Seniorenkreis der Kolpingfamilie Andernach
„Dem Himmel nah!“
Bergsteigen und –wandern in den Alpen
Andernach. Zu einem Vortrag der besonderen Art hatte der Seniorenkreis der Kolpingfamilie ins Pfarrheim Maria-Himmelfahrt eingeladen. Das Kolping-Mitglied Wolfgang Redwanz aus Andernach berichtete über seine Touren und „Seilschaften“ vornehmlich in Österreich, Südtirol aber auch in der Schweiz. Das tat er mit Gleichgesinnten in einem Zeitraum von mehr als zwanzig Jahren. Seine Erlebnisse hat er in einem Buch mit dem Titel „Dem Himmel nah“ zusammengefasst. Das Besondere an diesem Nachmittag: Die musikalische Begleitung durch Rafael Rieck aus Nachtsheim in der Eifel am Klavier. Zuvor stellte Redwanz seinen Mitstreiter am Piano vor. Beruflich kannten sich beide bereits seit längerer Zeit als Pädagogen im Schuldienst. So leitete Rieck den Vortragsnachmittag durch seine Improvisation „Eropp on araff“ ein. Schmissige Rhythmen, Blues und Soulmusik hallten durch den Saal, wenn Rieck – inspiriert durch fesselnde Fotos in schneebedecktem oder eisigem Bergpanorama –eigene Kompositionen und Improvisationen und damit seine Interpretation des Gesehenen und Gehörten zum Besten gab. In den ersten Bildern wird die Mannschaft präsentiert, die allesamt aus der Region Koblenz stammen. Zunächst eine reine Männertruppe, alle Pädagogen in den verschiedensten Ausprägungen, zwei davon auch noch Pfarrer. Zum Glück stößt noch eine Frau dazu, Brigitte, die den „anständigen Beruf“ einer Krankengymnastin ausübt. Erst ist die Truppe als Duo, dann als Quartett und schließlich ab 1987 als Sextett einschließlich eines Bergführers unterwegs. Ausgangspunkt war zunächst Obergurgel im Ötztal in Österreich, quasi das „Basislager“ in den ersten Jahren. Obergurgel liegt auf knapp 2000 Meter NN. und daher ist es leichter, verschiedene Berggipfel um die 3000 Meter zu besteigen. Der Ort bietet darüber hinaus ideale Trainingstouren. Die ersten drei bis vier Tage dienen jeweils zur Akklimatisierung, die notwendige Ausrüstung wird getestet. Dann geht’s los in die Ötztaler Alpen. Die Truppe war bei der Tour zur Finailspitze sehr nahe an der Fundstelle des Ötzi am Similaun, allerdings zwei Jahre zu früh! Herrliche Panoramaaufnahmen, mit und ohne Gipfelkreuz, Gletscherüberquerungen in allen Wetterlagen zeichnen ein Bild dieser Unternehmungen. Aller guten Dinge in den Stubbaier Alpen sind drei: Wilder Pfaff, Zuckerhütl und die Pfaffenschneide. 1992 ist die Ortlergruppe das Ziel. Ausgangsort ist Sulden. Über die Weißkugel zum Monte Cevedale sind die Zwischenetappen bis zum Ortler, der mit 3.905 Metern knapp unter der 4.000 Metermarke liegt. Hier begegnen sie auch Reinhold Messner, der hier unterwegs ist wegen Filmaufnahmen im Bergmassiv. Und weiter geht’s im folgenden Jahr zum Großglockner, mit knapp 3.800 Metern der höchste Berg Österreichs in den Hohen Tauern. „Wilde Wasser“ – Bild und Musik beschreiben eine Bachüberquerung mit Hindernissen. Der Bach ist durch Schmelzwasser reißend angestiegen, ein Sicherungsseil ist gerissen. Fünf Flachländer in den Bergen, zwar unerfahren, aber: Wir haben keine alpinen Spitzenleistungen erbracht, im Grunde genommen könnten das einige hier im Saal ebenfalls tun! Dem Himmel nah beschreibt nicht die Zwei-, Drei oder gar Viertausend Meter, die man dem Himmel näher kommt; vielmehr hält das Hochgebirge Erlebnisse, ja Schöpfungserlebnisse ganz besonderer Art bereit. Wie beschrieb der Bergführer seine Truppe: „Sie sind nicht die Schnellsten, aber sie kommen überall hin“. Dennoch ist der krönende Abschluss „Dem Himmel nah“ in der Bergkette über Saas Fee zu finden, die Viertausender bis Viertausendfünfhundert Meter hoch gelegenen Gipfel vereinigt. Schon aber kündigt sich der „Abschied von den Bergen“ im Jahr 2010 an, der letzte Tag gilt der Hohen Wilde mit 3458 Metern. Mit dem Hinweis auf den nächsten Termin mit Bezirkspräses Ralf Birkenheier endete der Nachmittag traditionell mit dem gemeinsam gesungenen Kolpinglied.
Referent Wolfgang Redwanz und Musiker Rafael Rieck. Fotos: Privat
