Allgemeine Berichte | 16.12.2015

Internationales Jahr des Bodens

Stauwasserboden ist Boden des Jahres

Stauwasserböden auch im Forstrevier Reifferscheid

Förster Jens Willen zeigt an einem Bodeneinschlag, dass sich durch die tonreiche Erdschicht das künstlich angelegte Erdloch mit Wasser füllt. Die Fichten auf dieser Fläche wurzeln nicht tiefer als 20 Zentimeter. Landesforsten RLP / Dietmar Ebi

Reifferscheid. Böden sind die wichtigste Grundlage für die Ernährungssicherung in der Welt. Sie schaffen sauberes Trinkwasser und sie regulieren das Klima. Böden als Standorte von Wald ermöglichen auch den wichtigen nachwachsenden Rohstoff Holz. Zwei Drittel aller Arten der Welt leben versteckt unter der Erdoberfläche. Doch trotz ihrer lebenswichtigen Funktionen gehen jährlich rund 24 Milliarden Tonnen fruchtbarer Boden verloren. Um auf die Bedeutung der Böden und die Notwendigkeit ihres Schutzes aufmerksam zu machen, haben die Vereinten Nationen das Jahr 2015 zum Internationalen Jahr des Bodens erklärt. Fakt ist: Der Boden ist eine nicht erneuerbare und bedrohte Ressource! In diesem Jahr wurde ein typischer Waldbodentyp zum Boden des Jahres 2015 gekürt: Es ist der Pseudogley, ein Stauwasserboden, der unter feuchten Wiesen, vor allem aber unter Waldflächen zu finden ist und der auch im Forstrevier Reifferscheid vorkommt. „In meinem Revier sind rund 30 Prozent der Flächen Stauwasserböden; zum Beispiel „Auf dem Struth“ in Barweiler oder „Auf der Kuhschläf“ in Pomster“, erläutert der zuständige Förster Jens Willen vom Forstamt Adenau. Der Stauwasserboden besteht aus mehreren Schichten: Eine humushaltige Oberschicht, gefolgt von einer Wasser leitenden, häufig hellgrau gebleichten Schicht. Darunter verursacht eine dichtere, tonreichere, gering durchlässige Schicht den Wasserstau. Meist hat sie sich während der letzten Eiszeit gebildet. Während der Nassphasen kommt es im Boden zu Sauerstoffmangel, der schädlich für die sauerstoffbedürftigen Pflanzenwurzeln und viele Bodenorganismen ist. Davon profitieren spezialisierte Bakterien, die in ihrem Stoffwechsel Eisen- und Manganverbindungen zur Energiegewinnung nutzen können. Durch diesen Vorgang wird der Boden gebleicht. „Stauwasserböden sind schwierige Standorte für Wälder; aber mit entsprechend angepassten Baumarten wie Stieleiche, Hainbuche, Esche, Roterle oder Moorbirke, je nach Nährstoffausstattung“, erklärt Förster Jens Willen, „können auch diese Wälder stabil und ertragreich und gleichzeitig ökologisch wertvoll sein.“ Das Befahren mit schweren Maschinen während der Nassphase kann die Böden auf Dauer verdichten und damit schädigen. „Damit bei der Holzernte der Waldboden geschont wird und keine tiefen Spuren hinterlassen werden, die zu Bodenverdichtungen führen, arbeiten wir sehr vorsichtig. Zum Beispiel versuchen wir, die Bodenfrosttage im Winter zu nutzen, und zum anderen darf nur auf den Erschließungsgassen gefahren werden. Die modernen Forstmaschinen fahren mit speziellen Reifen (zum Beispiel breite Niederdruckbereifung), „Boogiebändern“ oder Raupenfahrwerken, die nur einen geringen Bodendruck ausüben“, so Jens Willen.

Weitere Informationen zum Wald unter www.adenau.wald-rlp.de

Pressemitteilung Forstamt Adenau

Förster Jens Willen zeigt an einem Bodeneinschlag, dass sich durch die tonreiche Erdschicht das künstlich angelegte Erdloch mit Wasser füllt. Die Fichten auf dieser Fläche wurzeln nicht tiefer als 20 Zentimeter. Foto: Landesforsten RLP / Dietmar Ebi

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