Großer Karnevalsumzug am Sonntag durch Adenau
Tausende Jecken strahlten mit der Sonne um die Wette
Fußgruppen, Kapellen und Prunkwagen aus der gesamten Verbandsgemeinde zogen durch die Straßen
Adenau. Der Wettergott muss wohl ein Fastnachtsjeck sein, denn beim Sonntagszug in Adenau ließ er nur die Sonne scheinen und strahlte mit den Narren im Zug um die Wette. Von oben regnete es nur Kamelle - was will man mehr. Das war auch deutlich bei den Organisatoren der Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Adenau zu spüren, als Sitzungspräsident Thomas Sebastian gleich am Zuganfang die 17 Fuß- und fünf Musikgruppen sowie die 28 vorbeirollenden Motivwagen begrüßte immer mit einem persönlichen Wort verbunden, humorvoll und eloquent, wie man es vom Sitzungspräsidenten gewohnt ist.
Zum geregelten Ablauf gehörten die fleißigen Helfer der Freiwilligen Feuerwehr Adenau ebenso dazu wie die ehrenamtlichen Einsatzkräfte vom DRK Ortsverein Adenau, bei denen sich Sitzungspräsident Sebastian bedankte, auch im Namen des Präsidenten Eddy Rausch, der persönlich verhindert war.
In der Geschichte des bereits traditionellen und beliebten Sonntagszugs, bei der alle Jecken aus der Verbandsgemeinde Adenau aufmarschieren, war es diesmal das wohl längste närrische Defilee mit über 900 Zugteilnehmern und einer Länge von rund 842 Metern, Tausende von Narren am Straßenrand hatten ihre helle Freude, als sie im Regen des Wurfmaterials fast untergingen.
Ganz vorne marschierten die Musikanten des Stadtorchesters Adenau mit ihrer Vorsitzenden Dr. Karin Böder und gaben den musikalischen Fastnachtstakt an, dahinter wackelte auch schon der Holzmichel aus Reifferscheid auf seinem Wagen heran. Die bunten Clowns aus „Leemech owwen op“ grüßten die Narren. Mit der Initiative „Save the Ring“ war auch der Nürburgring Thema im Zoch. Für Fisherman’s Friend hatten die starken Jungs aus Honerath bereits einen Coach gefunden, und der Adorferhof hatte eine ganze Wagenladung Clowns losgeschickt. Aktuell und ideenreich kamen die mobilen Windkrafträder daher, und die Eifel-Eskimos hatten sich wohl bezüglich der Schneelage verschätzt. Aus Barweiler grüßten die Tollitäten gleich im Dopppelpack mit ihrem Dreigestirn und Kinderdreigestirn, und die KG Insul feierte bereits ihr Einjähriges ganz pompös. In Verbundenheit zum Addene Fastelovend hatten die Piraten aus Dümpelfeld die Segel gesetzt, und die Winnerather sorgten mit ihrer Après-Ski-Hütte für eine Mordsgaudi im Zug. Die Abiturklasse 2012 des Erich-Klausener-Gymnasiums kann gar nicht genug bekommen und war auch diesmal wieder dabei - „einfach unverbesserlich“ und knatschgelb im Gesicht.
Aus dem Reifferscheider Karneval war alles vertreten, was die dortige KG zu bieten hat . Das Material wurde auch nicht geschont, da der eigene närrische Lindwurm bereits am Samstag durchs Dorf gerollt war. De Wömbe Zebras grasten neben den Heuschrecken aus Reifferscheid. Auch die Bewohner des Seniorenzentrums Villa am Buttermarkt waren - wenn auch teilweise angewiesen auf Stock, Rollator oder Rollstuhl - im jecken Trubel unterwegs. Ebenfalls vom Buttermarkt rollte der Bus zur „Botterrahmfahrt“, angetrieben von 16 MS (Menschenstärken) mit 32 Füßen, eine wahre Meisterleistung in Konstruktion und Fantasie. Getreu dem Motto „Im Wilden Westen“ schossen sich die Bottermaatsmöhnen mit ihren Pänz den Weg frei. Obermöhn Andrea Thon-Stein hatte mit ihren reizenden Damen den Saloon geöffnet. Aus Hönningen war der Elferrat mit Präsident Franz-Josef Hengsberg unterwegs, und vom Motivwagen versprühten die Teufel ihr Feuer.
Zum Schluss hatte die KG Adenau alles im Aufgebot: Da ließen die Bambini-Funken ihre Spitzenhöschen blitzen, die Junior- und Senior-Funken rockten die Straße, und das Kinderpräsidentenpaar Marlene (Gebauer) und Malte (Wischnewski) strahlte mit der Sonne um die Wette. Dazwischen immer wieder einmal ein lauter Knall, der signalisierte: Das Elfte Damenregiment ist im Anmarsch! Den Schluss bildete der Elferrat mit dem diesjährigen Mottowagen „Wir feiern mit Schwung de Addene Jong“ - den brachten sie auf der Schaukel auch tatsächlich schön in Schwung, mit „Dreimal Adde Alaaf“.
Den Schluss- und sicher auch einen der Höhepunkte des Sonntagszugs bildete der Prunkwagen des Adenauer Elferrats. Fotos: UM
Obermöhn Andrea Thon-Stein und ihre jecken Damen hatten sich in den Wilden Westen aufgemacht und grüßten vom Saloon aus.
Zwar hat Adenau keine erwachsenen Tollitäten, doch das machte das Kinderprinzenpaar Marlene und Malte strahlend wett.
