Allgemeine Berichte | 06.12.2013

Gedenveranstaltung ging unter die Haut

Das kürzlich nach Nickenich zurückgekehrte Messbuch des früheren Nickenicher Pfarrers Johannes Schulz wurde in seine frühere Pfarrei Elm-Derlen verliehen

Der Nickenicher Pfarrer Norbert Missong und der Elmer Pfarrer Hans-Georg Müller mit dem Messbuch von Pfarrer Johannes Schulz, der qualvoll im Konzentrationslager Dachau starb und als Glaubenszeuge verehrt wird. privat

Nickenich/Elm. Das kürzlich nach Nickenich zurückgekehrte Messbuch des früheren Nickenicher Pfarrers Johannes Schulz wurde in seine frühere Pfarrei Elm-Derlen verliehen. Dort fand am 9. November eine Gedenkveranstaltung statt, die von der katholischen Kirchengemeinde, der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) und der Ortsgemeinde Elm veranstaltet wurde. Im Mittelpunkt des Abends standen der Priester Johannes Schulz, der im Konzentrationslager Dachau qualvoll starb, und Pater Servatius Ludwig OSB aus dem saarländischen Bous (bei Elm). Pater Servatius Ludwig war Missionsbenediktiner und deshalb in China. In der Mongolei wird er als Heiliger verehrt, auch wenn er noch nicht selig gesprochen wurde. Für sein Glaubenszeugnis erlitt er wie Pfarrer Schulz das Martyrium. Bei der Gedenkveranstaltung wurden Briefe von Pfarrer Schulz aus dem Konzentrationslager vorgelesen. Diese Briefe bezeugen, wie sehr Johannes Schulz während der Inhaftierung unter unmenschlichsten Bedingungen gereift ist. So vermochte er im Lager die Mithäftlinge zu trösten und ganz für sie da zu sein. Dabei spielte sein Glaube die entscheidende Rolle. Ohne zu verzweifeln oder im Anblick des Leides und des Todes zu verzagen, vertraute er sich ganz Gott an. So schrieb er beispielsweise am 21. März 1942 „Ich habe mich ganz Gott überlassen. Er weiß und führt und tröstet …“. In dieser schwierigen Zeit kreist er nicht um sich und um sein Schicksal, sondern ist gedanklich ganz bei seinen Pfarrangehörigen in Nickenich. Am Allerheiligentag 1941 schrieb er: „Ich habe ein Verzeichnis der Verstorbenen angelegt, die seit meinem Weggang von Nickenich gestorben oder gefallen sind, um für sie zu beten.“ Seine letzten Worte waren: „Ich sterbe für meine Gemeinde, damit alle gerettet werden für die Ewigkeit.“

Etwa 70, teils jüngere Teilnehmer, waren zu der Gedenkveranstaltung gekommen. Einer sagte später, beim Hören der Briefe hätte er Gänsehaut bekommen; ein anderer Teilnehmer dankte den Veranstaltern später schriftlich für die bewegenden Worte und Darstellungen. Bei dem Gedenken wurde auch das Messbuch von Pfarrer Schulz gezeigt, dass eigens für diesen Termin aus Nickenich ausgeliehen wurde. Viele sahen sich das Buch genau an und berührten es, da es täglich von dem in die Hand genommen wurde, der mutig Widerstand leistete und Unrecht beim Namen nannte, auch wenn er dafür bespitzelt und später inhaftiert wurde.

Der Nickenicher Pfarrer Norbert Missong und der Elmer Pfarrer Hans-Georg Müller mit dem Messbuch von Pfarrer Johannes Schulz, der qualvoll im Konzentrationslager Dachau starb und als Glaubenszeuge verehrt wird. Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Dauerauftrag
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Innovatives rund um Andernach
Imageanzeige Dauerauftrag 04/2026
Rund ums Hause Mayen/Mendig
Osterangebot
Anzeigenauftrag FMP-1P9L0-AD-351131
Osteraktion
Stellenanzeige Kita
Empfohlene Artikel
Rathaus in Kruft
455

In Kruft scheint derzeit ein Refrain der SPD Fraktion die Oberhand gewonnen zu haben: Das „Herumhacken“ auf das Thema Aufwandsentschädigung der Verwaltung. (Zur Information: Wie aus der Stellungnahme der Verwaltung und der CDU Bürgerblock-Fraktion zu ersehen ist, wird das Anliegen schon bei der Kommunalaufsicht geprüft. Es ist nicht notwendig, diese Angelegenheit täglich zu erwähnen.)

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2285

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
133

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Monatliche Anzeige
Rund um´s Haus
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Daueranzeige
Rund ums Haus
Dauerauftrag Imageanzeige
Alles rund ums Haus
Innovatives rund um Andernach
Oster-Anzeige
Anlagenmechaniker
Vortrag: Arthrose des Hüft- und Kniegelenk
Hasenhoppeln & Heimatshoppen
Innovatives rund um Andernach
Rund ums Haus
Stellenanzeige mehrere Stellen
Titelanzeige
Anzeige Lange Samstage
Stellenanzeige