeichnen harmonische Jahreshauptversammlung 2026

Brudermeister Franz Gundert führt erneut Luxemer Sebastianus-Schützen

Luxem. In der Gemeinschaftsmesse für die Lebenden und Verstorbenen der Sebastianus-Schützen aus Luxem in der Pfarrkirche in Weiler, zelebriert vom emeritierten Abt Pater Benedikt von der Abtei Maria Laach, wurden mit Chiara Kreucher, Mateo Freund und Jonathan Weber drei neue Mitglieder ein die Bruderschaft aufgenommen. Die Messe wurde musikalisch von der Schützenkapelle unter Leitung von Gudrun Mieden-Gundert gestaltet.

Weiterlesen

Anzeige Kundendienst
Baumfällung & Brennholz
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Stellenanzeige Pflegefachkräfte
Dauerauftrag 2026
Rund um´s Haus
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Dauerauftrag
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, Januar 2026
Daueranzeige Januar
Auftrag Nr. A 59101
Daueranzeige
Kreishandwerkerschaft
Anzeige What
Daueranzeige 2026
12. Rheinbacher Hochzeitsmesse
Anzeige KW 2
Kirmes in Hemmessen, 18.01.26