Günter Schmidt wurde nach 48 Jahren als Pastor verabschiedet
„Es ist nicht leicht, die Gemeinde St. Stephan aufzugeben“
Andernach. Es war ein festliches Hochamt, musikalisch gestaltet vom Kirchenchor St. Stephan unter der Leitung von Joachim Kestler, mit dem sich Pfarrer Günter Schmidt sichtlich bewegt vom Amt als Pastor von seiner Pfarrgemeinde St. Stephan in Andernach verabschiedete. Herzlich dankte er für den langen, gemeinsamen Weg: „Wenn es nach meinem Herz ginge, würde ich jeden in den Arm nehmen“. Es ist außergewöhnlich und ein besonderes Geschenk, dass Günter Schmidt über 48 Jahre, also ein Leben lang, in der von ihm gegründeten Gemeinde als Pfarrer wirken konnte. Pfarrer Michael Rams entrichtete in Vertretung von Dekanatsreferent Uli Britten die Dankesworte von Bischof Dr. Stephan Ackermann und verband dies mit seinem persönlichen Dank an eine ganze Priestergeneration, die das Leben der Kirche nach dem II. Vatikanischen Konzil besonders geprägt habe. Liebevoll waren die Worte von Schwester Theresia, die auch im Namen der Leutesdorfer Johannesschwestern sprach: „In Dankbarkeit tragen und bewahren wir alles im Herzen, was Sie uns als Mensch und Pastor dieser Gemeinde geschenkt haben. Sie werden heute von Ihrem Amt als Pastor der St. Stephan Pfarrei entbunden. Ja, Pastor ist man eine gewisse Zeit, aber Priester ist man in Ewigkeit. So werden Sie weiterhin mit uns und für uns da sein und in Ihrem priesterlichen Dienst und den Begegnungen mit den Menschen ihre Gemeinde begleiten und tragen, solange Gott Ihnen die Kraft dazu gibt.“ Zwar ist es für Pastor Schmidt „nicht leicht, die Gemeinde St. Stephan aufzugeben“, doch sieht er die Altersgrenze von 75 Jahren, die Bischof Ackermann um weitere drei Jahre verlängert hatte, positiv, denn „sie schützt den Pfarrer vor der Überforderung, und sie schützt die Gemeinde.“ Der Königsweg Gottes gehe über das Kreuz und stehe der Lebensplanung und Lebensgestaltung entgegen, betonte Günter Schmidt: „Nicht das Festklammern am Amt sichert das, was wir gemeinsam aufgebaut haben. Abschied tut weh, aber wird möglich, da ich die Kraft dieser Gemeinde kennengelernt habe.“
Unter den Händen von Pfarrer Günter Schmidt ist in Zusammenarbeit mit der Gemeinde und den vielen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern viel Beachtenswertes geschaffen worden, etwa die Pfarrkirche St. Stephan, Hildegard Tagesstätte, eine klösterliche Niederlassung der Johannesschwestern von Leutesdorf im sozialen Brennpunkt Südhöhe, die Altenzentrum-Sankt-Stephan-Stiftung sowie die Stiftung-Kirchliche-Sozialstation-Andernach als ökumenisches Projekt. Freundschaftlich verbunden denkt Pfarrer Helmut Cordes gerne an diesen gemeinsamen, ökumenischen Weg und erinnerte an die Anfänge: „Das Verhältnis zwischen Evangelischen und Katholiken war freundlich distanziert, aber nicht mehr. Mit Deinem Kommen hatte sich einiges verändert. Du hast immer ein persönliches Verhältnis zu den Menschen und kannst alle, ob Alte, ob Kinder, mit Namen anreden.“ Auch Oberbürgermeister Achim Hütten dankte Günter Schmidt für über 50 Jahre, die dieser als Kaplan und später als Pastor in Andernach gewirkt hat: „Ohne Ihre Arbeit und ohne Ihre Liebe zu Gott wäre diese Stadt ein Stück ärmer. Ich habe selten einen lebendigeren Menschen kennengelernt als Günter Schmidt.“
Bei der anschließenden Feier im Pfarrsaal St. Stephan hatten Gertrud Hüttges von der Heimleitung des Altenzentrums, Susanne Fetscher-Knopp, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, und Gabi Schmitz, Zweite Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, eine heitere Präsentation rund um das Leben von Pastor Günter Schmidt und seine Vorlieben vorbereitet. Unter dem Motto „Da is noch apps“ zeigten sie heitere Schnappschüsse und würzten diese mit eigenen humorvollen Interpretationen. Der Geehrte erhielt eine Kiste leckerer „Äppel“. Doch statt des kleinen Schneidebrettchens, das während der Präsentation als Tablett diente, überreichten sie ihm auch ein echtes Apple-Tablet. Pfarrer Schmidt zeigte sich sichtlich erfreut und bedankte sich bei all seinen hauptamtlichen Mitarbeiterinnen, wobei er Gemeindereferentin Ute Josten und Sekretärin Gabriele Kulmus ebenfalls besonders erwähnte. Schließlich sprach Susanne Fetscher-Knopp den Anwesenden aus dem Herzen, als sie feststellte: „Uns alle macht es glücklich zu wissen, er bleibt noch eppes.“
Und da es für Pastor Günter Schmidt keinen Stillstand gibt, hat er bereits mit seiner „Initiative Spiel-Kiste“ eine neue Sammelaktion für einen guten Zweck ins Leben gerufen.
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