Klimaanpassung hat Priorität in Andernach
Die Stadt setzt auf langfristige Maßnahmen
aus Andernach
Andernach. Die Sommer werden zunehmend heißer – auch in Andernach sind die Auswirkungen des Klimawandels deutlich spürbar. Im vergangenen Jahr wurden an der Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Andernach an zwei Tagen die höchsten Temperaturen Deutschlands gemessen. Diese Meldungen sorgten bundesweit für Aufmerksamkeit. Gleichzeitig gilt: Die gemessenen Temperaturen beziehen sich auf den konkreten Standort der Wetterstation. Sie bilden daher nicht zwangsläufig die Temperaturverhältnisse im gesamten Stadtgebiet ab. Je nach Lage, Bebauung, Vegetation oder Höhenunterschieden können die Temperaturen innerhalb einer Stadt unterschiedlich ausfallen.
Unabhängig von einzelnen Rekordwerten steht fest, dass der Klimawandel auch in Andernach zu häufigeren und intensiveren Hitzeperioden führt. Deshalb richtet die Stadt ihren Blick vor allem auf die Frage, wie die Menschen bestmöglich vor den Folgen zunehmender Hitze geschützt werden können.
„Ob Andernach an einzelnen Tagen die höchste gemessene Temperatur Deutschlands aufweist, ist für uns nicht die entscheidende Frage“, erklärt Oberbürgermeister Christian Greiner. „Entscheidend ist, dass wir die Folgen des Klimawandels ernst nehmen und Städte so gestalten, dass sie auch bei zunehmender Hitze lebenswert bleiben. Daran arbeiten wir bei uns in Andernach mit zahlreichen konkreten Maßnahmen.“
Um die örtlichen Temperaturverhältnisse künftig noch genauer abzubilden, kann das bestehende Messnetz im Stadtgebiet perspektivisch um zusätzliche Messstationen erweitert werden. Bereits heute liefert das Klimabeet an der Stadtmauer aktuelle Messwerte zur Temperatur und damit einen Einblick in die klimatischen Bedingungen vor Ort.
Auch bei der Bewässerung des Stadtgrüns möchte die Stadt zunehmend auf digitale Lösungen setzen. Das Sachgebiet Umwelt und Nachhaltigkeit prüft gemeinsam mit dem Bereich Digitalisierung derzeit den Einsatz von Baumsensoren zur Erfassung der Wasserversorgung von Bäumen. Perspektivisch könnten die Sensoren zusätzlich dazu beitragen, die Temperatur im Schatten der Bäume zu erfassen und damit weitere Erkenntnisse über das Stadtklima zu gewinnen.
Klimaanpassung wird bei den geplanten Baumaßnahmen der Stadt von Beginn an besonders berücksichtigt. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem die Ausweitung und Vernetzung von Stadtgrün, die Begrünung von Bauwerken sowie die Pflanzung klimaangepasster und zukunftsfähiger Baum- und Pflanzenarten. Dachbegrünungen beispielsweise am Läufkreuz oder auf dem Dach der Volkshochschule tragen dazu bei, Gebäude und ihre Umgebung zu kühlen, Regenwasser zurückzuhalten und das Stadtklima zu verbessern.
„Klimaanpassung und die Schaffung von Wohnraum sind kein Widerspruch. Als Stadt haben wir die Verantwortung, auch künftig ausreichend Wohnraum für die Menschen zu schaffen. Diese Aufgabe dürfen wir nicht gegen die notwendigen Maßnahmen zur Klimaanpassung ausspielen. Beides gehört zu einer vorausschauenden und verantwortungsvollen Stadtentwicklung“, so der Oberbürgermeister.
Auch im Baugebiet Am Burgerbergweg II werden entsprechende Klimawandelanpassungsmaßnahmen umgesetzt. So sind im Grüngürtel rund um das Baugebiet Maßnahmen zur Begrünung, zum Wasserschutz und zur Vorsorge gegen Starkregen geplant. Des Weiteren ist geplant, die Versiegelung im Baugebiet möglichst gering zu halten und das Niederschlagswasser durch beispielsweise Dachbegrünungen verzögert in die Kanalisation einzuleiten.
Anhand dieser geplanten und umgesetzten Projekte ist erkennbar, dass für die Stadt Andernach vor allem das konkrete Handeln im Mittelpunkt steht - mit langfristig angelegten Projekten zum Schutz der Menschen und zur Anpassung des Stadtraums.
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Klimabeet an der Stadtmauer in Andernach Foto: Stadtverwaltung Andernach/ EK