Jahreshauptversammlung des Plaidter Gartenbauvereins
Chlorhühnchen und Genpflanzen: Nein danke!
Plaidt. Vierundzwanzig Mitglieder hatten sich eingefunden, als Vorsitzender Erwin Unger am vergangenen Mittwoch die Jahreshauptversammlung des Plaidter Gartenbauvereins eröffnete. Nach dem Gedenken an die fünf im vergangenen Jahr verstorbenen Mitglieder wurde die vorliegende Tagesordnung, die mehrfach im Nachrichtenblatt veröffentlicht worden war, Punkt für Punkt abgearbeitet. Da es keine Einwände, keine Ergänzungen oder Abänderungen gab, wurde dem Antrag auf Entlastung des Vorstands nach dem Bericht der Kassenprüfer mit großer Mehrheit zugestimmt.
Planung für 2014
Nun folgte die Planung der Arbeiten für das Jahr 2014; hier wurde wiederum über den „Tag der offenen Gärten“ diskutiert und dazu der Vorstand beauftragt, darüber zu beraten und festzulegen, wann und wie dies vonstattengehen soll. Erwin Unger gab anschließend die Planung der Jahresfahrt im Juli bekannt, zu der separat eingeladen wird.
Brisantes Thema
Um 20 Uhr konnte der Referent des Abends, Bio-Landwirt Ralf Wey aus Moselsürsch, die inzwischen stark angewachsene Zahl der Zuhörer zu einem brisanten Thema informieren. Er sprach über die Verhandlungen zum geplanten Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den USA. Ralf Wey arbeitet als Vorsitzender des Verbands der „Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft“. Im „Kritischen Agrarbericht“ warnen die Autoren nicht nur vor Chlorhühnchen und Gentechnik, die womöglich bald auf unseren Tellern laden; dort wird verstärkt darauf hingewiesen, dass dieses Abkommen die Verbraucherrechte in Europa unterminiere und die demokratische Kontrolle gefährde. Bereits im vergangenen Jahr hatte die damalige Verbraucherministerin Ilse Aigner davor gewarnt, dass der hart erkämpfte Verbraucherschutz in Deutschland gefährdet sei. Insbesondere die Anbauverbote für gentechnisch veränderte Pflanzen stehen dabei in der Kritik von US-Konzernen, da auf diesem Gebiet sie die Weltmarktführer sind und deshalb versuchen, solche „Handelsbeschränkungen“ zu überwinden – der Verbraucherschutz soll außen vor bleiben. Kritisiert wurde vom Referenten die Tatsache, dass nicht bekannt gegeben werde, wer in welchem Auftrag verhandle. Ein Register der beteiligten Personen wird nicht veröffentlicht, und was unter der Hand bekannt wird, lässt nichts Gutes ahnen: Das sind Geheimverhandlungen von Lobbyisten und Interessenvertretern. Zusammenfassend konnte Ralf Wey daraufhin empfehlen, eine stärker regional und ökologisch ausgerichtete Landwirtschaft zu unterstützen.
Alle Abgeordneten nach persönlicher Stellung befragen!
Hilfreich und empfehlenswert sind dazu ebenfalls schriftliche Anfragen an die jeweils gewählten Abgeordneten sowohl im Landtag, im Bundestag und im Europaparlament, wie sie persönlich zu diesen Verhandlungen stehen. Darin sollte deutlich werden, dass aufmerksame Mitbürger sich nicht einfach alles servieren lassen, was und wie es der Nahrungsmittelindustrie gefällt. Dabei betreffen die Überlegungen und Beratungen aber nicht nur den Ernährungssektor, sondern das gesamte öffentliche Leben mit allen Konsequenzen. Sollte es tatsächlich dazu kommen, wird es keine regionalen öffentlichen Ausschreibungen mehr geben dürfen. Firmen mit Billigangeboten müssen dann den Zuschlag erhalten. Auf dem Gebiet der Kulturförderung und -angeboten wird bereits jetzt schon heftig gestritten. Das schwierige Thema konnte nur angerissen werden, da mit solchen Handelsabkommen auch Menschenrechte wie Schutz vor Kinderarbeit, vor Sklavenarbeit und vor Ausbeutung verletzt werden können. Soziale Standards, in jahrhundertlangen Kämpfen errungen, stehen auf dem Spiel. Weitere Informationen folgen.
Pressemitteilung des
Plaidter Gartenbauvereins
