An der Rhein-Mosel-Fachklinik endete eine Ära
Chefarzt Dr. Andreas Korn in den Ruhestand verabschiedet
Andernach. An der Rhein-Mosel-Fachklinik (RMF) endete eine Ära. Nicht weniger als 29 Jahre leitete Dr. Andreas Korn die Abteilung Gerontopsychiatrie an der RMF. Nun verabschiedete sich Korn in den Ruhestand, weshalb ihn das Direktorium, die Kollegen und Mitarbeiter noch einmal gebührend feierten. In seiner Rede hob Dr. Stefan Elsner, Ärztlicher Direktor der RMF, den hohen Stellenwert des vitalen Chefarztes hervor: „Sie haben einen wesentlichen Teil der Klinikgeschichte geprägt, und sie haben einen wesentlichen und wechselhaften Teil dieser Geschichte miterlebt.“ Elsner spielte damit auch auf die Gründung des Landeskrankenhauses (AöR) an, das 1997 die Geschicke der Rhein-Mosel-Fachklinik als Träger übernommen hat.
Oberärztin Dr. Marion Bauer-Hermani stellte heraus: „Sie waren unser Lehrmeister, der sein Fachgebiet exzellent verstanden und sein Wissen gern bereitwillig weitergegeben hat.“
Korn selbst dankte in seiner Ansprache sichtlich bewegt allen Kollegen und Mitarbeitern und besonders seiner Ehefrau Gertrud: „Ohne dich hätte ich es sicher nicht geschafft.“ Medizin und Führung wurden Korn schon in die Wiege gelegt, als er vor 65 Jahren in Bielefeld geboren wurde, als Sohn eines Arztes und als das älteste von sechs Kindern. Nach dem Abitur zog er ins Rheinland, dem er bis heute treu geblieben ist. Von 1971 bis 1977 hat Korn in Köln studiert. Ab Oktober 1978 war er vier Jahre Assistenzarzt in der damaligen Kölner Universitäts-Nervenklinik.
Im Oktober 1982 begann Korn an der damaligen Landesnervenklinik Andernach mit der Fortsetzung der psychiatrischen Weiterbildung. Im November 1983 erhielt er von der Bezirksärztekammer Koblenz die Anerkennung als Arzt für Neurologie und Psychiatrie. Die Zusatzbezeichnungen „Psychotherapie“ und „Klinische Geriatrie“ folgten. Schon einige Zeit in Amt und Würden, wurde Korn 1989 promoviert, mit „magna cum laude“, mit einer Arbeit über morphometrische Untersuchungen an Nervenästen von Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen. Der Bielefelder machte in Andernach bemerkenswert schnell Karriere.
Als Weiterbildungsassistent gekommen, dauerte es nur wenig mehr als zwei Jahre, bis er Ende 1984 zum Leitenden Abteilungsarzt der Gerontopsychiatrie ernannt wurde.
In all den Jahren hat er beständig an der diagnostischen und therapeutischen Weiterentwicklung der Abteilung gearbeitet „und mit seinen Mitarbeitern für das Renommee und die hervorragende Leistungsfähigkeit der einzigen gerontopsychiatrischen Fachabteilung im Norden von Rheinland-Pfalz gesorgt“, lobte Elsner.
Das geschah aber nicht nur durch seinen engagierten chefärztlichen Einsatz in der Klinik. Zahlreiche Vorträge hat er im Lauf der Jahre an verschiedenen Orten gehalten. Lange Zeit bot Korn Sprechstunden zu Fragen um die Demenz in Gesundheitsämtern an. Außerdem war er vielfach als Gutachter tätig und beteiligte sich an Forschungsprojekten.
Des Weiteren war Korn langjährig als Konsiliararzt vor allem in Koblenzer Allgemeinkrankenhäusern tätig.
„Natürlich war er auch erfolgreich an der Weiterbildung einer großen Zahl von Assistenzärzten beteiligt, in der klinischen Praxis wie im theoretischen Unterricht. Viele Jahre hatte er einen Lehrauftrag der Universitätsmedizin Mainz für die Ausbildung unserer PJ-Studenten“, resümierte Elsner.
Korn und Elsner arbeiteten 18 Jahre zusammen. Der Abschied fiel Elsner schwer: „Ich habe ihn in dieser Zeit als einen Kollegen erlebt, der sich stets mit Elan für eine gute Versorgung der Patienten eingesetzt hat, dabei auch immer wieder kämpferisch für die Belange seiner Abteilung. Wir haben zahllose Gespräche geführt, bei denen er immer kompromissbereit und lösungsorientiert war, und ich konnte mich darauf verlassen, dass eine einmal getroffene Absprache eingehalten wurde.“
