Willkommensfest für Flüchtlinge im Kloster Maria Laach
Tag der Begegnung gefeiert
Maria Laach. Es war das zweite Treffen vom Kloster Maria Laach in Zusammenarbeit mit der Ökumenischen Flüchtlingshilfe Rhein-Ahr e.V. Über 40 Flüchtlinge aus Syrien genossen mit ihren Kindern einen Tag in Maria Laach. Pater Johannes Naton OSB hieß alle im Klosterforum herzlich willkommen und lud ein zu einem gemütlichen Nachmittag der Begegnung bei Kaffee und Kuchen. Prior-Administrator Pater Albert Sieger OSB begrüßte ebenso Klaus Neufang, evangelischer Pfarrer und Vorsitzender der Ökumenischen Flüchtlingshilfe Rhein-Ahr e.V., Hans-Joachim Dedenbach und Werner Rex von der Ökumenischen Flüchtlingshilfe sowie Verbandsbürgermeister Johannes Bell. Die Mönche überreichten der Flüchtlingshilfe einen Betrag von 500 Euro. Die andere Hälfte des von Laacher Gläubigen gespendeten Geldes dient der Flüchtlingsarbeit des Klosters, das alle zwei Monate ein Treffen mit Flüchtlingen anbieten will. Die Initiative zu den Treffen, das erste fand anlässlich des Laacher Adventsbasars statt, liegt bei Pater Johannes, der sich intensiv um die syrischen Gäste kümmerte und mit ihnen ins Gespräch kam. Damit reagiert das Kloster auf eine Entwicklung, die im vergangenen Jahr immer deutlicher wurde. Die Ökumenische Flüchtlingshilfe freut sich, dass das Kloster so engagiert ist und damit auch umliegende Pfarreiengemeinschaften motiviert, denn die auf uns zukommenden Aufgaben werden nur mit der Unterstützung durch aktive Netzwerke in den Gemeinden zu leisten sein. Alleine 2014 kamen 417 Flüchtlinge in den Kreis Ahrweiler. „Diese sind aus verschiedenen Ländern, hauptsächlich verfolgte Christen aus Syrien und aus dem arabischen Raum“, erklärte Hans-Joachim Dedenbach. Jeder trägt ein gewisses Trauma. „Etwa 30 Prozent dieser Menschen sind stark traumatisiert durch Kriegserlebnisse“, so seine Einschätzung: „Wir von der Flüchtlingshilfe betreuen insgesamt 400 Menschen und versuchen alle Flüchtlinge zu erreichen.“ Die intensive Arbeit fand früher mehr im Verborgenen. Heute besteht großes Medieninteresse an der Ökumenischen Flüchtlingshilfe. Dabei gibt es den Verein schon seit 1992. Dieser ist aus dem 1988 gegründeten „Ökumenischen Arbeitskreis Asyl“ hervorgegangen, der nur für Bad Neuenahr-Ahrweiler zuständig war. Werner Rex begleitet die Arbeit seit Jahren und stellt eine Änderung des Flüchtlingsprofils fest. Immer mehr Hochgebildete suchen in Deutschland Asyl – Ärzte, Ingenieure, Lehrer. Werner Rex: „Eine große Bereicherung für unser Land.“ Dabei bedauert der Mitarbeiter der Ökumenischen Flüchtlingshilfe, dass die Hürden für diese Menschen zu hoch sind, geht es um die Anerkennung von Schul-, Hochschul- oder andere Berufsabschlüsse: „Die Kammern müssten sich mehr bemühen und sich die Professionalität dieser Menschen und ihre große Motivation arbeiten zu wollen, zu Nutzen machen.“ Mit Blick auf die gute Arbeit von Erwin Keuler von der Verbandsgemeindeverwaltung Brohltal lobte Rex die Ausländerbehörden auch der anderen Kommunen im Kreis Ahrweiler: „Da sitzen die richtigen Leute an den richtigen Stellen!“ Nach dem gemeinsamen Kaffee lud Pater Johannes zur großen Führung durch die Klosterkirche ein, wobei zwei Besucher seine Worte übersetzten. Die Gäste freute die Herzlichkeit des Nachmittags und sie nahmen begeistert alle Informationen auf. Vieles war ihnen vertraut, denn wir alle sind Christen. Vor der Vesper stimmte die Gruppe deutsche und syrische Weihnachtslieder an, unter anderem ein arabisch gesungenes „Jingle Bells“. Im Zentrum der gemeinsam mit den Mönchen gefeierten Vesper stand auch die von Kindern angeschlagene Friedensglocke, die irgendwann einmal in einer Kirche in Syrien läuten soll. Kinder und ein Erwachsener verlasen Fürbitten in Deutsch, Aramäisch und Arabisch. Und es wurde der Menschen gedacht, die im Krieg verschleppt, getötet, auf der Flucht sind. Als die Fürbitte in Arabisch in der Abteikirche erklang, wurde bewusst, was diesen Menschen genommen worden ist: die Heimat, Kirchen und Häuser zerbombt, die Menschen gefoltert, vertrieben, getötet. Hier bei uns in Deutschland finden sie hoffentlich ein Zuhause.
