Brutzeit vieler seltener Vogelarten hat begonnen
Vogelschutz wird ernst genommen
Adenau. Das Forstrevier Hümmel hat mit Ablauf des Monats Februar seinen Holzeinschlag für diese Saison beendet. Der Grund: Überall in den Wäldern beginnt jetzt die Brutzeit vieler seltener Vogelarten. Bei Holzeinschlag in den Monaten März bis Juli würden ungewollt zahllose Nester zerstört werden. „Das passt nicht zum Vogelschutzgebiet, in dem sich die Wälder der Verbandsgemeinde Adenau befinden“, so Försterin Lidwina Hamacher. „Zudem möchten die von uns betreuten Gemeinden Wershofen, Ohlenhard und Hümmel ihre Wälder ökologisch bewirtschaften. Dazu gehört eine besondere Rücksichtnahme auf die Natur.“ Aus gutem Grund wurde auch in vergangenen Zeiten Holz nur im Winter eingeschlagen. Dann ist die Holzqualität deutlich besser. Auch beim Holzrücken entstehen weniger Schäden, weil die Rinde in der saftlosen Zeit besser haftet. Schlägt nun ein Stamm beim Herausziehen gegen einen stehenden Baum, so wird dieser nicht verletzt. Das sieht vor allem in den Monaten März bis Juli ganz anders aus. Die Rückeschäden innerhalb dieser kritischen Zeit übersteigen oft die Gewinne. Die beiden Förster des Forstreviers Hümmel beobachteten schon seit mehr als 3 Wochen, dass manche Vögel bereits dabei sind, ihre Reviere abzugrenzen und gegen Eindringlinge zu verteidigen. So etwa Rote Milane, Schwarz- und Mittelspecht und die scheue Waldohreule. Auch Fledermausarten wie die Bechsteinfledermaus sind jetzt auf Ruhe angewiesen. Da sich die Natur nicht an Daten zur Hauptbrut- und Setzzeit von April bis Juli hält, gehen die Förster kein Risiko ein und schlagen grundsätzlich ab Anfang März kein Holz mehr ein. Viele hundert Nester bleiben so erhalten. Zudem brüten auch störungsempfindliche Arten weiter, die durch Motorsägenlärm ihr Gelege verlassen würden. Betriebswirtschaftlich wirkt sich diese Rücksichtnahme positiv aus: Neben guten Holzpreisen bleiben die Waldbestände nach dem Einschlag in einem guten Zustand zurück. Auch Übernachtungsgäste in den drei Ortsgemeinden wissen die artenreiche Natur zu schätzen.
Pressemitteilung
Forstrevier Hümmel
Die letzten Bäume sind im Februar gefallen.
Hier können Spechte ungestört brüten.Fotos: privat
