Allgemeine Berichte | 10.09.2014

Mit der BUND-Kreisgruppe Ahrweiler unterwegs

Vom Wirftbach zur Quiddelbacher Höhe

Bachpatenschaft und Naturschutzgebiet: Es bleibt viel zu tun

BUND-Wanderung Wirftbach: Reinhard van Ooyen (li.), Winfried Sander (re.). BUND

Kreis Ahrweiler. Vor drei Jahren übernahm die BUND-Kreisgruppe Ahrweiler die Bachpatenschaft für den oberen Abschnitt am Wirftbach, der im Bereich der Flächen am Nürburgring seinen Ursprung hat. Zudem wurde vor fast 20 Jahren das alljährliche 24-Stunden-Rennen am Nürburgring von der damaligen Bezirksregierung als schwerwiegenden Eingriff in Natur und Landschaft bewertet. Die BUND-Kreisgruppe hatte dieses Verfahren angestrengt und das ebenfalls an der Rennstrecke gelegene Gelände der Quiddelbacher Höhe wurde als gesetzliche Ausgleichsmaßnahme für den Eingriff vereinbart und ökologisch aufgewertet. Gründe genug für den BUND, eine tageszeitlich späte Wanderung anzusetzen, um die Heide bei untergehender Sonne auf der Höhe glühen zu sehen.

Bei wechselhaftem Wanderwetter fanden sich doch zehn unentwegte Teilnehmer, die sich am späten Sonntagnachmittag auf die fast vierstündige Wanderung machten. Der gestickte Wirftbach - das Bachbett ist mit Bruchsteinen gegen Abschwemmungen befestigt - verläuft seit nahezu einem Jahrhundert unterhalb der B 257 am Waldrand entlang.

Der natürliche Geländeverlauf liegt etliche Meter entfernt in einer tieferen Geländemulde, ehemals verlegt, um die Feldflur besser bearbeiten zu können. Weiteres Merkmal: Keinerlei wasserbegleitender Gehölzsaum in der freien Flur, typisches Kennzeichen für eine landwirtschaftliche Nutzung bis an den Rand des Gewässers. Da dieser gesamte Bereich noch in den Bachpatenvertrag mit der Verbandsgemeinde Adenau als Gewässerunterhaltungspflichtigen fällt, strebt der BUND eine naturnahe Gestaltung dieser Fläche in Abstimmung mit den Eigentümern an.

Auf dem weiteren Weg bachabwärts ging es entlang eines sich allmählich immer tiefer in das Grundgebirge einschneidenden Wirftbach mit besonders hochwertiger Gewässerstrukturgüte: nämlich mal langsam fließend, mal schneller, mal tiefer, mal flacher, mal breiter, mal schmaler, mal in einem schmalen Kerbtal, mal in einem breiten Kastenmuldental … bis er an der Kottenborner Mühle in einer fast 200 Meter langen Verrohrung verschwindet - einem beträchtlichen Durchgängigkeitshindernis für Fische und Insekten als Lebensgrundlage. Dieses ökologische Hindernis zu beseitigen ist eine der Maßnahmen im Rahmen des bundesweiten Großprojektes „Obere Ahr“ in der Verbandsgemeinde Adenau. Die Arbeiten werden noch im Verlaufe dieses Jahres umgesetzt werden.

Der zwischenzeitlich stark einsetzende Regen nahm die Hoffnung auf das erwartete Glühen in der Abendsonne der sich auf der Quiddelbacher Höhe entwickelnden Heidelandschaft mit seinen typischen Erikapflanzen. Tiefhängende Wolken ließen das Tageslicht eher schwinden, aber eine Regenpause ließ doch noch schöne Ausblicke zu, begleitet von den Erläuterungen von Reinhard van Ooyen als aktuellem und Winfried Sander als ehemaligem BUND-Vorsitzenden der Kreisgruppe Ahrweiler. Die Aufwertung der Quiddelbacher Höhe als Ausgleichsmaßnahme für die Belastungen der jährlichen Veranstaltung „24-Stunden-Rennen“ am Nürburgring konnte Sander in den 1990er Jahren erreichen. Walter Schmitz, ehemaliger Bürgermeister von Quiddelbach, stellte den Antrag zum „Naturschutzgebiet“. Dieser Status wurde Anfang 2000 auch erreicht und wird über die Pflege der Fläche durch die Nürburgring GmbH auch weiterhin gesichert - auch wenn weiterhin viel zu tun bleibt.

„Heute habe ich eine Menge gelernt über die Eifel“, sagte eine Teilnehmerin der Wanderung am Ende bei bereits hereingebrochener Dunkelheit - Umweltbildung als eines der Ziele des BUND.

BUND-Wanderung Wirftbach: Reinhard van Ooyen (li.), Winfried Sander (re.). Foto: BUND

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