Allgemeine Berichte | 28.03.2013

Energietipp der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz

Dämmstoffe - worauf es ankommt

Es muss nicht immer Polystyrol sein: Hier dient Mineralwolle als Dämmstoff bei der Außenwanddämmung. VZ RLP

Andernach. Die Auswahl an Dämmstoffen ist riesig, und ebenso groß ist manchmal die Verunsicherung der Bauherren, welches Material nun das Beste ist. Am Anfang der Entscheidung sollte deshalb die Frage stehen: Welche Dämmstoffe sind für die geplante Dämmmaßnahme bautechnisch zugelassen und welchen Brand- und Schallschutz sollen sie bieten? Der Anwendungsbereich lässt sich bereits an den Piktogrammen auf der Verpackung erkennen. Ebenfalls aufgedruckt ist der Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit, die sogenannte Wärmeleitstufe (WLS). Die heute übliche WLS liegt zwischen 032 oder 040. Übliches Polystyrol hat die WLS 035. Je kleiner dieser Wert ist, desto besser dämmt das Material. Allerdings sind sehr gute Dämmstoffe auch teurer. Polystyrol und Polyurethan sind verhältnismäßig günstig - aber nicht jeder mag sie. Oft werden Ausdünstungen befürchtet - diese sind bei abgelagertem Polystyrol aber nicht mehr vorhanden.

Ebenfalls weitverbreitet sind Faserdämmstoffe, meist Mineralwolle. Hier wurde in den vergangenen Jahren die Zusammensetzung verändert um Gesundheitsgefahren zu reduzieren, die Fasern sind jedoch immer noch lungengängig.

Im ökologischen Hausbau beliebt: Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen, beispielsweise Holzfasern, Schafwolle, Flachs oder Hanf. Häufig sind Naturdämmstoffe etwas teurer und die gemessene Wärmeleitfähigkeit höher als die anderer Dämmstoffe - dafür liefern Naturdämmstoffe meist einen guten Schallschutz. Unbedingt sollte aber auf Zusatzchemikalien und Umweltzeichen geachtet werden. Und auch manche Fasern von Naturdämmstoffen sind lungengängig.

Nicht alle Dämmstoffe können in Eigenleistung angebracht werden. Für das Einblasen von losem Dämmmaterial wie etwa Zelluloseflocken wird ein Fachbetrieb benötigt. Neue Technologien wie Vakuum oder Nano-Dämmstoffe sind erst seit kurzer Zeit auf dem Markt, sodass über Langzeitperformance, Haltbarkeit und Entsorgung noch wenig Erfahrung vorliegt. Bei der viel beworbenen „Dämmfolie“ ist große Zurückhaltung angebracht. Die sogenannten Wunderfolien reflektieren zwar Wärmestrahlung, isolieren aber kaum gegen Wärmeleitung, deshalb ist der Effekt nur begrenzt und kann übliches Dämmmaterial nicht ersetzen.

Bei der Entscheidung für den passenden Dämmstoff hilft der unabhängige Energieberater der Verbraucherzentrale nach Terminvereinbarung. Die Beratung ist kostenlos. Der Energieberater hat am Freitag, 3. Mai, 14 bis 17 Uhr Sprechstunde in Andernach in der Stadtbücherei im Historischen Rathaus, Hochstraße 52-54. Die Beratungsgespräche sind kostenlos. Voranmeldung unter Tel. (0 26 329 9 22-1 79 oder -1 10. Für weitere Informationen Beratungstermine: Energieberatungshotline (08 00) 6 07 56 00 (kostenlos).

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Es muss nicht immer Polystyrol sein: Hier dient Mineralwolle als Dämmstoff bei der Außenwanddämmung. Foto: VZ RLP

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