Allgemeine Berichte | 07.02.2014

Jahreshauptversammlung des Plaidter Gartenbauvereins

Chlorhühnchen und Genpflanzen: Nein danke!

Plaidt. Vierundzwanzig Mitglieder hatten sich eingefunden, als Vorsitzender Erwin Unger am vergangenen Mittwoch die Jahreshauptversammlung des Plaidter Gartenbauvereins eröffnete. Nach dem Gedenken an die fünf im vergangenen Jahr verstorbenen Mitglieder wurde die vorliegende Tagesordnung, die mehrfach im Nachrichtenblatt veröffentlicht worden war, Punkt für Punkt abgearbeitet. Da es keine Einwände, keine Ergänzungen oder Abänderungen gab, wurde dem Antrag auf Entlastung des Vorstands nach dem Bericht der Kassenprüfer mit großer Mehrheit zugestimmt.

Planung für 2014

Nun folgte die Planung der Arbeiten für das Jahr 2014; hier wurde wiederum über den „Tag der offenen Gärten“ diskutiert und dazu der Vorstand beauftragt, darüber zu beraten und festzulegen, wann und wie dies vonstattengehen soll. Erwin Unger gab anschließend die Planung der Jahresfahrt im Juli bekannt, zu der separat eingeladen wird.

Brisantes Thema

Um 20 Uhr konnte der Referent des Abends, Bio-Landwirt Ralf Wey aus Moselsürsch, die inzwischen stark angewachsene Zahl der Zuhörer zu einem brisanten Thema informieren. Er sprach über die Verhandlungen zum geplanten Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den USA. Ralf Wey arbeitet als Vorsitzender des Verbands der „Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft“. Im „Kritischen Agrarbericht“ warnen die Autoren nicht nur vor Chlorhühnchen und Gentechnik, die womöglich bald auf unseren Tellern laden; dort wird verstärkt darauf hingewiesen, dass dieses Abkommen die Verbraucherrechte in Europa unterminiere und die demokratische Kontrolle gefährde. Bereits im vergangenen Jahr hatte die damalige Verbraucherministerin Ilse Aigner davor gewarnt, dass der hart erkämpfte Verbraucherschutz in Deutschland gefährdet sei. Insbesondere die Anbauverbote für gentechnisch veränderte Pflanzen stehen dabei in der Kritik von US-Konzernen, da auf diesem Gebiet sie die Weltmarktführer sind und deshalb versuchen, solche „Handelsbeschränkungen“ zu überwinden – der Verbraucherschutz soll außen vor bleiben. Kritisiert wurde vom Referenten die Tatsache, dass nicht bekannt gegeben werde, wer in welchem Auftrag verhandle. Ein Register der beteiligten Personen wird nicht veröffentlicht, und was unter der Hand bekannt wird, lässt nichts Gutes ahnen: Das sind Geheimverhandlungen von Lobbyisten und Interessenvertretern. Zusammenfassend konnte Ralf Wey daraufhin empfehlen, eine stärker regional und ökologisch ausgerichtete Landwirtschaft zu unterstützen.

Alle Abgeordneten nach persönlicher Stellung befragen!

Hilfreich und empfehlenswert sind dazu ebenfalls schriftliche Anfragen an die jeweils gewählten Abgeordneten sowohl im Landtag, im Bundestag und im Europaparlament, wie sie persönlich zu diesen Verhandlungen stehen. Darin sollte deutlich werden, dass aufmerksame Mitbürger sich nicht einfach alles servieren lassen, was und wie es der Nahrungsmittelindustrie gefällt. Dabei betreffen die Überlegungen und Beratungen aber nicht nur den Ernährungssektor, sondern das gesamte öffentliche Leben mit allen Konsequenzen. Sollte es tatsächlich dazu kommen, wird es keine regionalen öffentlichen Ausschreibungen mehr geben dürfen. Firmen mit Billigangeboten müssen dann den Zuschlag erhalten. Auf dem Gebiet der Kulturförderung und -angeboten wird bereits jetzt schon heftig gestritten. Das schwierige Thema konnte nur angerissen werden, da mit solchen Handelsabkommen auch Menschenrechte wie Schutz vor Kinderarbeit, vor Sklavenarbeit und vor Ausbeutung verletzt werden können. Soziale Standards, in jahrhundertlangen Kämpfen errungen, stehen auf dem Spiel. Weitere Informationen folgen.

Pressemitteilung des

Plaidter Gartenbauvereins

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare

Die alte Ockenfelser Linde soll fallen

  • Claudia W. : Ich bin in der Bergstraße aufgewachsen, meine Großeltern lebten dort. So traurig das ein einzelner so etwas durchsetzt! Ich hoffe das es noch abgewendet wird und dieser schöne alte Baum erhalten bleibt.
  • Iris Arens : Es wiederholt sich immer und überall: Auswärtige ziehen in Kenntnis der Sachlage zu und klagen anschließend gegen die bei Zuzug bereits bestehenden und bekannten Umstände. Hoffentlich bleibt die Linde...

Verschiebung wegen Planungsunsicherheit

  • Sabine Weber-Graeff: Da werden Abermilliarden in die Aufrüstung der Bundeswehr,respektive die Landesverteidigung gesteckt und dann wird seitens von Grün ernsthaft erwogen in den Sichtbereich des militärischen Radars zwei...
  • Joschi Hund: Leider kann man nicht mehr von einem Antik und Trödelmarkt sprechen, warum ? Wenn über die Hälfte der Händler Neuware anbieten und Ihre Waren mit Festpreisen ausgezeichnet haben. Man kann sagen über 80 % der Aussteller waren Händler.
Rund um´s Haus
Dienstleistungen
Rund ums Haus
Azubispots Bad Neuenahr 2026
10 Jahre NoWi
Titelanzeige
Stellenanzeige
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Brunnenfest
Empfohlene Artikel
Diakon A. Schlösser bei der Andacht
9

Andernach. Am 30. April versammelten sich die Mitglieder der St. Quirinus-Nachbarschaft zu einem feierlichen Wortgottesdienst an der Düsseldorff’schen Kapelle in Andernach. Andreas Schlösser, der in Personal-union als Schöffe der Nachbarschaft und Diakon der Pfarrei St. Marien fungierte, fand inspirierende Worte für den Ehrentag des heiligen Quirinus. Im Anschluss an die Andacht nutzten die Nachbarinnen...

Weiterlesen

Weitere Artikel
Mit kleinen Kunststücken und viel Einfühlungsvermögen sorgen die Clowndoktoren für persönliche Begegnungen und zaubern ein Lächeln in die Gesichter der Bewohnerinnen und Bewohner.
8

Hachenburg. Ein Vormittag voller Lachen, Nähe und kleiner magischer Momente: Im Caritas-Altenzentrum Haus Helena in Hachenburg sorgten die ehrenamtlichen Westerwälder Clowndoktoren für beste Stimmung unter den Bewohnerinnen und Bewohnern.

Weiterlesen

Nach dem Banküberfall mit Geiselnahme in Sinzig dauert der Großeinsatz der Rettungskräfte am heutigen Freitag weiter an.Foto: Blick aktuell
1290

Sinzig. Nach dem Banküberfall mit Geiselnahme in Sinzig dauert der Großeinsatz der Polizei am heutigen Freitag weiter an. Wie Pressesprecher Jürgen Fachinger von der Polizeiinspektion Koblenz mitteilte, bleibt die Lage derzeit statisch, die Maßnahmen laufen weiterhin. Es werde gehofft, dass der Einsatz ohne Verletzte beendet werden kann. Hinweise auf Verletzte oder Tote liegen nach aktuellem Stand nicht vor.

Weiterlesen

Image Anzeige
Anzeige 35-jähriges Jubiläum
10 Jahre NoWi
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Gebrauchtwagenanzeige
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Stellenanzeige
Nachruf-Anzeige Marjanca Maguin
AzubiSpots Bad Neuenahr
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0284#
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0284#
Stellenausschreibung Geschäftsführer Perspektive
Haus und Gartenparadies
Vatertag
Titelanzeige KW 19
Brunnenfest Bad Breisig
Brunnenfest in Bad Breisig