Heinz Stark referierte über die Veränderungen im Stadtbild Andernachs
Eine alte Stadt, die immer jung bleiben wird
Andernach. Altbekanntes, aber oft schon wieder verdrängt: Andernacher Bilder aus zwei Jahrhunderten Stadtgeschichte wurden von Heinz Stark an die Wand projiziert. In der Gegenüberstellung "Alt und Neu" konnte der Wandel im Erscheinungsbild der Stadt plakativ deutlich gemacht werden.
Der Referent Heinz Stark ist nicht nur Mitglied der Kolpingsfamilie Andernach, sondern auch der Amtmann der mitgliederstärksten St. Johannes-Nachbarschaft. Ebenso ist er im Andernacher Karneval kein Unbekannter: Als höchster Repräsentant bildete er mit seiner Ehefrau Hermine das Andernacher Prinzenpaar von 1996. Deshalb verfügt er auch über einen gewissen Fundus an alten Aufnahmen, denen er dann die Bilder der Neuzeit gegenübergestellte. Am deutlichsten wurde der Wandel anhand eines Exkurses durch die Altstadt, beginnend am Stadtgraben bis hin zum Quartier zwischen Hochstraße, Läufstraße und Grabenstraße. Die kleinen, an die Stadtmauer geschmiegten Wohnhäuser mit ihren Hausgärten zum Stadtgraben hin ließen am ehesten erkennen, mit welchen gravierenden Eingriffen in vorhandene Substanzen Altes verloren ging, aber durch die Freilegung der historischen Stadtmauer auch Chancen für eine Stadterneuerung verbunden waren. Altes Eichamt und Zollamt entlang der Läufstraße, heute Eingang zur Tiefgarage, und das neue Rathaus mit der gegenüberliegenden Bebauung bildeten ebenfalls einen Kontrast. Der Abriss der Malzfabrik Düsterwald und Tillmann an der Gartenstraße mit der alten Turnhalle eröffnete den Bau des ehemaligen Horten-Kaufhauses.
Das Rheinvorgelände ab „Rahse Hein“ mit dem schwimmenden Bootshaus des Rudervereins Rhenus, die alte Badeanstalt am Alten Kranen und am Bollwerk, der Abriss der Lagerhallen Wiebel, die alte Fassfabrik und die Firmen Rhenus und Drünert, die Abfertigungsanlagen der Firma Avizius waren ebenfalls Stationen des Vortrages. Ebenso war der Bereich der Hochstraße rund um das „Rote Haus“, das Stiftshospital und das Hauses von der Leyen mit der gegenüberliegenden Christuskirche Diskussionsgrundlage.
Die alten Standorte von Malzfabriken, zum Beispiel Mengelbier und Wantzen, heute jeweils mit anderer Bebauung, ließen ein Raunen durch den Saal gehen. Veränderungen hat es immer gegeben: So waren die Umwidmungen der Roten und der Schwarzen Schule mit umfassenden Sanierung und Neunutzungen verbunden, dem Abriss der Grauen Schule und des Gebäudes der ehemaligen „Evangelischen Bekenntnisschule“ an der Unteren Wallstraße sollen oder sind bereits Neubebauungen gefolgt. So verging die Zeit wie im Flug und die Teilnehmer bedankten sich mit langanhaltemden Beifall für diese kurzweilige und interessante Präsentation der Verwandlungen einer alten Stadt, die immer jung bleiben wird.
