Allgemeine Berichte | 19.07.2015

Offener Kanal Andernach

Gespräch zum Thema Pädophilie

Dipl. Päd.-Dipl. Psych. Werner Dinkelbach und PD Dr. rer. medic. Dipl.-Psych. Claudia Subic-Wrana im Gespräch mit Alfred Adams

Alfred Adams mit Dipl. Päd.-Dipl. Psych. Werner Dinkelbach, Leiter des Instituts Rhein-Eifel GmbH und der PD Dr. rer. medic. Dipl.-Psych. Claudia Subic-Wrana, Ltd. Psychotherapeutin der Uni-Klinik Mainz, die sich gerne bereit erklärt hatten, ein Gespräch zum Thema Pädophilie zu führen. Aus diesem Grund traf man sich im Institut Rhein-Eifel GmbH. Privat

Andernach. Der Begriff Pädophilie (von griechisch pais „Knabe, Kind“ und philia „Freundschaft“) bezeichnet das primäre sexuelle Interesse an Kindern, die noch nicht die Pubertät erreicht haben. 1886 wurde der Begriff als „Paedophilia erotica“ durch den Wiener Psychiater Richard von Krafft-Ebing in dessen Schrift Psychopathia sexualis eingeführt. Kinderschützer argumentieren, dass der, Pädophilie‘ unpassend sei, da er das Wort, -philie‘ beinhaltet. In der Berichterstattung über Übergriffe von Priestern auf minderjährige Jungen werden diese meistens als pädophile Taten bezeichnet, obwohl eine Studie aufzeigte, dass nur eine Minderheit der Priester, die sexuelle Übergriffe begingen, den diagnostischen Kriterien der Pädophilie entsprechen. Über die Zahl pädophiler Menschen gibt es keine zuverlässigen Angaben. Schätzungen gehen von 50.000 bis 200.000 pädophilen Männern in Deutschland aus. Internationale Studien gehen davon aus, dass bei etwa ein Prozent aller erwachsenen Männer eine primärpädophile Ausrichtung vorliegt. Pädophile Neigungen sind auch bei Frauen nachgewiesen, über die genaue Häufigkeit gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Welche Auswirkungen die pädophile Sexualpräferenz für den Pädophilen selber hat, ist von zahlreichen Faktoren abhängig und in seiner Gesamtheit kaum erforscht. Da Pädophile zu den am meisten geächteten Randgruppen der Gesellschaft gehören, sind sie gezwungen, ihre Neigungen selbst vor Freunden und der Familie zu verheimlichen. Als Folge der beschriebenen Problematiken kommt es bei vielen Pädophilen zu Folgeerkrankungen, wie zum Beispiel Depressionen oder Substanzmittelmissbrauch. Sexualmediziner gehen davon aus, dass die Entwicklung der Sexualität im Wesentlichen mit dem Ende der Pubertät abgeschlossen ist und eine grundsätzliche Änderung der pädophilen Sexualpräferenz nicht möglich ist. Das Ziel einer Therapie besteht darin, sexuelle Handlungen an Kindern zu verhindern. In Einzel- und Gruppentherapien sollen die Patienten lernen, ihre Impulse zu kontrollieren und Verhaltensmuster, die den sexuellen Missbrauch begünstigen, zu vermeiden. Sexuelle Kontakte mit Erwachsenen können bei den betroffenen Kindern zu einer psychosexuellen Traumatisierung führen, die häufig ursächlich für lang anhaltende psychische Störungen ist. Die Auswirkungen auf die Opfer sexuellen Missbrauchs sind von verschiedenen Faktoren abhängig, unter anderem, ob körperliche Gewalt angewendet wurde, in welcher Beziehung das Opfer zum Täter stand, vom Alter des Opfers und von der Dauer der sexuellen Übergriffe. Sie reichen von der posttraumatischen Belastungsstörung über Depressionen und Borderline-Persönlichkeitsstörung bis hin zur multiplen Persönlichkeitsstörung. Eine Präventionsarbeit mit potenziellen Sexualstraftätern existiert bislang kaum. Hilfe suchende Pädophile können sich mit ihren Schwierigkeiten und Ängsten bislang nur an wenige ausgebildete Psychiater, Psychotherapeuten und private Berater wenden. Ursächlich ist hier unter anderem, dass die Behandlung sexueller Präferenzstörungen kein Bestandteil der Psychotherapeutenausbildung ist und entsprechende Therapien nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gehören.

Projekt „Kein Täter werden“

Psychotherapeutische Intervention, die speziell auf pädophile Menschen ausgerichtet ist, die noch keine Straftat begangen haben, bietet das Projekt „Kein Täter werden“ an der Berliner Charité an. Mittlerweile existieren Standorte des Projektes in weiteren Städten, die sich zum Präventionsnetzwerk „Kein Täter werden“ zusammengeschlossen haben und nach gemeinsamen Qualitätsstandards arbeiten. Ein bundesweites Präventionsnetzwerk soll auch in Rheinland-Pfalz dazu beitragen, Sexualstraftaten an Kindern zu verhindern. Die rheinland-pfälzische Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) gab den Startschuss für das Projekt „Dunkelfeld“, das an die Unimedizin Mainz angebunden ist. Es bietet Männern mit pädophiler Neigung kostenlose therapeutische Hilfe mit Schweigepflicht an. Mit diesem Projekt sollen Sexualstraftaten verhindert werden; es bietet Männern, die keine Täter werden wollen, Hilfe an. Die Behandlung potenzieller Täter ist der beste Opferschutz. „Du bist nicht schuld an Deinen sexuellen Gefühlen, aber Du bist verantwortlich für Dein sexuelles Verhalten! Es ist ihre Verantwortung Hilfe zu suchen, um nicht zum Täter zu werden!“ so Priv. Doz. Frau Dr. Subic-Wrana. Otto Kaiser zeichnete das Gespräch im Institut Rhein-Eifel auf und Walter Burdack sorgte für den Ton. Zu sehen ist die Aufzeichnung mit dem Titel „Kein Täter werden“ im Programm des offenen Kanal Andernach. Die genaue Sendezeit erfahren Sie aus der Presse oder unter OK4.de im Internet.

Pressemitteilung Alfred Adams

Alfred Adams mit Dipl. Päd.-Dipl. Psych. Werner Dinkelbach, Leiter des Instituts Rhein-Eifel GmbH und der PD Dr. rer. medic. Dipl.-Psych. Claudia Subic-Wrana, Ltd. Psychotherapeutin der Uni-Klinik Mainz, die sich gerne bereit erklärt hatten, ein Gespräch zum Thema Pädophilie zu führen. Aus diesem Grund traf man sich im Institut Rhein-Eifel GmbH. Foto: Privat

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