Kolpingfamilie Andernach
Der Karneval der 2. Jugend
Narrhalla stand Kopf
Andernach. Von wegen, die „Alten“ können keine Faasenacht mehr feiern: Das Kolpinghaus stand Kopf, als das Tollitätenpaar mit seinem gesamten Hofstaat und dem Vertreter des Festausschusses in die festlich blau und weiß geschmückte Narrhalla einzogen. Was bereits bei „Kolping“ Tradition ist, der Karneval der 2. Jugend, lockte wiederum viele Mitglieder in das Kolpinghaus an der Hochstraße. Pünktlich um 15.11 Uhr eröffnete der Vorsitzende Georg Manthey die „Sitzung“ und gab das Mikrofon an den „Sitzungspräsidenten“ Josef Nonn weiter. Als erster Programmhöhepunkt zog bereits die närrische Reisegesellschaft des Andernacher Prinzenpaares aus den Reihen des stolzen Korps der Rot-Weißen Husaren in den Saal ein. Ihm, den restlichen Mitgliedern des Hofstaates und dem Vertreter des Festausschusses Werner Peusens, wurde ein triumphaler Empfang bereitet, so wie sie es von vorangegangen Veranstaltungen im Kolpinghaus gewohnt waren. Das machte auch Prinz Michael I, „Der Pröb von der Kostümgrupp“ deutlich, als er sowohl auf das „Fest in Blau“ und den „Dämmerschoppen des Alt Herren Corps“ der Blauen Funken Andernach hinwies. Nach der obligatorischen Begrüßungszeremonie gab es einen reichen Ordenssegen durch den Festausschuss und das Prinzenpaar. Leider mahnten dringende Regierungsgeschäfte zum Aufbruch.
Bericht aus einer „Hausmännerwirtschaft“
Danach ging es Schlag auf Schlag. Zu den Klängen von Heinz Meurer auf seiner „Quötsch“ als „Sitzungskapelle“ meldete sich ein „Strohwitwer“ zu Wort, der wegen des Kuraufenthalts seiner besseren Hälfte allerlei auch aus seiner „Hausmännerwirtschaft“ zu berichten wusste, was zu Erheiterungsstürmen der närrischen Gesellschaft führte. Ende gut, alles gut, Ferdi Busenkell konnte erneut wie seit vielen Jahren in der Bütt der Kolpingsfamilie begeistern. Zwei Ganoven schlossen sich an, Anita Baumann mit ihrem „Ede“ - einer mit ihr verbundenen Puppe - hatten allerlei auf dem Kerbholz und legten dann eine heiße Sohle aufs Parkett, den Kriminaltango in der Version des Hazy-Osterwald-Sextett, eine fesselnde Aufführung in Wort und Tanz. Für diesen gekonnten Auftritt gab es - wie auch für alle anderen Akteure - Beifall und ein kleines Präsent als Dankeschön.
Jo, main‘ Frau..,
Als „Der arme Deuwel“ wusste Addi Klöppel in seiner Paraderolle, die er seit mehr als 35 Jahren verkörpert, zu glänzen. Jo, main‘ Frau.., so beginnen oft seine mit Pointen gespickten Reden. Christa Erbar berichtete über ihre und die ihres Mannes gemachten Erfahrungen, die mit der Geburt der Enkel verbunden sind. Auch hier blieb kein Auge trocken, bevor die „Sänger vom finst’ren Walde“, die Evergreens vom Alt-Herren-Corps der Blauen Funken und ihrem musikalischen Leiter Heinz Meurer mit einem Potpourri von Liedern die Närrinnen und Narrhallesen zum Mitschunkeln animierten.
„Zwei Damen im Urlaub“
Keine Kosten und Mühen hatten die Veranstalter gescheut, um zwei Schwergewichte des internationalen Musikgeschehens, die „Wildecker Herzbuben“ auf die Bühne des Kolpinghauses zu bringen. In einer gelungenen Persiflage entpuppten sich Elfriede Lamberz und Elfriede Neiß als Wilfried und Wolfgang. Auch diesen beiden Aktiven wurde das Versprechen abgenommen, im kommenden Jahr wieder zur Verfügung zu stehen. „Zwei Damen im Urlaub“ (Gabi Hermann und ihre Nichte Eva Hermann) wussten von interessanten Dingen am Strand oder auf einem Kreuzfahrtschiff zu berichten. Dieses unterhaltsame und gekonnt vorgetragene Zwiegespräch leitete über zum Ausklang des bunten Karnevalsprogramms bei Kolpings. Die Evergreens zogen erneut alle Register und konnten mit ihren Stimmungsliedern das inzwischen trübe und nasse Heimwegswetter etwas erhellen - es regnete nämlich in Strömen. Vorsitzender Georg Manthey und Sitzungspräsident Josef Nonn schlossen den karnevalistischen Nachmittag mit einem dreifachen Annenach Alaaf und ebenso donnernden Ratsch Bumm ab.
