Allgemeine Berichte | 30.10.2014

Eifelverein Adenau im Fichtelgebirge

Wandern zwischen Fels und Fichten

Der Eifelverein Adenau auf dem Schneeberg.Eifelverein Adenau

Adenau.Vielleicht inspirierte der Fichtelgeist die 45 Adenauer Wanderfreunde, die aufbrachen, das Fichtelgebirge zu erforschen. Sie wählten diese mystisch wirkende Bergregion im Nordosten Bayerns zum Ziel ihrer diesjährigen Wanderwoche. Zum Auftakt ihrer Expedition in das 450 Millionen Jahre alte Bergland, das noch vor den Alpen entstand, machten sie Station in Bamberg, wo Mittelalter und Barock den Zweiten Weltkrieg unzerstört überlebten, besuchten den Dom, standen vor dem Bamberger Reiter und bestaunten das an die Brücke über die Regnitz angelehnte Rathaus. Von Bischofsgrün aus unternahmen die Adenauer Wanderer ihre Ausflüge durchs Ölschnitztal, auf den Ochsenkopf (1.024 m), ins Waldsteingebirge (877 m), zum Seehügel (953 m), auf den Schneeberg, mit 1.051 m die höchste Erhebung des Fichtelgebirges und rund um Wunsiedel. Zwischen Fels und Fichten wanderten und stiegen sie auf unterschiedlichen Wegen und steilen Pfaden über Wurzelwerk und sumpfige Flächen durch das ständig wechselnde Naturschauspiel im Reich des Fichtelgeistes. Sie schritten vorbei an steil aufragenden Baumstämmen, an bemoosten riesigen Felsblöcken, an aufgeschichteten Granitplatten, an übereinander gestürzten Steinmassen, durch Nebelwände und irgendwann aufbrechendes Sonnenlicht. Die Wanderouten führten in die Quellgebiete des roten und des weißen Mains sowie von Eger, Naab und Saale, sie führten zum Höhenzug der Kösseine, zum Haberstein, zum Gipfel des

Rudolfsteins mit den Drei-Brüder-Felsen, Aufschichtungen granitener Matratzen, zum Großen

Waldstein und rund um den Weißenstadtsee. Das Felsenlabyrinth der Luisenburg wurde mühsam durchklettert und durchkrochen. Neben Vermerken, dass Luchs und Sperlingskauz in den umliegenden Wäldern heimisch wurden, machte die Entdeckung der weißen Alpensackspinne, einer äußerst raren Spezies, Furore. Orte wie Weißenstadt, Gefrees, Alexanderbad, Bad Berneck und Wunsiedel prägten sich ein. Einen halben Regentag, an dem eine Wandergruppe gründlich durchnässt wurde, nahm man gelassen hin. Ein Abstecher über die Grenze nach Tschechien machte Eger - heute Cheb - zum historischen Erlebnis, ließ die Grenzgänger in der Wallfahrtskirche Maria Loreto nachdenklich verweilen und den mondänen Kurort Franzensbad mit seinen Heilquellen auf sich einwirken. Bemerkenswert, dass ein Schluck aus den Glaubersalz enthaltenden Quellen jedes Wandertempo entschieden beschleunigt, ein Kulmbacher Bier, ein Sechsämtertropfen, ein Glas fränkischer Silvaner, ein „Sanfter Engel“ oder eine Tasse Kaffee dürften angenehmer wirken. Die Heimstatt der Eifler Fichtelwalderforscher, das Hotel Kaisersalm bei Bischofsgrün kann als Edelstein in der Erinnerungskette bezeichnet werden. Die Gastgeber, die Familie Schreiner und ihr Betreuungsteam boten Gastfreundschaft mit Seele an, behagliche Unterkunft, heimelige Atmosphäre, genussreiches Essen und Service vom Besten. Der Aufenthalt dort rundete die unvergesslichen Tage im Fichtelgebirge hervorragend ab.

Der Eifelverein Adenau auf dem Schneeberg.Foto: Eifelverein Adenau

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