Musical-Aufführung in der Elisabethschule
"Coco - Superstar"
Beeindruckendes Bildungsprojekt mit großem Erfolg abgeschlossen
Andernach. „Eine spannende Geschichte über Talente und Casting-Shows mit Popmusik, wie sie sein soll: dynamisch, romantisch, frech und verträumt.“, das versprachen die Verantwortlichen und Akteure des am vergangenen Wochenende in der Elisabethschule dargebotenen Musicals „Coco - Superstar“. Und dieses Versprechen wurde von den rund 70 mitwirkenden Kindern eindrucksvoll eingelöst. Schulleiterin Andrea Pickenhahn und Lucia Stark, Leiterin des Zweckverbandes Kulturforum Mayen-Koblenz und somit der Kreismusikschule (KMS) und der Jugendkunstschule MYK begrüßten das Publikum und die Ehrengäste und nach einem kurzen Grußwort von Oberbürgermeister Achim Hütten begann die Show.
Ende gut, alles gut!
Das junge Musical-Ensemble überzeugte mit erstaunlichen schauspielerischen, tänzerischen und musikalischen Darbietungen sein Publikum in der voll besetzten Turnhalle. Die Zuschauer konnten, erstmals am vergangenen Freitagabend (die zweite Aufführung fand am Samstag statt), den mitreißenden Bühnen-Kampf von Schülerinnen und Schülern um eine Backstage-Karte verfolgen. Leider stand die begehrte Berechtigungskarte für eine Begegnung mit Coco, dem neuen Musik-Idol, nur einmal zur Verfügung. Für die Direktorin war sofort klar, dass nur der- oder diejenige mit den besten Zensuren infrage kam und provozierte mit dieser Sichtweise ein Feuerwerk an Emotionen. Doch sagt allein ein Zeugnis aus, wer man ist und was man kann? Naturwissenschaftler, Sportler, Sprachgenies und Künstler lieferten sich einen Wettstreit, bis auf einmal die Direktorin ihre längst vergessenen Träume und sich entfaltende Talente bei ihren Schützlingen erkannte. Als „Running Gag“ tauchte immer wieder der wirbelnde Hausmeister auf, der allen letztendlich die Lösung bescherte: Aufgrund seines Kontaktes zur technischen Coco-Crew konnte er den Kindern die exklusive Liveübertragung des ersehnten Konzertes in die Schule versprechen. Die Aussicht auf das gemeinschaftliche, musikalische Erlebnis zählte schließlich für die Coco-Fans mehr, als die einsame Backstage-Karte, und mit Begeisterung feierten alle den Geburtstag ihres Hausmeisters mit. Eine Band aus Lehrern der Kreismusikschule und 19 Schülerinnen und Schülern der Elisabethschule, die während des Projekts verschiedene Instrumente erlernen konnten, gab dem Bühnenspektakel den wohlklingenden, musikalischen Rahmen.
Ein langer Weg zum Erfolg
Schon vor der Aufführung spürte man die große Vorfreude und eine in der Luft liegende, von Adrenalin gepuschte, Spannung bei den Akteuren. Andrea Pickenhahn zeichnete mit Lucia Stark den langen Weg von der Idee bis zur Aufführung: Seit fast einem Jahr arbeitete das junge Amateur-Ensemble unter professioneller Anleitung an dem Musical-Projekt. Mit einem schulinternen Casting wurde im vergangenen Jahr nicht nur nach schauspielerischen, musikalischen und tänzerischen Talenten gesucht, sondern auch nach Schülerinnen und Schülern mit Neigungen für Bereiche wie Bühnenbau, Maske oder Requisite. Angefangen hatte alles zu Beginn des vorigen Jahres in der Kreismusikschule, als Lucia Stark über das Bundesprojekt „Kultur macht stark - Bündnis für Bildung“ informierte. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert mit diesem Projekt außerschulische Bildungsmaßnahmen auf dem Gebiet der kulturellen Bildung. So sollen bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche in Ihrer Entwicklung unterstützt werden. Als Bärbel Manke, Honorarkraft der Kreismusikschule und Lehrerin an der Elisabethschule von der Fördermaßnahme hörte, warb sie bei ihrer Schulleiterin Andrea Pickenhahn und in ihrem Lehrerkollegium engagiert und mit Erfolg für die Projektübernahme. Bald einigten sich die begeisterten Verantwortlichen auf das Musical „Coco Superstar“ der Komponisten Martin Schulte und Sandra Engelhardt, ein Musikwerk, das in den Lebensräumen Schule und Livekonzert spielt. Im August wurde das vorgeschlagene Projekt genehmigt und mit den Arbeitsgemeinschaften (AG) begonnen, die regelmäßig freitags während der Schulzeit stattfanden. Über den Verband deutscher Musikschulen erhielt die Kreismusikschule Mayen-Koblenz rund 100.000 Euro aus dem Fördertopf. Für die Begleitung der AGs Schauspiel, Tanz, Kunst (Gestaltung von Kulissen, Bühnenbild, Schminken), Gesang und Musikinstrumente konnten freiberufliche Künstlerinnen und Künstler gewonnen werden. Mit Ausnahme der Erstklässler waren die meisten Schülerinnen und Schüler mit von der Partie. Im Mai schloss sich noch ein intensives Probenwochenende in der Landesmusikakademie Engers an. Andrea Pickenhahn hob besonders die positiven Nebeneffekte des Projektes für den Zusammenhalt in der Schule und den Entwicklungsprozess der Kinder und Jugendlichen hervor.
Wirklich ein Grund zum Feiern
Dank der Bündnispartnerschaft zwischen der Kreismusikschule (KMS) als Antragstellerin, der Jugendkunstschule, dem Förderverein der KMS, der Elisabeth-Schule Andernach und der unterstützenden Kreissparkasse war es, innerhalb der elfmonatigen Probearbeit und schließlich mit der Aufführung, erlebbar gelungen, die Talente der Schülerinnen und Schüler zu wecken und das Publikum mit einer Geschichte zu verzaubern, in die sich jeder einbringen konnte und in der sich jeder wiederfand. In einem Meer aus Blumen, mit vielerlei Dankworten und mit ausgelassener Freude feierten die beteiligten Jugendlichen und Erwachsenen mit ihrem Publikum nach dem Finale den erfolgreichen Abschluss ihres beachtlichen Projekts. Dieses wird nicht nur den Schülerinnen und Schülern der Elisabethschule, einer Bildungseinrichtung mit dem Förderschwerpunkt Lernen, als Gemeinschaftserlebnis in Erinnerung bleiben. Auf einer produzierten Live-DVD, die jedem Mitwirkenden zukommt, wird das Aufführungs-Erlebnis außerdem festgehalten.
