295. Gelog der Burgtornachbarschaft
Ein Abend im Zeichen des Karnevals
Andernach. Am Samstag, 4. Februar, beging die Burgtornachbarschaft ihr 295. Gelog in der Gaststätte „Stammbaum“. Nachdem die Damen sich bereits bei Kaffee und Kuchen eingestimmt hatten, konnte Amtmann Carsten Umbscheiden und der gesamte Schöffenstuhl zahlreiche Nachbarinnen und Nachbarn im gut gefüllten Gastraum zum offiziellen Gelog begrüßen. Nach Eröffnung und einem stillen Gedenken der verstorbenen Nachbarn des letzten Jahres verlas Protokollarius und Schriftführer Stephan Klemmer den Jahresbericht. In akribischer und sorgfältiger Weise hatte er alle Ereignisse des vergangenen Jahres aufgelistet und ließ so manch schöne Aktion der Nachbarschaft Revue passieren. Nach diesem Jahresrückblick präsentierte Kassenwart Frank Biesenbach seine Zahlen, stellte Einnahmen und Ausgaben gegenüber und lieferte einen akkuraten Kassenbericht. Die Nachbarn Werner Proff und Sascha Schulz hatten die Kasse geprüft und bescheinigten dem Kassenwart eine einwandfreie Kassenführung. Nachbar Schuhmachermeister Josef Bell dankte als Sprecher der gesamten Nachbarschaft dem Schöffenstuhl für die geleistete Arbeit und bat die Anwesenden, Entlastung zu erteilen. Diese wurde einstimmig erteilt. Mit der Wiederwahl des Prokurators Franz Haas und des Schultheis Jan Lohrum sowie der Wiederwahl der Kassenprüfer war der offizielle Teil des Gelogs beendet. Mit Steffi Asbach konnte eine neue Nachbarin gewonnen werden und somit wurde sie traditionell zum „Nachbarschaftsknecht“ bestellt. Dieser hatte in alten Zeiten die Funktion des Laufburschen zur Nachrichtenübermittlung. Durch Los wurde auch das Amt des „Brunnenmeisters“ neu vergeben, und zwar an Jan Lohrum, der damit ein weiteres Amt innehat. Dieser hatte in alten Zeiten die Qualität der Brunnen und somit des Trinkwassers zu prüfen.
Und dann ging es Schlag auf Schlag
Eröffnet wurde der karnevalistische Teil mit dem Einzug der ältesten „Boy-Band“ Andernachs, dem Panikorchester. Laut Berechnung des Amtmannes stehen hier summa summarum 626 Lebensjahre auf der Bühne: der Älteste mit 85 und der Jüngste mit 20 Jahren. Mit ihren Stimmungsliedern brachten sie den Saal so richtig in Schwung und fühlten sich bei Burgtornachbarschaft im „Stammbaum“ pudelwohl. Und während ihres Auftritts kam der absolute Höhepunkt des Abends: Prinzessin Manuela I. und Prinz Michael II. samt Gefolge zogen unter dem Jubel der Nachbarn ein. Schnell hatte das bodenständige und sehr sympathische Prinzenpaar die Herzen aller gewonnen und verbreitete Stimmung und Frohsinn. Mitten in diese Narhalla platzte eine Alarmierung der Feuerwehr. Da viele Nachbarn auch aktive Feuerwehrmänner sind, mussten diese zur Feuerwache abrücken. Und hier erwies sich das Zusammenspiel von Feuerwehr und Prinzengefolge als wunderbar. Die Fahrer des Prinzengefolges fuhren unverzüglich die Feuerwehrleute zur Feuerwache und verkürzten damit die Ausrückzeit enorm. Da es sich jedoch nur um einen kleineren Einsatz handelte, konnte die Feier rasch weitergehen. Ein Ordenssegen ging nun auf die Anwesenden hernieder. Prinz Michael II. erhielt den Hausorden der Nachbarschaft und Prinzessin Manuela I. sowie Gefolge Präsente. Und dann gab es Hausorden, Festausschussorden und Prinzenorden für verdiente Nachbarinnen und Nachbarn. Nachdem sich Prinzenpaar und Gefolge verabschiedet hatten, ging es weiter im karnevalistischen Programm. Nala und Lukas, das Kindertanzpaar der Prinzengarde wirbelten über die „Bühne“ und brachten mit ihrem Tanz und professionellen Darbietungen den Saal zum Toben. Ohne eine Zugabe wurden die beiden Kinder, denen die Herzen aller zuflogen nicht verabschiedet. Peppi, der Clown sorgte mit seinem Saxophon und Kölscher Musik für eine wunderbare Stimmung. Da wurde gesungen, geschunkelt und sich gefreut, ganz so wie es im rheinischen Karneval üblich ist. Nach dem gemeinsamen Abendessen standen dann zwei weitere „Büttenasse“ bereit, um die Nachbarn bei Stimmung zu halten. Schultheis Jan Lohrum als der „arme Abnehmer“ sorgte mit seinen Ausführungen zum Thema „Abnehmen“ und „Zunehmen“ und den vielen Problemen, die sich hier für einen Diätwilligen ergeben für allgemeine Heiterkeit. Und auch der „Doof vom Niederhof“ sorgte mit den Sorgen und Nöten, die er durch seine Ehefrau, seine Verwandtschaft, und die ganze Umwelt überhaupt zu erdulden hat für so manchen Lacher in der Gesellschaft. Amtmann Carsten Umbscheiden war sich nicht zu schade, diesen armen Tropf zu präsentieren. Nach einer kleinen Verlosung klang dann der Abend gemütlich und harmonisch aus.
In geselliger Runde klang der Abend gemütlich und harmonisch aus.
