Politik | 06.08.2013

Verbandgemeinde Adenau: Millenniumsvertrag 2013 macht aktiv!

Veranstaltungsreihe zum Thema „Migration“

Dr. Rupert Neudeck.Grünhelme e.V.

VG. Die Verbandsgemeinde Adenau und 35 ihrer verbandsangehörigen Gemeinden sowie die örtlichen Kirchengemeinden haben am 14. Mai 2011 die sogenannte Millenniumserklärung der Vereinten Nationen unterzeichnet.

Ziel der Erklärung und der weiteren Bemühungen von insgesamt 189 Staaten ist, dass mehr Menschen auf der Erde ein menschenwürdiges Leben führen können. Daher sollen die Einkommensverhältnisse und das Gesundheits- und Bildungswesen so verbessert werden, dass Menschen nicht gezwungen werden, ihr Land, ihre Heimat zu verlassen, also zu Migranten auf der Suche nach einer neuen Heimat werden.

„Ausländer“, „Asylbewerber“ und „Flüchtlinge“ sind in Deutschland und in Europa Dauerthemen in Politik und an den Stammtischen. „Wirtschaftsflüchtling“ ist ein Wort oder eher schlimmer: eine Brandmarkung! Sie bringt Menschen damit in Misskredit, weil es den Anschein erweckt, dass sie „nur“ aus Gründen auf ein besseres Leben ihr Land, ihre Region, ihre Heimat verlassen haben.

Es sind in der Tat politische Umstände, wirtschaftliche Unzulänglichkeiten oder auch religiöse Beweggründe, die Menschen dazu bringen, auf Wanderschaft zu gehen mit dem einzigen Ziel, ein menschenwürdiges Leben zu finden. Europa ist für viele Menschen aus Afrika und anderen Regionen der Erde das „gelobte Land“ und in Europa wiederum die Bundesrepublik Deutschland mit ihrem Wohlstand, mit ihrem hoch entwickelten Sozialwesen, mit ihrer Rechtssicherheit - alles im direkten und dennoch relativen Vergleich zu den Herkunftsländern.

Viele Flüchtlinge stranden allerdings unter schwierigen Umständen im wahrsten Sinne des Wortes in Süditalien oder in Südspanien und hoffen auf eine Zukunft weiter im Norden, für sich selbst, für ihre Kinder.

Die Menschen, die auf der Wohlstandsseite und in den Friedenszonen des Globus leben, bekommen nur einen Bruchteil all der Tragödien mit, die so viele Menschen aus ihrer Heimat vertreiben, nämlich Ausbeutung der übergroßen Mehrheit der Erdbewohner. Düster sind die Folgen dieser weltumspannenden, unaufhaltsamen Völkerwanderung, die weltweite Flüchtlingsströme in Millionengröße darstellen.

So genannte „Boat People“ auf ihrem Weg ins Ungewisse, in Lager und Slums. Die Kinder der Migranten bilden die nächste nahezu hoffnungslose Generation dieser Flüchtlingswellen.

Die Verbandsgemeinde Adenau und engagierte Bürger haben sich daher entschlossen, das Thema „Migration“ in diesem Jahr zu ihrem Thema zu machen und mit einer Reihe von Veranstaltungen näher zu beleuchten, von Mitte August bis Ende September 2013.

Den Anfang wird Dr. Rupert Neudeck aus Troisdorf machen: ein weltweit geachteter Kämpfer für Menschenrechte, der in seinem Vortrag „Migration - EURO-Recht oder MENSCHEN-Rechte?“ den schwierigen Spagat zwischen Menschenrechten und wirtschaftlichen Zwängen aufzeigen wird: Am Montag, 19. August, 19 Uhr in der Komturei in Adenau, der Eintritt ist frei.

Weltweit bekannt wurde Rupert Neudeck 1979 durch die Rettung tausender vietnamesischer Flüchtlinge (sogenannte „boat people“) im Chinesischen Meer. Sein Name wird für immer verbunden sein mit dem Rettungsschiff Cap Anamur und mit der Gründung des internationalen Friedenskorps Grünhelme e.V.

Seine Motivation gibt ein Zitat wieder: „Ich möchte nie mehr feige sein.

Cap Anamur ist das schönste Ergebnis des deutschen Verlangens, niemals wieder feige, sondern immer mutig zu sein.“ (Rupert Neudeck 2009: Anlässlich des 30. Jubiläums der Organisation zur Motivation seines Handelns).

Pressemitteilung

Verbandsgemeinde Adenau

Dr. Rupert Neudeck. Foto: Grünhelme e.V.

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