Städtebau und Verkehr in Adenau
Zukunft in Adenau: Städtebauliche Entwicklung und Verkehrsplanung
aus Müsch
Adenau. Bei einem Familienfest, von der Stadt Adenau organisiert, trafen sich Hunderte Menschen aus Adenau und dem Umland. Neben fröhlicher Feierlaune bei strahlendem Sonnenschein gab es Gelegenheit sich von Fachleuten über die städtebauliche Entwicklung in der Stadt informieren zu lassen. Anlaß war der bundesweite Tag der Städtebauförderung. Infostände, eine Wunschliste für die Besucher, ein Flohmarkt der Stadtbücherei, eine Benefizaktion der KSK zugunsten des DRK, ein Infostand der Freiwilligen Feuerwehr mit ihrer Jugendabteilung machten das Erlebnis rund. Es gab reges Interesse. Während die Kinder sich auf dem historischen Kinderkarussell tollten oder die Hüpfburg in vollen Zügen genossen, war den Erwachsenen der bauliche Fortschritt der Komturei ein Anliegen. Der weit fortgeschrittene Umbau der Komturei wurde deutlich. Vor Ort informierten Stadtbürgermeister Frank Wisniewski und die Beigeordneten Thomas Sebastian und Heiner Hicking. Sie nahmen sich Zeit für ausführliche Führungen durch das Gebäude, beantworteten Fragen der Besucher, die am Blick hinter die Kulissen teilnahmen. Das Gebäude wird neuer Amtssitz für den Stadtbürgermeister, es soll die derzeit im Pfarrhaus untergebrachte Stadtbücherei aufnehmen, der große Saal ist nach wie vor Austragungsort für zahlreiche Veranstaltungen, etwa kultureller Art. Wer das alte Gebäude kennt, staunt über die zahlreichen Neuerungen, über zeitgemäße Modernisierung, die Umsetzung aktueller Anforderungen in sowohl baulicher wie brandschutzrechtlicher, auch in energetischer Hinsicht. Das Gebäude ist barrierefrei angelegt, mit Fahrstuhl. Die Farbgebung der Fassade ist an der Historie orientiert, die Farbe wird heller als bisher ausfallen. Das Umfeld der Komturei wird stark verändert, der bisherige Pfarrgarten wird zu einer ganzheitlichen Fläche mit dem Dr. Creutz-Platz. Ersatzparkplätze in der Nähe kompensieren den leider erforderlichen Wegfall bisheriger Parkplätze. Streuobstwiesenflächen, Spielmöglichkeiten für Kinder, eine erlebbare „Grüne Lunge“ sind Bestandteil des Entwurfs. Wasserbecken und Kunstskulpturen werten die Anlage auf, integriert wird der Zunftbrunnen der drei historischen Adenauer Zünfte. Großzügige Bepflanzung und Verweilplätze werden an Pfarrhaus und Komturei angrenzen, eine Ruhezone, mit ökologischem Bedacht geplant, ästhetisch ansprechend gestaltet, wie Susanne Diewald, Expertin für Freiraumgestaltung, anhand der Visualisierung erläuterte. Ein weiterer Verkehrskreisel nach dem ersten an „Stenze Eck“ soll in Höhe des „Wilden Schweins“ gebaut werden, er ist seit langem in der Diskussion, wird das Gesamtbild prägen, wie Simone Schäfer vom LBM dokumentierte. Das Förderprogramm Wachstum und nachhaltige Erneuerung sieht in der Satzung die Sanierungsziele attraktive Gestaltung für das Wohnen im Stadtkern, Stärkung des zentralen Versorgungsbereiches, Ausbau eines Kultur- und Freizeitangebotes und die Aufwertung öffentlicher Räume vor. Städtebauförderung des Landes, auch für Maßnahmen privater Eigentümer, werden gefördert, Beratung regt zum Mitwirken an. Die Leerstandsproblematik bleibt zunächst noch zentrales Anliegen, Lösungsansätze werden erarbeitet. Großes Interesse der Besucher zeigte, dass die Zukunft Adenaus für viele Menschen einen hohen Stellenwert hat.
Geänderte Verkehrsführuing
Neben dem Umbau der Komturei stieß beim Familienfest auf dem Platz an der Kirchstraße auch die beabsichtigte Änderung der Verkehrsführung auf großes Interesse der Gäste. Es handelt sich hier um eine Gemeinschaftsmaßnahme zwischen dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) stellvertretend für die Bundesrepublik Deutschland als Baulastträger der B257 einschließlich der Busbuchten und der Stadt Adenau als Kostenträger für den Marktplatz, die Nebenflächen und die Gehwege. Simone Schäfer vom LBM erläuterte anhand einer Visualisierung: Der Anlass zum Ausbau und Umgestaltung diesen Bereiches aus Sicht des Bundes als Baulastträger für die Straße ergibt sich aus dem schlechten Zustand der Fahrbahn und aus Leistungsfähigkeitsproblemen bei den beiden Einmündungen Wimbachstraße (K18) und Dr. Creutz-Straße/Kirchstraße. Hier sorgen jeweils die Linkseinbieger für teilweise erheblichen Rückstau in den Spitzenstunden. Der Planungsbereich erstreckt sich vom Dr. Creutz-Platz bis einschließlich Marktplatz. Die Einmündung der K18 (Wimbachstraße) soll verkehrsgerecht zukünftig mit vorgeschriebener Fahrtrichtung nach rechts an die B257 angebunden sein. Mit der vorgeschriebenen Fahrtrichtung nach rechts wird der Verkehrsfluss aus der Wimbachstraße verbessert, da die Linkseinbieger in der heutigen Situation unter Berücksichtigung des bevorrechtigten Verkehrs aus beiden Richtungen auf der Bundesstraße oftmals kaum eine Lücke finden um einzufahren. Die vorgeschriebene Fahrtrichtung kann aber erst mit dem Bau des Kreisverkehrsplatzes (KVP) am Dr. Creutz-Platz verkehrsbehördlich angeordnet werden, da mit dem KVP eine Möglichkeit für eine Wendefahrt für den Verkehr in Richtung Marktplatz/Bahnhof geschaffen wird. Ein gleiches Leistungsfähigkeitsproblem, verursacht durch die Linkseinbieger aus der Dr. Creutz-Straße/Kirchstraße, wird durch den KVP behoben, da ein KVP nach allen Erfahrungen deutlich leistungsfähiger ist als die heutige Einmündung. Über die Ausbauabsichten des Bundes zur Sanierung der Fahrbahn und Verbesserung der Verkehrsqualität an den Einmündungen hinaus hat die Stadt Adenau den Wunsch, den Marktplatz als Aufenthaltsort aufzuwerten. Heute ist im Bereich des Marktplatzes durch die langen und breiten Busbuchten auf beiden Seiten eine überbreite Verkehrsfläche vorhanden, die mit dem Ausbau zu Gunsten einer ansprechenderen Umgestaltung reduziert werden soll, der Marktplatz als Ort zum Verweilen aufgewertet werden soll. Die Busbuchten werden dabei in der sogenannten Sägezahnaufstellung platzsparend und sicherer als bisher für die Fahrgäste angeordnet. Durch diese Anordnung entstehen zusätzliche Flächen, die in die Gestaltung des Marktplatzes integriert werden können. Nach einer ersten Kostenschätzung ergeben sich ca. 3 Mio. Euro Baukosten für die gesamte Maßnahme, die in der jeweiligen Zuständigkeit als Kostenverantwortliche vom Bund (Fahrbahn, Busbucht) und von der Stadt Adenau (Gehwege, Marktplatz) zu tragen sind. Hierfür erhält die Stadt Adenau Fördermittel.
Der 1. Stadtbeigeordnete Thomas Sebastian(re.) erläuterte einzelne Baumaßnahmen Foto: Werner Dreschers
Viel Spaß hatten die Kinder beim Malen und Basteln Foto: Werner Dreschers
Eine Wunschtafel ließ Raum für manche Anregung und Verbesserung Foto: Werner Dreschers
