Gut besuchter Ladies Lunch mit Julia Klöckner in Andernach
Bildung, Familie und Frauenrechte waren zentrale Themen
Andernach. Es ist Wahlkampf in Rheinland-Pfalz, bis zur Wahl am 13. März ist es nicht mehr lange hin. Die CDU-Landes- und Fraktionsvorsitzende und stellvertretende Bundesvorsitzende Julia Klöckner reist daher unermüdlich durch das Land und kämpft an allen „Fronten“. Dabei hatte sie sich in Andernach im Hotel „Rheinkrone“ mit der Landtagskandidatin Heidi Thelen und rund 80 Frauen zum „Ladies Lunch“ verabredet. „Mittachesse für Fraue“ nennt Julia Klöckner die Veranstaltung. Männer haben hier eigentlich keinen Zutritt, aber für zwei männliche Journalisten machte sie eine kleine Ausnahme. Die CDU-Landtagskandidatin Hedi Thelen (MdL) eröffnete um 14 Uhr das Frauentreffen mit der Nachricht, dass sich Julia Klöckner etwas verspäte. Nach der Begrüßung der Anwesenden und besonders der Bundestagsabgeordneten Mechthild Heil stellte sie zunächst den neu gewählten Vorstand des Stadtverbandes Andernach vor und informierte über ihre aktuellen Wahlkampfthemen, insbesondere die Gesundheits- und Flüchtlingspolitik, bevor sie das Buffet eröffnete, um die weitere Wartezeit zu überbrücken. Dann war sie plötzlich da, mit einem freundlichen Lächeln und festem Händedruck begrüßte die Landesvorsitzende Julia Klöckner ihre Gäste und entschuldigte sich für die Verspätung, der Termindruck war wohl schuld. Politik und Frauen seien ihr wichtig erklärte sie, gewichtige Themen wie Bildung, Familie und Frauenrechte stehen auf der Agenda. Zunächst aber gab sie einen kleinen Überblick über ihren Werdegang, der sie von dem elterlichen Weinbaubetrieb in Guldental über das Studium der Theologie, Pädagogik und Politikwissenschaften sowie einer journalistischen Ausbildung mit Chefredakteursposten bei der Rhein-Zeitung, einem Fachmagazin und dem SWR in die Politik und im Jahre 2002 in den Bundestag führte. Seit 2011 ist sie Landes- und Fraktionsvorsitzende der CDU im Mainzer Landtag. „Jetzt wissen Sie, wo ich herkomme, am 13. März ist Landtagswahl, dann wissen Sie auch, wo ich hin will“, resümierte sie verschmitzt.
Noten sind wichtig für Schüler
Die Frauen hörten gespannt zu, was die Christdemokratin zu sagen hatte. Vor allem bei einem Punkt erntete die Landesvorsitzende Applaus und zustimmendes Nicken: „Uns geht es darum, dass Frauen wirkliche Wahlfreiheit haben, dazu brauchen wir aber erst einmal die Möglichkeit, dass Frauen Beruf und Familie unter einen Hut bringen können, zum Beispiel durch Teilzeitarbeit und genügend Betreuungsplätze mit flexiblen Öffnungszeiten.“ Auch ihre Ausführungen zu Erziehung und Schulsystem erfahren viel Aufmerksamkeit: „Die Bestrebungen der Rot-Grünen Regierung, schrittweise die Schreibschrift und die Noten an den Schulen abzuschaffen, geht in die falsche Richtung. Wir sind der Meinung, wir brauchen für die Schüler Noten, die etwas aussagen, damit man weiß, wo man steht, um vielleicht auch besser werden zu können.“ Und weiter: „Wir stehen im Wettbewerb nicht nur mit den Schulen in Rheinland-Pfalz, sondern weltweit. Wir werden einheitliche vergleichbare Abschlüsse einführen. In 15 Bundesländern in Deutschland gibt es diese vergleichbaren Abschlüsse, nur in Rheinland-Pfalz nicht. So kann man zum Beispiel ein Abitur aus Andernach nicht mit einem Abitur aus Landau vergleichen, das ist ein Problem, vor allem nachher bei den Universitäten. Das werden wir ändern. Wir werden die Schreibschrift nicht abschaffen, wir werden aber abschaffen Schreiben nach Gehör, wir wollen klare Rechtschreibregeln haben.“
Zum Thema Frauenrechte hatte sie eine klare Meinung: „Frauenrechte gelten für alle. Ich frage mich, wo sind die Rot-Grünen Feministinnen, wenn es um die Unterdrückung der Frau in muslemisch geprägten Familien geht? Wir werden kein intolerantes Frauenbild dulden.“
Anregende Frage- und Gesprächsrunde
Aber Julia Klöckner will nicht nur reden, sondern auch zuhören. Bei einer Frage- und Gesprächsrunde beantwortet sie Fragen, unter anderem von Barbara Söhngen zur schleppenden Abschiebepolitik bei straffällig gewordenen Asylbewerbern.
Hier hat die Landesvorsitzende eine klare Meinung: „Wenn jemand straffällig wird, muss man diese Personen schneller zurückschicken, sie haben ihr Gastrecht verwirkt.
Man darf dann auch nicht lange fackeln, die Leute verstehen das nicht mehr.“ Zu der Frage von Helene Schmitz zum Thema Vergleichbarkeit der Bildungsabschlüsse, wie ihre Meinung zu einem Zentralabitur ist, antwortete sie: „Ich halte es für sinnvoll und richtig.
Es gibt ein breites Interesse daran, ein Deutschlandabitur hinzubekommen, dafür müssen aber auch in Rheinland-Pfalz geltende Standards eingeführt werden.“ Julia Klöckner nahm sich Zeit für viele weitere Fragen der Andernacher Frauenrunde und ließ sich auch nicht stören als ein Mitarbeiter mitteilte, dass vor dem Hotel mehrere Fernsehsender ihre Kameras aufgebaut hätten, um sie zu ihrem aktuellen Vorschlag zur Flüchtlingspolitik zu befragen. Für die Gastgeberin Hedi Thelen (MdL) war es eine gelungene Veranstaltung: „Das ist eine tolle Sache, dass so viele Frauen hierher gefunden haben.“ Auch Klöckners Kreuznacher Zungenschlag fanden viele der anwesenden „Ladies“ sehr charmant.
Julia Klöckner stand Rede und Antwort.
