Konzert in St. Bartholomäus Namedy
Cantuna singt von Liebesfreud und Liebesleid
aus Andernach
Namedy. „Nur Freude hatten wir“, stellte Susanne Neuhaus vom Gemeindeteam Namedy am Ende des Konzertes des Frauenensembles Cantuna fest, selbst wenn in dem ein oder anderen der Lieder auch Leid besungen wurde. Die Namedyer Kirche St. Bartholomäus bot den bestens geeigneten Raum, um den vielen Besuchern wunderschöne Lieder zum Thema Liebesfreud und Liebesleid vorzutragen.
Seit zwei Jahren gibt es das Ensemble Cantuna aus Andernach, sieben hervorragende Sängerinnen und eine Pianistin. In unregelmäßigen Abständen treten sie mit einem gemeinsam zusammengestellten Programm auf, jetzt bereits das dritte Mal in Namedy. In einer musikalischen Zeitreise berührte Cantuna mit Liebesliedern vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart, teils a cappella, teils mit Klavierbegleitung. Im Auftakt, Clara Schumanns Kanon des bekannten Volksliedes „Wenn ich ein Vöglein wär“, war schon die Sehnsucht hörbar, waren die um den weit entfernten, geliebten Menschen kreisenden Gedanken spürbar. In der folgenden Stunde erfuhren die Zuhörer, wie ergreifend Liebeslieder sind, wie sie – vor allem, wenn sie so meisterlich gesungen werden – Gefühle transportieren. Das heimliche, nächtliche Stelldichein des jungen Liebespaares wurde im niederdeutschen Volkslied „Dat du min Leevsten büst“ herrlich besungen, die selbe Geschichte auf ganz andere musikalische Art im lothringischen Volkslied „O du schöner Rosengarten“. Die Freude der Liebenden war beim Vortrag von Cantuna in jeder Ecke der Kirche spürbar! Fröhlich zu hüpfen schienen die Liebenden bei „Lavender’s Blue“, ein altes englisches Volkslied, das mehrfach schon als Filmmusik adaptiert wurde.
Liebe ist aber auch mit Leiden verbunden, Trennung und Liebesschmerz werden in vielen Liedern besungen. Cantuna besang ergreifend Enttäuschung und Trauer über das Ende der Liebe in Johannes Brahms‘ Satz „Da unten im Tale“. In der eindrücklichen Interpretation von Billy Joels „And so it goes“ wurde die schon fast resignierende Haltung deutlich, dass die Liebe zwischen zwei Menschen quasi naturgegeben im Liebesschmerz endet – aber trotzdem die Sehnsucht nach einer Liebe bleibt.
Wunderbar passten in das Programm die Klavierdarbietungen von Emma Abels. „Nuvole Bianche“, die „Weiße Wolke“, von Ludovico Einaudi schwebte federleicht und entspannt aus dem Instrument in den Raum. Ein kleines Gedicht von Friedrich Halm rundete das im wahrsten Sinne die Herzen ergreifende Konzert ab, wenn es vielfältig Antwort auf die Frage gab, was denn die Liebe auszeichnet. Dem begeisterten Publikum boten die Sängerinnen mit dem Madrigal „Mit Lieb bin ich umfangen“eine Zugabe, die den Bogen des Konzerts widerspiegelte.
Das Namedyer Gemeindeteam lud noch zu einem kleiner Umtrunk in der Kirche ein. Beste Gelegenheit für Musikerinnen und Publikum, sich auszutauschen und gemeinsam der Freude an der rundum gelungenen Veranstaltung Ausdruck zu geben.
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Das Frauenensemble Cantuna aus Andernach begeisterte mit Liebesliedern in Namedy Foto: R. Unkelbach