Gemischter Kirchenchor „Cäcilia“ 1810 Plaidt
90-jähriges Bestehen gebührend gefeiert
Plaidt. Die Kath. Kirchengemeinde St.-Willibrord in Plaidt feierte kürzlich das 90-jährige Bestehen des Gemischten Kirchenchors „Cäcilia“. Nach der Eucharistiefeier war zum Festabend in den Pfarrsaal eingeladen. Hier eröffnete der Hausherr Pfarrer Alexander Kurp die Veranstaltung. Als Vorsitzender des Kirchenchors blickte Erwin Unger auf die Entwicklung der Kirchenmusik und des Chores insbesondere in Plaidt zurück.
Bis 1925 waren es nur Männer, die beim Chorgesang in der Plaidter St.-Willibrordkirche zu hören waren. Das änderte sich erst im Jahre 1925 mit der Einstellung des 19-jährigen Lorenz Lauterbach aus Waldrach im Ruwertal als Chorleiter. Damals traten 36 Mädchen dem lange bestehenden Chor bei, und bereits sieben Wochen später am Weihnachtsfesttag des gleichen Jahres wurde die fünfstimmige „Apostel-Messe“ von Ignaz Mitterer aufgeführt. Der Gemischte Kirchenchor „Cäcilia“ Plaidt war damit geboren. Die Öffnung des schon lange bestehenden Chores für Mädchenstimmen und vorerst auch unverheiratete Frauen fiel in der wirtschaftlich sehr schwierigen Zeit auf fruchtbaren Boden, und ab dann hielt der Zuwachs an jungen Menschen im Kirchenchor unvermindert an. Als 1965 das 40-jährige Bestehen des Gemischten Chores gefeiert wurde, waren es insgesamt 87 Sängerinnen und Sänger, die unter der Leitung des unvergessenen Johann Josef Marzi die Stimmen erklingen ließen.
Im Mai 1975, als der Chor das 165-jährige Bestehen feierte, wurde ihm durch den „Allgemeinen Deutschen Cäcilienverband für die Länder der deutschen Sprache“ die „Palestrina-Medaille“ verliehen. Ein Jahr später erhielt der Chor durch die Hand des damaligen Kultusministers Dr. Bernhard Vogel auch die „Zelter-Plakette“. Das musikalische Talent des Lorenz Lauterbach konnte nicht verborgen geblieben, und bereits 1927 war ihm die Leitung des Plaidter Männergesangvereins übertragen worden. 1947 folgte dieser begnadete Dirigent einer Berufung nach Stuttgart-Neuhausen. Nun übernahm Johann Josef Marzi aus Plaidt die Leitung des Kirchenchors, ein Plaidter Junge, der bereits als Jugendlicher sich mit Chormusik beschäftigt hatte und während der Kriegszeit immer wieder den Chor anleitete, während Peter Butz die Orgel bediente. Nach dem Weggang von Lorenz Lauterbach führte er den Kirchenchor fast 40 Jahre erfolgreich weiter, bis er aus gesundheitlichen Gründen 1986 den Dienst aufgeben musste.
Der 19-jährige Mario Peters aus Bell übernahm den Chor in dieser kritischen Phase, und bereits sechs Wochen später wurde beim Jahresausflug im Salzburger Dom wieder die „Apostel-Messe“ von Ignaz Mitterer aufgeführt. Fünf Jahre blieb der junge Künstler in Plaidt, der während dieser Zeit die Ausbildung zum Organisten absolvierte und dann eine größere berufliche Herausforderung in Hechingen/Hohenzollern fand. Nun wechselten in kürzerer Zeit die Chorleiter, bis vor fünf Jahren Florian Strub die Stabführung in der Pfarreiengemeinschaft übernahm und damit auch für die Cäcilienchöre in Miesenheim und Saffig zuständig ist. Ebenso leitet er den Gospelchor „Happy Voices“, der beim Festabend mit zwei Darbietungen gratulierte wie auch die beiden Kirchenchöre.
Zuvor sprach Bürgermeister Klaus Bell als Schirmherr der Veranstaltung und stellte dabei die Bedeutung der Chormusik für das Miteinander und das Lebensgefühl in den Gemeinden heraus. Es gratulierten nun Wilhelm Anheier als Ortsbürgermeister sowie die Vertreter der Plaidter Vereine, die ihre Verbundenheit mit dem Chor zum Ausdruck brachten.
Als ehemaliges Chormitglied hatte Dr. Joachim Kreier es sich nicht nehmen lassen, zum Fest zu gratulieren und aus seiner „musikalischen Lehrzeit“ im Kirchenchor zu berichten. Mit einem Blumengebinde dankte Erwin Unger dann Loni Kretzer für 70 Jahre aktives Singen im Kirchenchor, bevor er zum geselligen Teil des Abends einlud.
