Politik | 23.01.2015, 09:21 Uhr

Willkommensfest für Flüchtlinge im Kloster Maria Laach

Tag der Begegnung gefeiert

Die Ökumenische Flüchtlingshilfe und das Kloster Maria Laach begrüßten über 40 syrische Flüchtlinge im Klosterforum.  E.T. Müller
72

Maria Laach. Es war das zweite Treffen vom Kloster Maria Laach in Zusammenarbeit mit der Ökumenischen Flüchtlingshilfe Rhein-Ahr e.V. Über 40 Flüchtlinge aus Syrien genossen mit ihren Kindern einen Tag in Maria Laach. Pater Johannes Naton OSB hieß alle im Klosterforum herzlich willkommen und lud ein zu einem gemütlichen Nachmittag der Begegnung bei Kaffee und Kuchen. Prior-Administrator Pater Albert Sieger OSB begrüßte ebenso Klaus Neufang, evangelischer Pfarrer und Vorsitzender der Ökumenischen Flüchtlingshilfe Rhein-Ahr e.V., Hans-Joachim Dedenbach und Werner Rex von der Ökumenischen Flüchtlingshilfe sowie Verbandsbürgermeister Johannes Bell. Die Mönche überreichten der Flüchtlingshilfe einen Betrag von 500 Euro. Die andere Hälfte des von Laacher Gläubigen gespendeten Geldes dient der Flüchtlingsarbeit des Klosters, das alle zwei Monate ein Treffen mit Flüchtlingen anbieten will. Die Initiative zu den Treffen, das erste fand anlässlich des Laacher Ad­ventsbasars statt, liegt bei Pater Johannes, der sich intensiv um die syrischen Gäste kümmerte und mit ihnen ins Gespräch kam. Damit reagiert das Kloster auf eine Entwicklung, die im vergangenen Jahr immer deutlicher wurde. Die Ökumenische Flüchtlingshilfe freut sich, dass das Kloster so engagiert ist und damit auch umliegende Pfarreiengemeinschaften motiviert, denn die auf uns zukommenden Aufgaben werden nur mit der Unterstützung durch aktive Netzwerke in den Gemeinden zu leisten sein. Alleine 2014 kamen 417 Flüchtlinge in den Kreis Ahrweiler. „Diese sind aus verschiedenen Ländern, hauptsächlich verfolgte Christen aus Syrien und aus dem arabischen Raum“, erklärte Hans-Joachim Dedenbach. Jeder trägt ein gewisses Trauma. „Etwa 30 Prozent dieser Menschen sind stark traumatisiert durch Kriegserlebnisse“, so seine Einschätzung: „Wir von der Flüchtlingshilfe betreuen insgesamt 400 Menschen und versuchen alle Flüchtlinge zu erreichen.“ Die intensive Arbeit fand früher mehr im Verborgenen. Heute besteht großes Medieninteresse an der Ökumenischen Flüchtlingshilfe. Dabei gibt es den Verein schon seit 1992. Dieser ist aus dem 1988 gegründeten „Ökumenischen Arbeitskreis Asyl“ hervorgegangen, der nur für Bad Neuenahr-Ahrweiler zuständig war. Werner Rex begleitet die Arbeit seit Jahren und stellt eine Änderung des Flüchtlingsprofils fest. Immer mehr Hochgebildete suchen in Deutschland Asyl – Ärzte, Ingenieure, Lehrer. Werner Rex: „Eine große Bereicherung für unser Land.“ Dabei bedauert der Mitarbeiter der Ökumenischen Flüchtlingshilfe, dass die Hürden für diese Menschen zu hoch sind, geht es um die Anerkennung von Schul-, Hochschul- oder andere Berufsabschlüsse: „Die Kammern müssten sich mehr bemühen und sich die Professionalität dieser Menschen und ihre große Motivation arbeiten zu wollen, zu Nutzen machen.“ Mit Blick auf die gute Arbeit von Erwin Keuler von der Verbandsgemeindeverwaltung Brohltal lobte Rex die Ausländerbehörden auch der anderen Kommunen im Kreis Ahrweiler: „Da sitzen die richtigen Leute an den richtigen Stellen!“ Nach dem gemeinsamen Kaffee lud Pater Johannes zur großen Führung durch die Klosterkirche ein, wobei zwei Besucher seine Worte übersetzten. Die Gäste freute die Herzlichkeit des Nachmittags und sie nahmen begeistert alle Informationen auf. Vieles war ihnen vertraut, denn wir alle sind Christen. Vor der Vesper stimmte die Gruppe deutsche und syrische Weihnachtslieder an, unter anderem ein arabisch gesungenes „Jingle Bells“. Im Zentrum der gemeinsam mit den Mönchen gefeierten Vesper stand auch die von Kindern angeschlagene Friedensglocke, die irgendwann einmal in einer Kirche in Syrien läuten soll. Kinder und ein Erwachsener verlasen Fürbitten in Deutsch, Aramäisch und Arabisch. Und es wurde der Menschen gedacht, die im Krieg verschleppt, getötet, auf der Flucht sind. Als die Fürbitte in Arabisch in der Abteikirche erklang, wurde bewusst, was diesen Menschen genommen worden ist: die Heimat, Kirchen und Häuser zerbombt, die Menschen gefoltert, vertrieben, getötet. Hier bei uns in Deutschland finden sie hoffentlich ein Zuhause.

Die Ökumenische Flüchtlingshilfe und das Kloster Maria Laach begrüßten über 40 syrische Flüchtlinge im Klosterforum. Foto: E.T. Müller

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Imageanzeige
Dauerauftrag Imageanzeige
Imageanzeige
Kirmes in Miesenheim
Einladung Mitgliedsversammlung
70 Jahre Spielmannszug
70 Jahre Spielmannszug
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Erika Meyer zu Drewer.
1344

CDU trauert um Erika Meyer zu Drewer

Ein schwerer Abschied

Meckenheim. Meckenheim hat seine Ehrenbürgerin und einen ungewöhnlich engagierten, warmherzigen und im öffentlichen Leben sehr präsenten Menschen verloren. Für die CDU und auch die Frauen Union und die Senioren Union bedeutet der Tod Erika Meyer zu Drewers zugleich den Verlust eines loyalen, zugewandten und immer unterstützenden Mitglieds.

Von Ariane Stech aus Meckenheim

Weiterlesen

Ausblick vom Heinrich-Raulwing-Platz.
651

Mayen. Rund 40 Wanderer des Eifelvereins Mayen machten sich mit dem Bus auf den Weg nach Beuren. Ausgangspunkt der Wanderung war Beuren Hohe Loy. Zunächst ging es am großen Solarpark Eifel entlang, bevor die Wandergruppe in einen ganz besonderen Wald eintauchte: den Feenwald. Ein von Bäumen gesäumter Pfad vermittelte hier eine beinahe märchenhafte Atmosphäre. Zwischen dichtem Grün und knorrigen Baumstämmen verstecken sich an sieben Stationen Figuren von Feen und Kobolden.

Von Heinke Fuchs aus Mayen

Weiterlesen