Mitarbeitermangel in Krankenhäusern: Andernacher beteiligen sich an Protestaktion
Gemeinsam ein Zeichen setzen
Andernach. Bundesweit fehlen in den Krankenhäusern 162.000 Mitarbeiter.
Davon allein 70.000 in der Pflege. Sowohl die ver.di wie auch die ak.mas (Mitarbeiterseite der Arbeitsrechtlichen Kommission des Deutschen Caritasverbands) riefen jetzt zu einer bundesweiten Protestaktion auf, der sich rund 1300 Krankenhäuser angeschlossen haben.
Dabei wurden so viele Nummern an die Einrichtungen verteilt, wie nach Berechnungen von ver.di deutschlandweit Stellen fehlen. Präsidium und Vorstand der Deutschen Krankenhausgesellschaft riefen ebenfalls dazu auf, die Aktion der Gewerkschaft aktiv zu unterstützen.
Auch das Bistum Trier äußerte sich positiv. Damit setzten alle Beteiligten ein klares Zeichen an die Gesundheitsminister der Länder, die sich an diesem Tag in Bad Dürkheim zur Tagung getroffen haben.
Aktion: „Jetzt schlägt‘s 13“
Der bislang von Bundesminister Hermann Gröhe vorgelegte Entwurf für ein Krankenhausreformgesetz bietet keine Lösung für den drastischen Personalmangel.
Zwar möchte die Bundesregierung mit diesem Gesetz eine weitere Qualitätssteigerung im Gesundheitswesen erreichen, dies kann aber nur mit dem hierzu notwendigen Personal zielführend sein.
Dringend notwendig ist daher eine gesetzliche Personalbemessung. Laut Pflegeförderprogramm sollen bis 2018 bis zu 7000 Stellen für die Pflege geschaffen werden.
Damit wäre nur ein Zehntel der notwendigen Stellen neu besetzt. Auch ist die erhebliche Zahl derer, die bis dahin aus dem Dienst ausscheiden werden, hierbei noch nicht berücksichtigt.
Auch die Mitarbeitervertretung der St. Nikolaus - Stiftshospital GmbH sieht diese bundesweite Entwicklung und beteiligte sich, gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen des Krankenhauses und des Seniorenzentrums sowie mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung und einigen solidarischen Bürgern an der Aktion. Getreu dem Moto: „Jetzt schlägt’s 13“, versammelten sich pünktlich um 13 Uhr alle Unterstützer für zehn Minuten vor dem Rathaus, hielten ihre nummerierten Schilder hoch und setzten damit ihr Zeichen.
