Lokalsport | 12.03.2013

Mitgliederversammlung des Tennisverbands Rheinland

„Die Pässe sind Geschichte“

Satzungsänderung ist beschlossen, zwei Neuzugänge bereichern das Präsidium

Für ihre intensive Vereinsarbeit erhielten die Vertreter der Vereine TC Blau-Weiss Herschbach, TC Anhausen, TC Steimel und TC Lissendorf (v. li.) je einen Karton Bälle von Präsident Ulrich Klaus.

Koblenz. „Mit unserem Passsystem sind wir in Deutschland eine Insel.“ Hinter dieser lapidaren Feststellung des Präsidenten Ulirch Klaus stand die deutliche Aufforderung an die Vereinsvertreter, für den Antrag des TC Oberwerth Koblenz zu stimmen. Der sah eine Aufhebung der Passordnung vor sowie gleichzeitig, als Ausgleich für den Wegfall der vom Verband erhobenen Passgebühren, eine Erhöhung bzw. Einführung des Mannschaftsgeldes. Es war der einzige heiß diskutierte Tagesordnungspunkt auf der ordentlichen Mitgliederversammlung des Tennisverbandes Rheinland in der Aula des Koblenzer Gymnasiums auf der Karthause und als strittig erwies sich dabei ganz offensichtlich weniger der mehrheitlich gewünschte Wegfall der Pässe und die damit verbundene Verringerung des Verwaltungsaufwandes, sondern die „unglückliche Verquickung von zwei verschiedenen Anträgen“, wie die Kritik aus der Delegiertenrunde lautete. Zwar warnte TVR-Präsident Ulrick Klaus, kurz zuvor wiedergewählt, davor, „das eine zu nehmen und das andere nicht zu wollen“, aber es bestand der Wunsch, über die 36.000 Euro zu sprechen, die anstelle der Passgelder (Klaus: Ein Nullsummenspiel) an den Verband fließen sollen. „Wir benötigen die Einnahmen“, verwies Klaus auf die Haushalts-Unterdeckung. Nach zahlreichen Wortbeiträgen zu der Satzungsänderung, die vom TCO-Vorsitzenden Harald Stölzgen mit Verve verteidigt wurde, und nach dem Hinweis des TVR-Vize Carl Kipp auf Abstimmung über den einheitlichen, ungeteilten Antrag bat Präsident Klaus um Stimmabgabe mit dem Ergebnis, dass sich die 51 Vereinsvertreter (161 Stimmen) mehrheitlich mit 83 Ja- und 76 Nein-Stimmen bei zwei Enthaltungen dafür aussprachen, vom nächsten Jahr an auf Pässe zu verzichten.

Finanzlage bleibt angespannt

Keine Trendwende konnte Versammlungsleiter Klaus bei zwei Dauerthemen vermelden: Die Mitgliederzahl hat sich um weitere 2,4 Prozent verringert („Ein bundesweiter Trend“), die Finanzlage bleibt angespannt. „Es wird immer schwieriger, einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen“, so der TVR-Präsident. „Investitionen in die Zukunft sind angesichts der derzeitigen Finanzlage nicht möglich.“ Mitgliedsbeiträge sind eine wichtige Einnahmequelle des Verbandes, umso mehr schmerzt der Schwund. Konkrete Hilfsangebote stießen auf wenig Nachfrage, „wir würden gern in die Vereine gehen, zu einer Vorstandssitzung oder zum Tag der offenen Tür“. Immerhin, es gibt Lichtblicke, genannt wurden vier eher kleinere Vereine: TC Lissendorf (von 87 auf 104 Mitglieder), TC Steimel (123 auf 149), TC Anhausen (57 auf 79), TC Blau-Weiss Herschbach (68 auf 102). Geehrt wurden auch zwei verdiente Ehrenamtler: Ernst Hirner, seit 1989 Erster Vorsitzender des TC Weibern, mit der goldenen Ehrennadel; Wolfgang Hirsch, Pressewart (1991 bis 2003) und Erster Vorsitzender (seit 2005) des TC Grün-Weiß Bad Salzig, mit Silber.

„Deutschland spielt Tennis“

Erhöhte Aufmerksamkeit erforderte der Vortrag des hessischen Verbandsvize Kai Burkhardt, der ausführlich (Klaus: Das könnte eine Doktorarbeit werden) zum Thema „Deutschland spielt Tennis - Das Modell des HTV“ sprach. Wichtigste Erkenntnis der Hessen: Mit einer aufwendigen Telefonaktion, bei der 400 Vereine befragt wurden, konnte die Anzahl der Anmeldungen zu dieser bundesweiten Saisoneröffnungs-Veranstaltung am letzten April-Wochenende deutlich gesteigert werden. „Wir haben diese Telefonaktion imitiert“, teilte TVR-Präsident Klaus mit, das Engagement von Breitensport-Referent Dieter Kamptz führte zu einem deutlichen Anstieg der Meldezahlen. Dass sich die Werbeaktion „Deutschland spielt Tennis“ (DsT), die im Vorjahr nur auf geringen Widerhall im Rheinland stieß, lohnen kann, zeigt das Beispiel TC Münstermaifeld, auf das Ulrich Klaus in seinem schriftlichen Bericht verwies: 2012 erstmals bei DsT dabei, 40 neue Mitglieder gewonnen. Zu den Berichten der Präsidiumsmitglieder, mit der Einladung verschickt, gab es keine Nachfragen, auch die Wieder- bzw. Neuwahl des Präsidiums erfolgte im Eiltempo. Lothar Weber (Spielbetrieb) und Rudi Frick (Regelkunde und Schiedsrichterwesen) hatten nicht mehr kandidiert, für sie stiegen Andreas Germei (TC Rheinböllen), bislang TVR-Spielleiter Jugend weiblich, bzw. Horst Kelling (TC Bad Ems), ein routinierter Turnierleiter, ins Präsidium auf. Zwiespältiges Lob erfuhr Schatzmeister Wolfgang Jung bei der Diskussion seines (einstimmig angenommenen) Haushaltsvoranschlages 2013 für die „finanztechnisch richtige hohe Darlehenstilgung, die aber Fingerspitzengefühl gegenüber den Vereinen“ (Klaus) erfordere. Der an dieser Stelle erfolgte Verweis des TVR-Präsidenten auf den im zweiten Jahr hintereinander „gegen unsere Stimmen“ erhöhten Beitrag an den DTB erfuhr ein Echo unter Verschiedenes, dem letzten Tagesordnungspunkt, als es um die Klage DTB vs. ATP ging: Ob der Tennisverband Rheinland aus dem Deutschen Tennis Bund austreten könne, lautete die nicht ganz ernst gemeinte Nachfrage.

Präsidium der nächsten Jahre

Das Präsidium des Tennisverbandes Rheinland für die nächsten zwei Jahre, Präsident: Ulrich Klaus, Vizepräsident (Recht und Organisation): Carl Kipp, Schatzmeister: Wolfgang Jung, Sportwart: Hans Molitor, Jugendwart: Michael Montada, Leiter Spielbetrieb: Andreas Germei (neu), Lehre und Ausbildung: Friedhelm Kurz, Schultennis: Anke Wardjawand, Regelkunde und Schiedsrichterwesen: Horst Kelling (neu), Freizeit und Breitensport: Dieter Kamptz, Recht und Organisation: Carl Kipp.

Pressemitteilung des

Tennisverbandes Rheinland

Für ihre intensive Vereinsarbeit erhielten die Vertreter der Vereine TC Blau-Weiss Herschbach, TC Anhausen, TC Steimel und TC Lissendorf (v. li.) je einen Karton Bälle von Präsident Ulrich Klaus.
„Die Pässe sind Geschichte“

Der erste Vorsitzende des TC Weibern, Ernst Hirner (links) erhielt die Goldene TVR-Ehrennadel, mit Silber zeichnete Präsident Ulrich Klaus den ersten. Vorsitzenden des TC GW Bad Salzig, Wolfgang Hirsch (Mitte), aus.

Für ihre intensive Vereinsarbeit erhielten die Vertreter der Vereine TC Blau-Weiss Herschbach, TC Anhausen, TC Steimel und TC Lissendorf (v. li.) je einen Karton Bälle von Präsident Ulrich Klaus.

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Alles rund ums Haus
Innovatives rund um Andernach
Doppelseite PR/Anzeigen
Osterangebot
Tag der offenen Tür
First Friday Anzeige März
SB Standesamt
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Mitarbeiter IT-Administrator
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2254

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
132

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Rund um´s Haus
Rund ums Haus
Kreishandwerkerschaft
Kreishandwerkerschaft
Essen auf Rädern
Kreishandwerkerschaft
Kreishandwerkerschaft
Anzeige "Rund ums Haus"
Rund ums Haus
Innovatives rund um Andernach
Oster-Anzeige
Imageanzeige Dauerauftrag 04/2026
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Titel
Ostergruß
Container Anzeige
Innovatives rund um Andernach
Stellenanzeige mehrere Stellen
PR-Anzeige
Unterstützeranzeige