Politik | 10.12.2013

Notarzteinsatzfahrzeug in Adenau verbessert

Versorgung der Bevölkerung

Notarzt flexibler einsetzbar

Rettungswachenleiter Bernd Sauerkraut, Rettungsdienstleiter Lothar Backes, Dr. Martin Schiffarth, Dr. Sabine Ebner und Rettungsassistent Marc-Andre Bach (re.) freuen sich über die Stationierung eines Notarzteinsatzfahrzeugs in der Rettungswache Adenau. Der Einsatz des Notarztes wird dadurch noch flexibler. Thorsten Trütgen

Adenau. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) zog nach sechsmonatiger Einsatzerfahrung mit dem neuen Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) in der Rettungswache Adenau am vergangenen Montag eine erste Erfahrungsbilanz: Zu 339 Notfalleinsätzen wurde der Notarzt gerufen. Die notfallmedizinische Versorgung der Bevölkerung in der Region wurde durch das NEF und die neuen flexibleren Einsatzmöglichkeiten deutlich verbessert. Bereits beim Eingang eines Notrufes in der Rettungsleitstelle musste bisher genau abgewogen werden, ob der Einsatz des Notarztes erforderlich ist. Bis zum Jahresanfang fuhr der vom Krankenhaus Adenau gestellte Arzt gemeinsam mit dem Rettungsteam im Rettungswagen (RTW) mit. Befand sich dieser auf der Rückfahrt von einem vorherigen Einsatz ohne Notarzt, war die Mitnahme des Notfallmediziners oft nicht mehr möglich. „Durch das NEF, ein PKW mit notfallmedizinischer Ausstattung und einem Rettungsassistenten als Fahrer, hat sich die Situation geändert. Nun kann der Arzt unabhängig vom RTW eingesetzt werden“, beschreibt DRK-Rettungsdienstleiter Lothar Backes die neue Situation. Weiterer Vorteil: Das Rettungsteam erweitert sich durch den NEF-Fahrer um eine Kraft. Insgesamt wurde mit der Indienststellung des Fahrzeuges der Personalschlüssel um 4,5 Stellen erweitert. Sollte es der Zustand des Patienten erfordern, begleitet der Arzt den Transport nach wie vor im RTW bis zum Krankenhaus.

Vernetzt seit 30 Jahren

Seit über drei Jahrzehnten ist der DRK-Rettungsdienst im Ahrkreis mit den Krankenhäusern zur gemeinsamen Durchführung des Notarztdienstes vernetzt. Das St. Josef Krankenhaus Adenau des Marienhausklinikums im Kreis Ahrweiler, dass den Adenauer Notarzt stellt, hat sich der veränderten Situation personell angepasst.

Zusammen mit der erfahrenen Unfallchirurgin Dr. Sabine Ebner ist seit dem 1. November Dr. Martin Schiffarth, Facharzt für Anästhesiologie, als ärztlicher Leiter Notarztdienst am Notarztstandort Adenau für alle Fragen rund um die Notarztdienste ein weiterer Ansprechpartner. Schiffarth verfügt über viel Erfahrung im Rettungs- und Notarztdienst und bezeichnet die neue Zuständigkeit selbst als „sein Steckenpferd“. Schiffarth war in den 1990-er Jahren Zivildienstleistender als Rettungssanitäter im Rettungsdienst des DRK im Ahrkreis. Nach seinem Medizinstudium betätigte er sich während verschiedener beruflicher Stationen als Anästhesist auch als Notarzt im bodengebundenen Rettungsdienst und in der Luftrettung.

Die Aufgaben der Notärzte

Notärzte kommen bei lebensbedrohlichen akuten Erkrankungen und Unfällen zum Einsatz. Im Team mit den Rettungsassistenten leiten sie die notfallmedizinische Versorgung ein und transportieren die Patienten in eine geeignete Klinik. Um dies zu gewährleisten, verfügen die Rettungsfahrzeuge über die entsprechende notfallmedizinische Ausstattung. Notärzte und Rettungsdienst können 365 Tage rund um die Uhr über die Notrufnummer 112 angefordert werden.

Bereitschaftsdienst bei nicht lebensbedrohlichen Erkrankungen

Nicht lebensbedrohliche Erkrankungen, wie etwa eine schwere Erkältung, Muskel-, Gelenk und Kopfschmerzen, werden nach wie vor durch Hausärzte, außerhalb deren Praxiszeiten durch die Bereitschaftsdienstzentralen, behandelt. „Es kommt leider immer wieder vor, dass Rettungsdienst und Notarzt gerufen werden, weil Patienten in einigen Krankheitssituationen Tabletten oder Salben benötigen und denken, der Notarzt könne helfen. Das ist aber nicht der Fall. Wir können im Notfall hochwirksame Medikamente spritzen, aber Tabletten und Salben haben wir gar nicht an Bord“, gibt Schiffarth zu Bedenken.

Das gute Gespür der Menschen

„Die Bürger haben sehr oft ein gutes Gespür, wann es sich um einen Notfall handelt. Die Notrufnummer 112 hat man im Kopf, die Nummer der zuständigen Bereitschaftsdienstzentrale kennen viele aber nicht. Also wird aus Unwissenheit oft der Rettungsdienst oder Notarzt gerufen“, ergänzt Ebner. Nach Ansicht der beiden Notfallmediziner sollte die Rufnummer des St. Josef Krankenhauses Adenau Tel. (0 26 91) 30 30 in unmittelbarer Nähe zum Telefon notiert sein. Hier wird auch außerhalb der Praxisöffnungszeiten in hausärztlichen Belangen weitergeholfen.

Pressemitteilung

DRK Kreisverband Ahrweiler e.V.

Rettungswachenleiter Bernd Sauerkraut, Rettungsdienstleiter Lothar Backes, Dr. Martin Schiffarth, Dr. Sabine Ebner und Rettungsassistent Marc-Andre Bach (re.) freuen sich über die Stationierung eines Notarzteinsatzfahrzeugs in der Rettungswache Adenau. Der Einsatz des Notarztes wird dadurch noch flexibler. Foto: Thorsten Trütgen

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