Ein Meister der Chormusik gibt sich die Ehre!
Hochkarätiges Benefizkonzert anlässlich des 50-jährigen Jubiläums von Chordirektor Werner Lohner
Mendig. Dass die Konzerte des bereits mit höchsten Auszeichnungen geehrten Chordirektors Werner Lohner und seiner nicht weniger weltweit berühmten Chorgruppe Lohner ausverkauft sind, ist schon fast selbstverständlich. So verwunderte es auch nicht, dass die Pfarrkirche St. Cyriakus am vergangenen Samstagabend beim Benefizkonzert anlässlich des 50-jährigen Jubiläums von Chorleiter Werner Lohner bis auf den letzten Platz besetzt war. Nicht zuletzt zählten zu den Akteuren der unvergesslichen Veranstaltung der weit über die Region hinaus bekannte Bariton Herbert Kranz, der als Solist u.a. auch mit der Chorgruppe seines Schulfreundes Werner Lohner internationale Erfolge feiern durfte sowie der brillante Kirchenmusiker und Chordirektor Sven Scheuren, der bereits als Jugendlicher wesentliche Impulse von seinem musikalischen Wegbegleiter Werner Lohner erhielt und dessen Chöre er immer wieder gerne am Klavier wie auch an der Orgel begleitet. Während der begnadete Organist Sven Scheuren die andächtig lauschenden Konzertbesucher mit dem „Präludium und Fuge g-Moll“ von Dietrich Buxtehude, Andre Knevels „Toccata g-Moll“ und nicht zuletzt mit atemberaubenden Interpretationen über „Nun danket alle Gott“ tief beeindruckte, bewies er auch als Pianist und Begleiter der vokalen Darbietungen des Abends großes Feingefühl.
Ein langjähriger Freund
Als langjähriger Freund Werner Lohners gab auch Herbert Kranz sich die Ehre, indem er am Schluss des Konzertes auf der Empore der Pfarrkirche die Chorgruppe Lohner bei dem von Fritz Ihlau komponierten Werk „Jerusalem“ als Solist begleitete und zu Beginn u.a. mit einer äußerst einfühlsamen und zugleich kraftvollen Interpretation des besonders emotionalen Werkes von Felix Mendelssohn-Bartholdy „Es ist genug“ überzeugte.
Stars des Abends
Die „Stars“ des Abends waren jedoch eindeutig die hochkarätigen Sänger der Chorgruppe Lohner! Obwohl Pastor Ralf Birkenheier im Namen von Werner Lohner darum gebeten hatte, erst am Ende des Konzertes zu applaudieren, ließen einige Zuhörer sich von ihrer Begeisterung derart hinreißen, dass sie ihren durchaus berechtigten Beifall nicht zurückhalten konnten. Ob es sich um das unter dem Dirigat ihres höchst engagierten Chorleiters Werner Lohner achtstimmig intonierte „Popule meus“ von Ludevico da Vittoria handelte, das von den höchst talentierten Solisten Christian Lohner und Johannes Ellerich begleitete „Salve Regina“, das von Rudolf Desch gesetzte und von den Solisten Herbert Baulig und Johannes Ellerich ausdrucksstark begleitete Werk „Niemals vergeß´ ich den Tag“ oder um das siebenstimmig dargebotene „Ave Maria“ von Franz Biebl - die harmonischen und mitunter atemberaubenden Darbietungen, die an Perfektion kaum noch zu überbieten waren, gingen wohl jedem Zuhörer tief unter die Haut. Als die letzten Töne des „Te Deum“ verklungen waren und die Chorgruppe sich von der Empore wieder zu ihren Plätzen vor dem Altar begeben wollten, bedankten die Zuhörer sich mit stehenden Ovationen, die sich so lange steigerten, bis Werner Lohner und seine Sänger ihre ursprünglichen Plätze wieder eingenommen hatten.
Außergewöhnliche Leistung
Die außergewöhnlichen Leistungen von Chordirektor Werner Lohner, der übrigens auch als Organist und als Musikpädagoge auf eine langjährige erfolgreiche Zeit zurückblicken kann, würdigte auch der Präsident des Chorverbandes Rheinland-Pfalz e.V., Karl Wolff: „Ich weiß Ihre erbrachte Leistung sowie Ihre musikalische Schaffenskraft zum Wohle des heimischen Chorwesens und Ihr fachliches Können in hohem Maße zu schätzen. Sie haben bei ihren Chören immer wieder bewiesen, dass gut ausgesuchte Literatur alles bewegen und mitunter auch verändern kann. Ich persönlich gratuliere Dir, lieber Werner, zu Deinem 50-jährigen Jubiläum, zu dem ich Dir heute schon einmal die Ehrennadel des Deutschen Chorverbandes überreiche. Die „offizielle“ Ehrung findet dann im Februar kommenden Jahres statt. Ich wünsche Dir weiterhin viel Schaffenskraft, Gesundheit und Gottes Segen!“
Eine glockenhelle Stimme
Hausherr Pastor Ralf Birkenheier, der in seinem Grußwort Victor Hugo mit den Worten zitierte: „Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist“, bedankte sich in seiner unnachahmlich herzlichen Art für das Benefizkonzert zugunsten „seiner“ St. Cyriakus - Kirche, indem er, begleitet von Sven Scheuren am Klavier, den Introitus des Kirchweihfestes: „Terribilis est locus iste“ sang. Damit erinnerte er an „den kleinen Werner Lohner“, der diesen Hymnus an St. Cyriakus in der Choralschule mit glockenheller Stimme vorgetragen hatte und damit die „Löcher“ Mönche faszinierte. „Ich konnte nicht anders, ich musste für diesen Abend und vor allem für Sie, lieber Herr Lohner, den Introitus des Kirchweihfestes -mit Unterstützung von Herrn Scheuren- ansingen.
Die Worte, die alles sagen, was nicht aussagbar und dennoch wahr ist. Unsere Umwelt ist taub geworden für das Unsagbare, das Unausdenkbare und -unempfindlich für das Schweigen- das doch so Ersehnbare. Terribilis est - ja, wie wunderbar ist doch dieser Ort: Himmel und Erde - Gott und Mensch - eins sind sie! Wer das glauben kann, der kann nicht schweigen, der muss das los werden, der muss das andere hören und spüren lassen - und wenn es sein muss, mit Takt und Stock“, so Pater Ralf - wie er von den Mendigern liebevoll genannt wird.
SF
