Historischer Verein Andernach besuchte Oberwesel
Besichtigung Stadtmuseum und ehemaliges Klosters
Nächste Exkursion nach Bingen am Samstag, 20. Mai
Andernach. Am Samstag, 6. Mai, besuchten die Mitglieder des Historischen Vereins die Stadt Oberwesel. Dr. Manfred Huiskes erklärte beim Spaziergang durch die Stadt zum Stadtmuseum die geschichtliche Entwicklung vom Frühmittelalter bis zur Neuzeit mit ihren diversen Erweiterungen und Veränderungen der Straßen und Mauern, was auch beim Ausblick von der rheinseitigen Mauer anschaulich erfahrbar war. Vergleichbarkeiten mit Andernach wurden deutlich, so der Runde Turm in der Stadtbefestigung, der zum Vorbild des Andernacher Turmes wurde, die mittelalterliche Stadtmauer und eine hochwasserfreie Durchgangsstraße, ähnlich der Hochstraße in Andernach. Hauptziel der Exkursion war das Stadtmuseum „Kulturhaus Oberwesel“, das seine Entstehung einer privaten Kulturstiftung (Margot und Anton Heinrich Hütte) verdankt. Durch die Restaurierung eines alten, denkmalgeschützten Weingutes, erweitert durch einen modernen Anbau, entstanden Museumsräume mit viel Flair, in denen auf vier Etagen Geschichte und Leben am Rhein interessant und spannend dargestellt wird. Die Exponate aus der Vorzeit, des Mittelalters und der Rheinromantik werden durch Multimediaelemente ergänzt, die den Besucher in die jeweilige Zeit eintauchen lassen. Auch das harte Leben der Fischer am Strom sowie die spezielle Geschichte des Hauses werden so lebendig. Der Stifter, Anton Heinrich Hütte persönlich, führte die Mitglieder des Historischen Vereins durch die Räumlichkeiten und erläuterte die Entstehung des Museums von der Idee über die Planungsphase bis zur letztendlichen Realisierung interessant und kurzweilig. Ein weiteres Highlight war die Besichtigung des ehemaligen Franziskaner/Minoriten-Klosters in unmittelbarer Nähe zum Museum. Auch hier half die Kulturstiftung Hütte durch Ankauf und Restaurierung des Terrains und der Gebäudereste des Klosters, dies vor dem völligen Verfall zu bewahren und seine Geschichte unter anderem auch mittels Multimediaeinsatzes anschaulich zu vermitteln.
Anregungen für Andernach
Mit zahlreichen Anregungen für das Andernacher Stadtmuseum im Gepäck wurden sich die Mitglieder des Historischen Vereins bewusst, wie sehr eine Stiftung die Neukonzeption des Museums in Andernach vorantreiben könnte. Am Nachmittag besuchten die Mitglieder des Historischen Vereins die imposante gotische Liebfrauenkirche (Anfang gegen Ende des 12. Jahrhundert/heutiges Erscheinungsbild erste Hälfte 14. Jahrhundert) ursprünglich außerhalb der Stadtmauern unterhalb der Schönburg gelegen.
Zeichnet sich die dreischiffige Basilika außen durch ihre Schlankheit und Steilheit aus – der Westturm misst über 70 Meter, so überrascht im Inneren die reichhaltige erhaltene Ausstattung.
Nicht nur ein filigraner Lettner, sondern auch eines der ältesten erhaltenen Chorgestühle beeindrucken, daneben der Goldaltar aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts, dessen Altarfiguren nach einem Diebstahl 1975 inzwischen wieder zurückgekehrt sind. Viele erhaltene Wandbilder, Epitaphe und Nebenaltäre machen die Kirche zu einem regelrechten „Schatzkästlein“. Dr. Manfred Huikes wusste den Rundgang mit seinem Fachwissen anschaulich zu begleiten, bevor die Gruppe den Heimweg antrat.
Die nächste Exkursion nach Bingen findet am Samstag, 20. Mai statt. Treffpunkt: Bahnhof Andernach, 9 Uhr, Abfahrt Gleis 1, 9.12 Uhr. Dann steht das Historische Museum am Strom auf dem Programm. Die Führung durch die „Kathedrale des Fortschritts“, wie das Gebäude des Museums auch genannt wird, bringt den Besuchern in den vier Hauptausstellungen das Leben Hildegards von Bingen, die Römerzeit, die Rheinromantik und die Binger Stadtgeschichte nahe. Nach der Mittagspause kann verfügbare Zeit individuell genutzt werden. Rückfahrt ist um 16.39 Uhr, Ankunft in Andernach 17.45 Uhr. Anmeldungen bei Günter Haffke, Tel. (0 26 32) 4 36 19. Bitte um Angabe, wer ein Bahnticket benötigt.
