Rhein-Mosel-Fachklinik und Stadt Andernach gedachten und mahnten
Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus
Andernach. Zum „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ am 27. Januar gedachte die Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach wie seit einigen Jahren insbesondere an die Opfer der Euthanasie und setzt sich damit auch mit der Geschichte der Klinik während der NS-Zeit auseinander. Während eines ökumenischen Gottesdienstes in der Klinikkirche, der von Krankenpflegeschülern mitgestaltet wurde, wurde auch an die heute stetig lauernden Gefahren gemahnt. Einige Beispiele menschenverachtenden Verhaltens wurden aus Zeitungsberichten genannt - aktuelle Beispiele, die zeigen, dass ein gefährliches Potenzial nach wie vor in der Gesellschaft zu lauern scheint und die stetige Erinnerung an die Befreiung von Auschwitz (der Aufhänger des vom damaligen Bundespräsidenten Herzog initiierten Gedenktages) nötig ist. Der Ärztliche Direktor Dr. Stefan Elsner berichtete von einem neuen Denkmal, das 2013 in Berlin eröffnet werden soll. Er hofft, dass durch die zentrale Lage in der Tiergartenstraße noch mehr Menschen mit dem Thema konfrontiert werden. Die Menschen sollen, so Elsner, „wenigstens kurz innehalten“. Alleine durch die Euthanasie seien nach Schätzungen etwa 200.000 Menschen während der NS-Zeit ermordet worden. Im Anschluss an den Gottesdienst wurde wie gewohnt am Container in der Innenstadt, der an die Opfer erinnert, die von der Andernacher Klinik aus in die „T4“-Anstalt Hadamar geschickt wurden, Kränze von der Klinikleitung und der Stadt Andernach niedergelegt. Oberbürgermeister Achim Hütten dankte der Rhein-Mosel-Fachklinik und dem Landeskrankenhaus, „dass Sie das Erinnern aufrecht erhalten“. Er mahnte, es gelte, nicht nur zu erinnern, sondern, wie es bereits während der Messe getan wurde, brauner Gesinnung entgegenzustehen. Hütten unterstrich die „Banalität des Bösen“, die die Philosophin Hannah Arendt nach dem Weltkrieg erstmals erörterte. Man muss sich nicht selbst in Gefahr bringen, so der Oberbürgermeister. Oft genüge es schon, in Gesprächen gegenzuhalten.
WPA
