Kreissparkasse Mayen hatte zur Bilanzpressekonferenz eingeladen
„Bank des Jahres 2012“ blickt auf gutes Geschäftsjahr zurück
Seriöse Geschäftspolitik schafft Vertrauen bei Kunden - Qualität hat weiterhin höchste Priorität
Mayen/Region. Landrat Dr. Alexander Saftig, zugleich Verwaltungsratsvorsitzender der Bank, sagte mit Blick auf das vergangene Geschäftsjahr: „Wir haben uns gut geschlagen. Das, was für uns wichtig war, konnten wir erreichen.“
Schaaf: „Seriöse Geschäftspolitik“
Dass die Kreissparkasse Mayen mit einer „seriösen Geschäftspolitik“ den Kunden Vertrauen und Sicherheit bot, so Peter Schaaf, wurde honoriert, „denn in allen Bereichen, besonders in unserem Kerngeschäft, konnten wir 2012 kräftig zulegen“. Die Bilanzsumme stieg im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozent auf 1,57 Milliarden Euro. Die Bilanzeinlagen stiegen um 38 Millionen auf 1,119 Milliarden Euro. Dieser Zuwachs liegt laut KSK Mayen über dem Durchschnitt der rheinland-pfälzischen Sparkassen.
Die Unternehmen im Geschäftsgebiet schauten wieder optimistischer in die Zukunft und investierten stärker. Zugleich wurden Immobilienfinanzierungen rege nachgefragt. Unterm Strich stiegen die Kredite so um 35 Millionen auf 1,031 Milliarden Euro an.
Wie schon in den Jahren zuvor seit Ausbruch der Finanzkrise will Peter Schaaf - zumindest was sein Haus angeht - nicht von der berüchtigten Kreditklemme sprechen. Über alle Kundengruppen wurden 272 Millionen Euro an neuen Darlehen zugesagt und über 247 Millionen Euro ausgezahlt. Das, so Schaaf, sei eine „absolute Rekordsumme“. Als „Domäne“ der Kreissparkasse Mayen wird nach wie vor das Wohnungsbaufinanzierungsgeschäft gesehen. Für Bau, Modernisierung und Kauf wurden im Jahr 2012 rund 2.050 Kredite über 120 Millionen Euro zugesagt (zuzüglich der für die Landesbausparkasse bewilligten Darlehen). 100 Millionen Euro wurden bereits ausgezahlt. Auch bei öffentlichen Fördermitteln will die Bank behilflich sein: Es wurden nach eigenen Angaben rund 200 Förderanträge mit einem Volumen von etwa 7,5 Millionen Euro bearbeitet.
Rekordergebnis bei Versicherungen und Bausparen
Wer Diskussionen um die Entwicklung der Renten verfolgt und die gesetzliche Rente aufstocken will, wendet sich an seine Bank. Die Kreissparkasse verbuchte rund 2.250 Lebensversicherungsverträge (Abschlussvolumen: 22,6 Mio.). Damit gehört die Tochtergesellschaft S-Finanzdienste GmbH erneut zu den erfolgreichsten Sparkassen-Versicherungsagenturen der Provinzial Rheinland-Pfalz. Zusätzlich wurden rund 2.000 Sachversicherungsverträge verkauft. Auch beim Bausparen gab es bei rund 77 Millionen Euro an vermitteltem Bausparvolumen ein Rekordergebnis, berichtete Sparkassendirektor Karl-Josef Esch. „Das ist das höchste Ergebnis seit Bestehen der Kooperation mit unserem Verbundpartner, der Landesbausparkasse Rheinland-Pfalz.“ Unter den 26 rheinland-pfälzischen Sparkassen erreichte die KSK Mayen den zweiten Rang.
Dass die Kunden der regionalen Bank Kreissparkasse Mayen vertrauen, sollte sich auch in den Neukundenzahlen spiegeln: Karl-Josef Esch sprach von „weit über 4.000 neuen Kunden“. 2012 wurden mehr als 3.500 neue Girokonten eröffnet. Damit gibt es rund 55.000 Girokonten bei der Bank für Privat- und Geschäftskunden der Region - fast 40 Prozent der Konten werden online geführt.
„Qualität hat weiterhin höchste Priorität“
Die Kreissparkasse Mayen führte online eine Kundenbefragung durch und erhielt von 92 Prozent der Befragten gute bis sehr gute Noten bei Service, Beratung und Onlinebanking. Neben der genannten Auszeichnung als „Bank des Jahres“ und der Zertifizierung als „Qualitätsbetrieb“ durch den Fachbeirat der Initiative „ServiceQualität Deutschland“, wurde die KSK zum fünften Mal in Folge mit dem „1 Voraus“-Award ausgezeichnet. Dennoch, so Christoph Weitzel, stellvertretendes Vorstandsmitglied, wolle man mit dem Projekt „Qualitätsmanagement 2013“ weiter an Verbesserungen arbeiten. Dazu braucht es Personal: Die Kreissparkasse hat derzeit 465 Beschäftigte. Die Ausbildungsquote mit aktuell 11,7 Prozent (45 Azubis) ist hoch.
Online-Service nimmt weiter zu
Ohne das Internet geht es auch bei Banken schon lange nicht mehr. Neben der genannten Zahl von 40 Prozent aller Konten als Onlinekonten, bietet die Kreissparkasse eine Banking-App und ist bei Facebook, Youtube, Google+ und Xing aktiv. Zudem gibt es eine Internet-Filiale. Hier wurden im letzten Jahr 2,6 Millionen Online-Transaktionen verbucht. Kunden müssen auch nicht mehr zum Auszugsdrucker, lassen sich Kontoauszüge doch im Online-Postfach hinterlegen.
Die Bank will als „Energie-Sparkasse“ die regionale Umsetzung der Energiewende begleiten. Gemeinsam mit der Kreisverwaltung MYK und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises wurde ein Solarkataster geschaffen. Erwartungsgemäß gibt es auch ein Produkt: Mit dem „Klima Sparkassen-Privatkredit“ wurde ein neues Produkt zur Finanzierung von Photovoltaikanlagen aufgelegt und nachhaltige Geldanlagen sind mit dem „Klima Sparkassenbuch“ möglich.
Seit dem letzten Jahr wird am Hauptsitz der Kreissparkasse, in der Mayener St.-Veit-Straße gebaut. Das Gebäude soll, so das stellvertretende Vorstandsmitglied Ottmar Nürnberg, „auf allerhöchstem Niveau“ entstehen. 3.300 Quadratmeter, 85 Mitarbeiter, hohe Energieeffizienz nach dem „Green-Building-Standard“, so ein paar Schlagworte zum Projekt. Zeit- und Kosten liegen offensichtlich im Plan. Nach der Grundsteinlegung im Oktober, hofft man bei entsprechenden Verlauf des Winters auf das Richtfest im März. Die endgültige Fertigstellung ist für das Frühjahr 2014 anvisiert.
Kontaktlos Kleinbeträge zahlen
Zu den Neuerungen, die bald anlaufen, zählt die regionale SparkassenCard. Darauf sind die Sehenswürdigkeiten der Region abgebildet. Die Karten werden ab Ende April verschickt. Um kontaktlose Kleinbeträge bis 20 Euro mit der Karte zahlen zu können, gibt es „girogo“. Bei diesem System wird ein Chip aufgeladen, der sich dann schnell nutzen lassen soll. Peter Schaaf berichtete von bereits 50 Partnern, die auch diese Zahlungsart akzeptieren.
Ein andere Neuerung: Nach einer Kooperation mit den örtlichen LBS-Geschäftsstellen, ist dieses Geschäftsfeld seit dem 1. Januar wieder unmittelbar in der Kreissparkasse angesiedelt. Peter Schaaf: „Mit der Neuausrichtung setzen wir die bisher schon erfolgreiche Immobilienvermittlung fort, sind aber mit unseren Immobilienberatern noch näher bei unseren Kunden.“ Es sei „noch kompakter“, sagte er, wenn alles aus einer Hand komme.
Öffentliches Engagement
Regionale Banken wie die Kreissparkasse fallen durch ihr öffentliches Engagement immer wieder positiv auf. Das Stiftungskapital der Stiftung „Für unsere Jugend“ wurde erneut aufgestockt (zuletzt um 345.000 auf 3,5 Millionen Euro). Mit den Erträgen wird Jugendarbeit von Vereinen, Kommunen, sozialen Einrichtungen und Schulen gefördert, im letzten Jahr kamen rund 150.000 Euro zusammen - seit Bestehen der Stiftung 930.000. Die Fördermittel aus der Stiftung sowie weitere Spenden- und Sponsoringmaßnahmen summierten sich 2012 auf insgesamt 1,15 Millionen Euro. Dieser Etat wird mit rund 160.000 Euro aus den Erträgen des PS-Sparens gespeist. Hinzu kamen 14.000 Euro der „Sportstiftung für den Landkreis Mayen-Koblenz“.
„Qualitatives Wachstum in allen Bereichen“
Nach einem sehr guten Jahr, dürfte die Zielvorgabe nicht schwergefallen sein: Man will den Sparkassenkunden 2013 „mit einer Geschäftspolitik des Augenmaßes und der Nachhaltigkeit begegnen. Denn es hat sich auch 2012 gezeigt, dass sich in der Berechenbarkeit und Transparenz der Geschäftsbeziehung zu den Kunden große Chancen für die Sparkasse auftun.“ Im Vordergrund der Beratungen sollen die „sicheren und transparenten Sparkassenprodukte“ stehen. „Qualitatives Wachstum in allen Bereichen“ und die Neukundengewinnung bleiben nach eigener Aussage für die Kreissparkasse Mayen „die bedeutendsten Ziele“.
Der Vorstand der Kreissparkasse Mayen bilanzierte das Geschäftsjahr 2012.
