Grundschule Martinschule feiert Mittelalter-Schulfest
Großes Ritterspektakel auf der Martinusburg
Andernach. Der hochwohlgeborene Adel der Martinusburg hatte zu einem mittelalterlichen Spektakel geladen und viele kleine Pagen, Ritter, Burgfräulein, Burgdamen in feinen Roben und bürgerliche Leut‘ waren der Einladung gefolgt. Sie versammelten sich im festlich hergerichteten Rittersaal beziehungsweise der Turnhalle, um dem Festakt beizuwohnen. Sogar der Landvogt des idyllischen Fleckchens Andernach, Claus Peitz, und sein Musikus, Kapellmeister Bertram Kleis, waren gekommen, um dem Hochadel Ehre zu erweisen und einen Blick auf das gesellschaftliche Treiben zu werfen. Nach dem berauschenden Einmarsch der jüngsten Adeligen in edler Gewandung und dem Willkommensgruß der Burgherrin erfreuten die Burgbläser der Bläserklasse und die Burgsänger des Schulchores die zahlreichen Gäste.
Im Anschluss an kurzweilige Vorträge zu Redensarten aus der Ritterzeit, Ritterliedern begleitet von Instrumenten und Rittertänzen, konnte sich die erlesene Gesellschaft bestens gestimmt bei Sonnenschein und warmen Temperaturen in der Burg und bei Hofe vergnügen. In der Umgebung der Martinusburg hatte „Das Spiele-Lager aus Plaidt“ um Ritter Dirk und seine Edle Sonja zahlreiche Attraktionen aufgebaut. Ob beim Speerwerfen oder Bogenschießen, bei Ritterspielen oder mittelalterlichen Waffendarbietungen, überall konnten sich die Besucher ausprobieren, erfreuen und einiges an Wissen dazugewinnen. Auch das Ritterleben selbst wurde am Fuße der Martinusburg präsentiert und gelebt. Innerhalb der Festung konnten sich die jungen Adeligen vielen Tätigkeiten hingeben. Hier wurden Wappen, Ritterhelme, Talerbeutel und mittelalterliche Lesezeichen hergestellt oder ritterliche Spiele gespielt. Quacksalber, Knochenbrecher und Wahrsager boten allerlei Mittelchen und Kraut an und sagten in mystischer Atmosphäre die Zukunft voraus. Auf dem anspruchsvollen Ritterparcours im großen Rittersaal konnten sich die kleinen Burgbewohner und -besucher besonderen sportlichen Herausforderungen stellen. Viele Knechte und Mägde waren gekommen, um den Adel zu bedienen. Mit Adelsschnitten, Ritterspieß, Grilllanze und allerlei ritterlichem Gebräu war bestens für das leibliche Wohl gesorgt. Den Höhepunkt des Treibens bot zu späterer Stunde ein Feuerschlucker, dem es mit Leichtigkeit gelang, die Adelsgesellschaft in seinen Bann zu ziehen. Einige Knappen und Burgfräulein, die bald die Burg verlassen werden, hatten noch einen besonderen Gedanken. Schon Tage vor dem Spektakel baten sie viele Kaufleute, Geldgeber und Versorger des schönen Landflecks Andernach um edle Gaben und erfuhren dabei reichliche Unterstützung. So konnten sie ein Glücksspiel mit interessanten Preisen organisieren, dessen Erlös sie in Kürze einem beeinträchtigten, bekannten Ritter überbringen werden, um für dessen Wohlbefinden mitzusorgen. Mit Einbruch der Dämmerung hieß es dann „Gehabt euch wohl“ und alle machten sich vergnügt auf den Heimweg, hocherfreut so einem gelungenen Spektakel beigewohnt zu haben.
An verschiedenen Station konnten die Kinder in das mittelalterliche Leben eintauchen.
